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Freitag, 3. Juni 2016

DIE METAMORPHOSEN: DAS MAGNUM OPUS DES PUBLIUS OVIDIUS NASO

PRAEFATIO:

Das Hauptwerk des augustäischen Dichters OVID sind seine METAMORPHOSEN. Das Wort kommt aus dem Griechischen: "metamorphe" bedeutet Verwandlung; Metamorphosen sind also Verwandlungssagen. In rund 15 000 Hexametern bearbeitet der Dichter ungefähr 250 größere und kleinere Sagen. Nicht nur sein Werk erlangte Weltruhm, sondern auch einzelne dieser Sagen (für sich genommen) wie z. B. NARCISSUS UND ECHO, PYRAMUS UND THISBE, NIOBE, DIE LYKISCHEN BAUERN, DAEDALUS UND IKARUS, PHILEMON UND BAUCIS, ORPHEUS UND EURYDIKE.
Mit den Metamorphosen ist Ovid sein großer Wurf gelungen. Nach Karl Büchner sind sie "das einzige bedeutende und große Epos, das nach Vergils Aeneis noch unter Augustus entstand." Büchner bezeichnet das Werk als "carmen perpetuum", also als "ein fortlaufendes Gedicht" Die Metamorphosen sind Kosmologie und Universalgeschichte von der Erschaffung der Welt über die mythologische Zeit bis in in die historische Zeit hin zu Caesar und Augustus, auf den die Geschichte zuläuft:
Nach Karl Büchner spannt Ovid einen Bogen "vom Chaos bis zur bevorstehenden Verwandlung des Augustus in einen Gott".
Der Aufbau ist, wie wir gesehen haben, dreigeteilt oder "triadisch".
Ungefähr 50 der Sagen haben "den Umfang eines hellenistischen Epyllions".
Es gibt Sagen ersten Ranges und Sagen zweiten Grades. Letztere sind Sagen, die in andere Sagen eingeflochten sind, wodurch ein Wechsel der Perspektive entsteht.
Das Werk wird klammerartig von Prolog und Epilog eingeschlossen und zusammengehalten. Nach der Schöpfung der Welt und der Sintflut (I, 5 bis 451) zerfällt das Opus in drei etwa gleich große Teile:
1) Die Erzählungen von den Göttern (I, 452 bis 6, 420)
2) Die Erzählungen von den Heroen (6, 421 bis 11, 193)
3) Die historische Zeit, beginnend mit dem Trojanischen Krieg (11, 194 bis 15, 879).
Ab dem 13. Buch zieht Ovid Vergils Aeneis als Vorlage heran.
Die Hauptaussagen der Metamorphosen sind:
1) Keinem bleibt seine Gestalt. Die Welt ist ewiger Wandel.
2) Jeder Ort hat sein Schicksal (Ranzmeier: Die letzte Welt)
Zum Schluß noch ein origineller Gedanke Büchners:
"Die erstaunlichste Metamorphose ist die, welche die Sagen unter der Hand Ovids erfahren haben."
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