Murmillo-Archiv

Samstag, 4. Juni 2016

DER ARACHNE-MYTHOS BEI OVIDIUS (TEIL 3)

Es folgt nunmehr eine ausführliche Beschreibung des Webstuhls (Vers 53 bis 69), des Gewebes der PALLAS (Vers 70 bis 102) und des Gewebes der ARACHNE (Vers 103-128). Während PALLAS ihren Sieg über NEPTUN darstellt,- es ging in dem Streit darum, wer Athen besitzen solle und benennen dürfe-sowie die verschiedenen Bestrafungen hochmütiger Steblicher, geht es bei ARACHNE um EUROPA und um die Täuschungen menschlicher und göttlicher Frauen durch die Götter. Dies spiegelt genau die vorliegende Situation wider!
Doch am Werk der ARACHNE gibt es nichts zu kritisieren:
"Dieses Werk-es konnt' es nicht Pallas, es konnt' es der Neid nicht
tadeln...". PALLAS ist erzürnt und außer sich, sie zerstört das Gewebe der ARACHNE, das oder weil es die "caelestia crimina", himmlische Verbrechen, darstellt. Mit dem Webeschiffchen sticht sie mehrmals auf die Stirn ARACHNES ein. Die verzweifelte ARACHNE versucht sich darauf zu erhängen, wird aber von der Göttin, die Mitleid bekommt, gerettet. Aber es ist sozusagen ein Freispruch oder eine Rettung "zweiten Grades":
"So lebe du zwar, doch hänge du Schlechte! Und daß du
sicher der Zukunft nicht seist, soll der selben Strafe Gesetz auch
gelten deinem Geschlecht bis hin zu den spätesten Enkeln."
MINERVA benetzt ARACHNE noch mit dem Saft des Krautes der HEKATE, der schrecklichen Göttin der Zauberei.
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So kann's gehen.
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murmillo-team (Projekt: "Ovid, schwer gemacht!")

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