Murmillo-Archiv

Montag, 30. Mai 2016

DIE "RELATIVVERBINDUNG" NACH MENGE 262

"Der Lateiner setzt sehr oft im Anfange eines Satzes zur engeren Verbindung desselben mit dem vorhergehenden das Relativ statt des unbetonten Demonstrativs; das Relativ kann in diesem Falle oft durch 'et is, et hic, hic autem, is enim, is igitur' aufgelöst werden."
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So spricht der "vergöttlichte" HERRMANN MENGE in seinem REPETITORIUM DER LATEINISCHEN SYNTAX UND STILISTIK (bearb. v. A. Thierfelder; 1. Hälfte: Fragen; 2. Hälfte: Antworten, Darmstadt 1979, wissenschaftliche Buchgesellschaft, S. 175, Par. 262 a.
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EXEMPLA:
1) Virtus est una altissimis defixa radicibus; quae nulla umquam vi labefactari potest.=Die Tugend ist als einzige befestigt ("festgeheftet"; festgehalten) durch sehr tiefe Wurzeln; DIESE kann durch keine Kraft (Gewalt) jemals erschüttert (wanken gemacht) werden.
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Das ist ein Satz!
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2) Oculorum est in nobis sensus acerrimus; quibus sapientiam non cernimus.=Der schärfste Sinn in uns ist der der Augen (besitzen die Augen); DURCH SIE erkennen wir ABER die Weisheit nicht.
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Und jetzt noch eine Warnung:
"Man hüte sich also, wenn 'qui' lediglich zum Zwecke der Satzverbindung steht, NEBEN DEMSELBEN ein 'enim, autem, vero, igitur' zu setzen (cf. 258, 4). Auch 'quoque' neben 'qui' ('auch dieser') verträgt sich nicht mit der relativen Natur des Pronomens statt 'is (ille, hic) quoque' oder 'qui ipse quoque'."
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In solchen Fällen (bei grammatikalischen Irrwegen=Häresien) setzt MENGE bisweilen sein gefürchtetes "Ja, nicht!" hinzu, was bei ihm so viel wie ewige Verdammnis bedeutet!
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Also: "Ja, nicht!"
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murmillo

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