Murmillo-Archiv

Dienstag, 8. März 2016

SENECA: EPISTULA 3, 1 (schon geht's weiter)

Die zu mir zu überbringende Briefe hast du, wie du schreibst, einem Freund übergeben (du hast sie einem Freund gegeben, um sie mir auszuhändigen); darauf (sodann) ermahnst du mich, daß ich nicht alles sich auf dich Beziehende mit ihm bespreche, weil du nicht einmal selbst dies zu tun pflegst (gewöhnlich tust): so hast du in demselben Brief jenen sowohl einen Freund genannt als es auch verneint. Wenn du deswegen jenes "eigene" (eigentümliche; charakteristische) Wort gleichsam als "übliches" gebrauchst (d.h. wenn du jenes spezifische Wort in seiner allgemeinen (landläufigen) Bedeutung benutzt) und so jenen Freund genannt hast, wie wir alle Amtsbewerber als "gute Männer" bezeichnen, wie wir alle Entgegenkommenden, wenn der Name nicht in den Sinn kommt (uns einfällt), als Herren grüßen, (dann) mag es so hingehen ("kann man von diesem Weg weggehen"; auf diese Weise "weggehen", von der eigentlichen Bedeutung abweichen; via=Weg, auch: Art und Weise).
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einem decurio ist nichts zu schwer

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