Murmillo-Archiv

Dienstag, 15. Januar 2013

RÖMISCHE KRIEGSGESCHICHTE: GERMANIEN - DIE EREIGNISSE DES JAHRES 15 n.



"Der Frühling des Jahres 15 n. war außergewöhnlich warm und trocken. Die Häuser brannten wie Zunder, wenn die Brandfackeln auf die Dächer geworfen wurden. Und Brandfackeln flogen viele im Chattenland. Vom Lager MOGONTIACUM kam der CÄSAR JULIUS GERMANICUS mit den Legionen des OBEREN HEERES über den Rhein!"
W.-D. VON TIPPELSKIRCH: DIE STUNDE DER GERMANEN: ENTSCHEIDUNG IM TEUTOBURGER WALD, VARUS-ARMIN-GERMANICUS, Düsseld. 1978, S. 48.
GERMANICUS marschierte weiter bis zur Mündung der Nidda in den Main. Hier befand sich ein Platz für den Nachschub. ("Endlich gibt es was zum Beißen, ein Bad, eine taberna, Würfelspiel, wine, women, song", wird so mancher vom Marsch staubige Legionär gestöhnt haben. Ich war nicht dabei, aber so könnte es gewesen sein. Die Menschen sind sich trotz zeitlicher Distanz erstaunlich ähnlich!) Weiter die Nidda aufwärts lag ein Kastell, das DRUSUS erbaut hatte. Nach dem Untergang des unfähigen VARUS hatten es die CHATTEN zerstört. GERMANICUS baute es wieder auf.
Danach marschierte GERMANICUS nach MATTIACUM. An der Eder kam es zum Kampf. Die CHATTEN versuchten, GERMANICUS an der Flußüberquerung zu hindern, doch dieser setzte seine Geschütze ein (Katapulte, Onager; unfair! AdV). Die Chatten (anscheinend nicht ganz lebensmüde) suchten ihr Heil in der Flucht. MATTIACUM wurde abgefackelt, das Land verwüstet. Das war im Frühjahr 15 n.
Die Römer hatten erst einmal Ruhe vor den CHATTEN. Dennoch kam es immer wieder zu vereinzelten Angriffen. TACITUS schreibt:
"...sie pflegten das (aber) zu tun, wenn sie mehr aus List denn aus Furcht zurückgewichen sind." Clever, diese CHATTEN!
Ungefähr zeitgleich marschierte der LEGAT CÄCINA mit dem UNTEREN HEER ins Tal der LIPSIA (Lippe). Hier gab es Anlagen in der Nähe des späteren HALTERN sowie ein kleines Kastell (viel stand nicht mehr davon) und ein 2-Legionenlager aus der Zeit des VARUS (mit Kaianlagen und Uferkastell). Schließlich gab es da noch das Kastell ALISO, das nach dem Ausfall des LUCIUS CÄDICIUS von den Germanen in Brand gesteckt worden war. Auch die Wege waren nicht mehr in Ordnung. Nach dem Motto "Es gibt immer was zu tun, packen wir's an" fingen die Römer mit Instandsetzungsarbeiten an.. Den Germanen scheint dies nicht gepaßt zu haben, denn sie griffen die Bau-und Versorgungstrupps an. CÄCINA schlug daraufhin einen größeren Trupp der Germanen. Danach ließ er seine Reiter und AUXILIA von der Leine. Diese verbrannten die Dörfer der MARSER. Das war's dann.
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Oberleutnant F. (Chattus quoque!)

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