Murmillo-Archiv

Donnerstag, 16. Juni 2016

OVID: METAMORPHOSEN VIII, 236-259: DAS SCHADENFROHE REBHUHN PERDIX

Als ICARUS begraben wird, freut sich das böse Rebhuhn PERDIX über den Schmerz des DAEDALUS. PERDIX war nämlich einst ein Schüler des DAEDALUS und hatte Erfindungen gemacht (Säge, Zirkel). Da wurde DAEDALUS neidisch und stürzte den Schüler von der Acropolis. Doch MINERVA rettete ihn im letzten Moment, indem sie ihn in ein Rebhuhn verwandelte.
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Wir vom murmillo-team meinen: Besser tot als ein Rebhuhn!
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Wir stellen fest: Auch Rebhühner sind nachtragend.
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"Während er barg im Hügel den Leib des bejammerten Sohnes
Schaute vom schlammigen Graben ihm zu ein schreiendes Rebhuhn"
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Wir stellen weiterhin fest: Rebhühner sitzen in schlammigen Gräben und schreien.
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Aber PERDIX hatte Glück im Unglück:
"...Doch Minerva
schaffenden Geistern geneigt, fing schützend ihn auf und verlieh
ihm Vogelgestalt und umhüllt' ihn inmitten der Luft mit Gefieder."
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Die Verwandlung in ein Rebhuhn paßt zu seinem Schicksal:
"Hoch vom Boden jedoch kann nicht sich erheben der Vogel,
noch auch baut er das Nest auf Zweigen und oben im Wipfel;
Nah an der Erde hin fliegt er und legt in Zäune die Eier;
Hohes vermeidet er bang des früheren Falles gedenkend."
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PERDIX wurde herabgestürzt, und ICARUS stürzte ab. Poetische Gerechtigkeit? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Tat und Schicksal?
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