Murmillo-Archiv

Freitag, 8. Juni 2012

DIE SOLDATENKAISER: MORD UND TOTSCHLAG: TEIL 1
1.)MAXIMINUS THRAX: röm. Kaiser von 235-238 n.
Kaum war der arme SEVERUS ALEXANDER unter der Erde, da erhoben die Rheinlegionen, die ihn auf dem Gewissen hatten, den GAIUS IULIUS VERUS MAXIMINUS, einen thrakischen Offizier, zum neuen Kaiser. Das war anno 235 n., der erste "Soldatenkaiser" konnte somit loslegen (und das tat er dann auch). Maximinus war ein Ausbund an Kraft und ein guter Anführer. Zuerst fiel er in Germanien ein-auf besonderen Wunsch der Truppe. Er bekam den Ehrennamen: "Germanicus maximus". Dann legte er sich mit den Sarmaten an: Jetzt hieß er: "Sarmaticus maximus" und "Dacicus maximus".
Durch Konfiskationen machte er sich beim Senat und den Provinzen unbeliebt. 238 n. probte dann der 80jährige Senator GORDIANUS den Aufstand und wurde auch noch zum Kaiser befördert (ein bißchen zuviel für einen 80jährigen). Logischerweise wurde Maximinus zum "enemy of state" erklärt, was er dem Senat krumm nahm. Prompt marschierte er dann auch auf Rom.
Inzwischen verlor Gordians Sohn ein Gefecht gegen die LEGIO III AUGUSTA. Der alte Gordianus schien jetzt auch keine rechte Lust mehr zu haben und verübte Selbstmord (wär sowieso bald gestorben). Damit waren Soldatenkaiser Nr. 2 und 3 abgehakt.
2.) GORDIANUS I: röm. Kaiser April-Mai 238 (nicht lange!), Selbstmord, s.o.
3.) GORDIANUS II: Mitregent 238, gefallen. (Das war wohl nichts!)
(Es wurden kurzzeitig zwei "Verlegenheitskaiser" eingeflickt, die nicht der Erwähnung wert sind (ich tue es trotzdem): sie hießen PUPIENUS UND BALBINUS (das war übrigens auch nichts!).
Maximinus tat inzwischen, was er am besten konnte: Krieg führen. Als die Belagerung von Aquileia nicht lief, meuterten seine Soldaten und erschlugen ihn kurzerhand. Ende! Pupienus und Balbinus frohlockten, aber nicht lange. Als dann auch noch die GOTEN an der Donau Ärger machten, erschlugen die PRÄTORIANER beide Ersatzkaiser (tolle Leibwächter!). Sie hatten sich zu früh gefreut. So kam es dann zu
4.) GORDIANUS III: röm. Kaiser bis 244 n.
Man nahm den armen Kerl, da man keinen Besseren hatte. Hinter ihm stand ein gewisser THIMESITEUS, der so klug war, nicht Kaiser werden zu wollen.
Gordianus III fiel am Euphrat gegen SCHAPUR I.
5.) PHILIPPUS ARABS: röm. Kaiser von 244-249 n.
Dieser schloß erst einmal Frieden mit den Persern. Dann stellte er in Dakien die Ordnung wieder her, d.h. er gab den KARPEN (nicht den Karpfen) "eins drauf", was ihm den Ehrentitel "Carpicus maximus" einbrachte.
Doch schon gab es neuen Ärger mit den Goten. Der Kaiser schickte seinen erfolgreichen Feldherren DECIUS, der anscheinend etwas zu erfolgreich war, denn er wurde zum Kaiser ausgerufen. Es kam zur obligatorischen Schlacht. Decius siegte.
6.) DECIUS: röm. Kaiser 249-251.
Decius veranstaltete gleich einmal eine Christenverfolgung. Doch die Goten kamen ungewollt den Christen zu Hilfe, indem sie das taten, was sie immer taten: Goteneinfälle ins Reich machen. Decius zog an die Donaufront und scheiterte grandios.
7.) VALERIANUS: röm. Kaiser 253-259 n.
Er war schon 70, als er von den Truppen in RAETIEN zum Kaiser proklamiert wurde. Über seinen Feldzug im Osten wissen wir wenig, außer daß er danebenging. Im Westen sah es nicht besser aus: Die Germanen eroberten alle Limeskastelle und fielen ins Reich ein (256 n.) Erneut ging es den Christen an den Kragen, doch 259 n. traf ihn der Zorn des Himmels: Der Kaiser wurde bei Edessa geschlagen und kam, was noch viel schlimmer ist, in persische Gefangenschaft.
Sein Sohn GALLIENUS, der zunächst am Rhein Erfolge hatte, mußte sich mit mehreren Usurpatoren herumschlagen. Einer von denen kam sogar auf die gloriose Idee, einen eigenen Verein aufzumachen. Er hieß POSTUMUS und wollte ein gallisches Sonderreich (natürlich mit ihm als Kaiser) auf die Beine stellen.
8.) GALLIENUS: röm. Kaiser 259-268 n.
Mit ihm kam frischer Wind auf. Er bildete aus den Legionen Abteilungen, die er ins Hinterland verlegte, um Barbareneinbrüche abzufangen..
Hier muß INGENUUS eingeschoben werden: 258 n. von den Legionen der Provinz MOESIEN zum Gegenkaiser proklamiert (undankbarer Job), 259 n. Niederlage bei Mursia. Auf der Flucht "erschossen".
260 n. muckte ein gewisser MACRIANUS auf und setzte seine beiden Filiusse auf den Thron (MACRIANUS UND QUIETUS). Quietus wurde im Osten besiegt, die beiden Macriani in PANNONIEN, wo ihnen AUREOLUS entgegentrat.
261 n. schickte Gallienus die ALEMANNEN nach Hause. 262 n. erwischte es einen gewissen AEMILIANUS in Ägypten, der auch weitreichende Berufspläne hatte (röm. Kaiser). Postumus, das war der mit dem gallischen Teilreich, wurde großzügig ignoriert.
Gallienus kämpfte gegen ALEMANNEN, MARKOMANNEN und GOTEN (viel Feind, viel Ehr'!).
Verluste: vorübergehend Raetien, 255 n. DACIEN (wahrscheinlich war es zu dieser Zeit von den beiden Legionen geräumt worden), 259 n. die "DECUMATES AGRI" (unser Gebiet).
DAS REICH WAR NUN AUF DEM HÖHEPUNKT DER KRISE ANGEKOMMEN.
ZENOBIA, die Herrscherin von PALMYRA, fiel vom Reich ab. Die Römer erlitten sogar eine Niederlage-und das gegen Kameltreiber!
Auch die Goten meldeten sich wieder (266 n.). Sie kamen sogar bis Griechenland. Der Kaiser schnitt ihnen den Rückweg ab, doch die Goten waren gerissener und entkamen über die (blaue) Donau. 268 n. erschien der Kaiser vor Mailand. Dort wurde von Aureolus verraten und von einer Gruppe illyrischer Offiziere getötet (traue keinem Illyrer!). Doch auch der Veräter Aureolus mußte dran glauben.
Die Gesamtlage des Reichs war nun etwas besser oder weniger schlecht. Im Westen hielt nun Postumus die Feinde Roms in Schach, im Osten Palmyra. Entscheidend war aber die Schlagkraft der illyrischen Feldarmee, die zu Rom hielt. Eine nette Geste.
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EREC (Gegenkaiser)

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