Murmillo-Archiv

Samstag, 26. März 2016

OVID: HEROIDES VIII (7): NEC VIRTUTE CARES

V 49-56  : Sie schmeichelt ihm (wickelt ihn um den Finger): er sei ja ein "hero", leider habe er mit "arma invidiosa" gekämpft; schöner wäre es gewesen, wenn er in einer anderen Sache tapfer gewesen wäre (O. hatte Klytaimnestra nebst ihrem Loverboy gemeuchelt.).-Doch er habe sich den Job ja nicht ausgesucht (moral. Rechtfertigung): non lecta est operi, sed data causa tuo (nicht ausgesucht für dein Werk, sondern gegeben worden ist (dir) der Grund (die Ursache dafür)).O. führt also nur das "fatum" aus. Nur dies zählt.
Wie zuvor sein Vater, so mußte jetzt Aegisthos sein Blut geben.-Tadel des Pyrrhus: O. habe ein Verbrechen verübt (laudemque in crimina vertit)-Dagegen H: er habe ruhmvoll gehandelt.-P. erträgt es sogar, ihr ins Antlitz zu schauen (zeigt, daß er kein Unrechtsbewußtsein hat).
V. 57-64: Sie schildert wortreich ihr Leid; ihr fehle die Kraft, ein Schwert zu führen; sie weint; ist zornig; vernachlässigt ihr Äußeres.
V 65-75 : Frage, ob ein Fluch auf den Tantaliden liege?-Geschichte der Leda (praeteritio)-Geschichte der Hippodamia (Zweck: Erläuterung der eigenen Situation; eigene Schilderung und Meinung wird dadurch glaubhafter; Autoritätsbeweis?)
V 76: traurige Rückerinnerung; H. war noch klein.-Vorwurf an die Mutter, die weggeht.-Klage, daß sie selbst dem Neoptolemos als Beute gegeben wurde.-Wunsch, daß Achill noch lebte, denn der würde die Tat des Filius nicht gutheißen.-Klage, sie habe die Himmlischen zu Feinden.-Sie war immer allein.-Der Vater immer im Krieg. Sie war also doppelt verwaist, obwohl beide Eltern noch am Leben waren: et duo cum vivant, orba duobus eram (und obwohl zwei noch lebten, war ich verwaist durch zwei).
----
decurio
----


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen