Murmillo-Archiv

Sonntag, 19. Mai 2013

HIC HABITAT (FELICITAS)-NIHIL INTRET MALI

(=Hier wohnt das Glück, nichts Böses trete ein/ komme über diese Schwelle.)
(intret: 3. Person Singular, Präsens, Konjunktiv  Aktiv; so bestimmt man korrekt eine Verbform: Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus; so und nicht anders!)

Dieser sympathische Spruch findet sich auf einem von zwei Mosaiken, die in Salzburg gefunden wurden. R. PÖRTNER weist darauf hin, daß sich FELIX DAHN, "der wotansbärtige Autor zahlreicher literarischer Kolossalhistorien", davon zu seinem Roman "Felicitas" inspiriert wurde.
JUVAVUM, das antike Salzburg, wurde unter Kaiser CLAUDIUS zum Municipium erhoben. Der Name der Stadt geht auf  "JUVAVO" zurück (keltisch-illyrisch für die Salzach).
In JUVAVUM scheint es relativ geruhsam zugegangen zu sein. Selbst in der MARKOMANNENZEIT passierte nicht viel, eigentlich überhaupt nichts. In den Zeiten nach KONSTANTIN wurde dann dennoch ein befestigtes Lager auf dem Nonnberg errichtet. Man konnte ja nie wissen. Vielleicht hätten es sich die lieben MARKOMANNEN sonst noch einmal überlegt. Für diese Zeit läßt sich auch eine christliche Gemeinde nachweisen. (Vielleicht hatten die MARKOMANNEN keine Lust, sich Predigten anzuhören oder bekehrt zu werden.) In der VITA SEVERINI lesen wir, daß es 100 Jahre später sogar ein Kloster nebst Basilika gab. Wir erfahren darin auch, daß der PRESBYTER MAXIMIANUS in JOVIACUM (einer kleinen Stadt an der Donau zwischen Lorch und Passau) den Märtyrertod starb. ("Märtyrer, ein Beruf so interessant wie das Leben!")- Auf dem Mönchsberg gibt es die sog. Maximus-Einsiedelei. Hierbei handelt es sich um frühchristliche Katakomben!
Ab dem 16. Jh. ging man daran, nach Hinterlassenschaften aus der Römerzeit zu suchen. Vor allem JOHANNES TURMAIR, auch bekannt unter dem Namen AVENTINUS, muß hier hervorgehoben werden. AVENTINUS fand viele Inschriften von Gräbern, die an den Ausfallstraßen standen.
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NACH: RUDOLF PÖRTNER: MIT DEM FAHRSTUHL IN DIE RÖMERZEIT, Gütersloh 1987 (Prisma Verlag), S. 235 f.
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R.

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