Murmillo-Archiv

Freitag, 24. Oktober 2014

RÖMISCHE KAISER

Die römischen Kaiser führten verschiedene Titel und Bezeichnungen, weshalb der Kaiserbegriff so schwer fassbar erscheint.
Das hängt damit zusammen, dass Rom für lange Zeit stolz war, eine Republik (Res publica) zu sein und man nicht von einem König (Rex) regiert werden wollte. Die Kaiser führten deshalb mehrere Titel und Beinamen wie Imperatores, Principes und Caesares, die alle einen etwas anderen Bedeutungsgehalt hatten. 
Außerdem liebten die Römer Titel an sich.

Den ersten Schritt hin zur neuen Ordnung machte Gaius Iulius Caesar, der auch bei Sueton als erster der "Caesaren" genannt wird. Als erster Kaiser nach gemeiner Ansicht gilt aber sein Großneffe Gaius Octavi(an)us, genannt Augustus.
Caesar hatte für sich bereits den Titel Dictator perpetuus (also auf Lebenszeit) erworben, obwohl das Diktatorenamt nur für Notzeiten und auf kurze Zeit gedacht war. Daneben trug er den Imperator-Titel, was eigentlich Feldherr, aber allgemein auch Befehlshaber bedeutete. Man warf ihm vor, auch nach dem Titel Rex zu streben.
Diese recht offen angestrebte Machtfülle brach Caesar nicht nur symbolisch das Genick: Er wurde an den Iden des März 44 v. Chr. erdolcht.
Sein Nachfolger Augustus ging deshalb geschickter vor und tat so, als ob er die Republik wiederhergestellt hätte, wobei er gleichzeitig Titel wie Imperator, Princeps und Caesar führte bzw. weiterführte. Der Senat wurde zwar nicht abgeschafft, erhielt aber nur die Kontrolle über einige Provinzen, während Augustus die der anderen innehatte. Augustus sorgte natürlich dafür, dass seine Provinzien die mit den stärkeren Militäreinheiten waren.    
Mit der Zeit änderte sich die Herrschaftsstruktur des Römischen Reiches (Imperium Romanum) mehrfach. Ein deutlicher Einschnitt war die Neuordnung gegen Ende des 3. Jhd.s durch Diokletian, die angesichts der gestiegenen äußeren Bedrohung - z. B. durch Germanen und Perser - und durch innere Streitigkeiten notwendig erschien. Forscher sprechen auch von einer Reichskrise des 3. Jhd.s. Diokletian wendete äußerste Zwangsmaßnahmen an, die politisch und ökonomisch wenigstens einige der Instabilitäten auf Zeit beheben konnten.
In der Folge wurde die Regierung des Reiches auf 2 bzw. 4 Machtzonen aufgeteilt. Die Forscher nennen dieses System heute Dominat (im Ggs. zum Principat seit Augustus).





AUGUSTUS (Gaius Octavius)

27 v. - 14 n. Chr.

  • 63 v. in Rom geboren
  • Mutter: Nichte Caesars, Vater: Ritter, Statthalter von Mazedonien
  • von Caesar als Haupterbe adoptiert 
  • verkündet nach langem Bürgerkrieg Frieden im Römischen Reich
  • erster Kaiser nach de facto Abschaffung der Republik (Princeps, Imperator);
    de iure will er die Republik wiederhergestellt haben






TIBERIUS (Tiberius Claudius Nero)

14-37

  • 42 v. in Rom geboren
  • Julisch-Claudisches Haus (wie Caligula, Claudius, Nero)
  • verheiratet mit Julia, der Tochter des Augustus (erzwungen)
  • Verbannung wegen umstrittener Lebensweise und wohl auch wegen Intrigen
  • stand unter starkem Einfluss des Prätorianerpräfekten Sejan
  • trotzdem ein relativ klarer Blick für das innen- wie aussenpolitisch Erreichbare
  • gegen Ende seines Lebens liess Tiberius dissidente römische Aristokraten hinrichten und zog sich aus Rom zurück
  • laut Sueton schwere sexuelle Perversionen





CALIGULA (Gaius Iulius Caesar [Germanicus])

37 - 41

  • 12 n. Chr. vermutlich in Antium (Anzio) geboren 
  • als Kind Liebling der Soldaten (Spitzname "Caligula" von caliga, dem Soldatenschuh/-stiefel)
  • wurde nach langer Krankheit verrückt und grausam 
  • 39 kam es zur Niederschlagung einer Militärrevolte am Rhein 
  • 41 durch den Prätorianertribun Cassius Chaerea ermordet 


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