Murmillo-Archiv

Mittwoch, 9. Mai 2012

CAESARS HEER: Grundwissen für den Hobbystrategen (cursus celer compactusque)
Ende des Gallischen Krieges hatte Caesar 11 Legionen (Nr. 1; 6-15). Das ist nicht wenig. Damit kann man was anfangen, z.B. Gallien erobern!
1.)Die legio (3600 Mann) bestand aus 10 cohortes (zu jeweils 360 Mann).
Eine cohors (360 Mann) hatte 3 manipuli (zu jeweils 120 Mann).
Ein manipulus (120) hatte 2 centuriae (ordines) (zu jew. 60 Mann).
Man merke sich also:
1 legio (3600)=10 cohortes (10 mal 360)=30 manipuli (30 mal 120)=60 centuriae (60 mal 60).
Summa: 3600. Alles klar? Die Stärke konnte schwanken.
Es war also nicht ganz einfach, korrekt Meldung zu machen, s. auch "Asterix, der Legionär".
Die legio bestand aus dem sog peditatus=Infanterie, römischen Bürgern aus den unteren Schichten.
Seit Marius waren es Berufssoldaten, die nach 20jähriger Dienstzeit (!) als veterani angesiedelt wurden.
Bei Caesar sind veterani altgediente, erfahrene Soldaten, denen Caesar vertrauen konnte.
2,)Daneben gab es noch die sog. auxilia=Hilfstruppen (Bundesgenossen, Söldner). Dazu gehörten
a) expediti=Leichtbewaffnete (sagitarii=Bogenschützen, funditores=Schleuderer)
b) equitatus=Reiterei: Man merke sich: 
1 turma (30 Reiter)=3 decuriae (3 mal 10); Anführer: decurio.
3.) Cohors praetoria=Leibgarde
4.) Fabri=Techniker, Pioniere (Caesar bediente sich der Handwerker im Heer, hatte also keine eigene Pionierabteilung.)
Quelle: Caesar: Bell. Gall. Aschendorffs Sammlung Lateinischer und Griechischer Klassiker. Vollst. Ausg. von Alois Guthardt, Münster 1973, S.32 f.
Ich empfehle jedem discipulus die sofortige Anschaffung des Text- sowie des Kommentarbändchens!
(Kommentare sind unverzichtbares philologisches Rüstzeug, in die  die Erfahrung von Generationen eingeflossen ist. Sie bieten oft wertvolle Hinweise und liefern die im jeweiligen Kontext treffende Bedeutung, auf die man oft nicht ohne weiteres kommen würde. Darauf verzichten zu wollen, ist töricht!
Tut euch also einen Gefallen und macht es wie ich: Sammelt Kommentare! Dann könnt ihr schön wichtigtun, im Unterricht.
Ich erinnere mich an meinen Lateinunterricht im Gymnasium Gernsheim (anno 1971-76). Wir hatten immer Kommentare. Lektüre ohne Kommentar ist ein Unding! Daß viele "moderne" Lehrer meinen, darauf verzichten zu können, möchte ich hier lieber nicht kommentieren. Ich bekomme jedenfalls fast regelmäßig Krisenstimmung, wenn ein Schüler bei mir mit "so einem Freßzettel"  (anstatt mit einem ordentlichen Text-und Kommentarband, comme il faut) in der Hand einläuft. Soviel sei nur gesagt.)
(Beispiel eines Manipelführers: Crastinus, freiwilliger Veteran, 10. Legion, 1. Manipel. Er rief Caesar zu:
"Feldherr, heut sollst du mir entweder als Lebendem oder Totem deinen Dank abstatten!"
Leider bewahrheitete sich dies. Cratinus fiel durch einen Hieb ins Gesicht! Caesar setzte ihm ein Denkmal im "Bellum civile", seinem anderen Werk (Bell. Civ., lib 3, cap. 91 u. 99). Er war sicher ein guter Mann. Doch leider tot. Nulla salus bello=Kein Heil im Krieg.)---
EREC (aka Leutn. F.)



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