Murmillo-Archiv

Freitag, 23. Dezember 2016

KARL JASPERS: DEN VERSTEHE, WER WILL

Habe gesehen, daß Du auf unserer Seite "nova-aetas. blogspot" einen Film über K. Jaspers gepostet hast. Den habe ich vor 100 Jahren schon mal gesehen. Is not bad. Kann man sich angucken. Von Jaspers gibt es-soweit ich mich erinnere- eine Einführung in die Philosophie: Das Werk heißt "Was ist Philosophie"?-Weiß doch ich nicht? Werde irgendwann ein Buch schreiben: Was ist Jaspers?
Der Mann ist ziemlich professoral. Jaspers ist sehr gedankenreich, im Gegensatz zu meinen Schülern (wenige Ausnahmen ausgenommen). Wußtest Du, daß die meisten Schüler kleine Lichter sind (max. 15 Watt)-allesamt Flaschen! Wenn man sich die Alten so anguckt, was man lieber nicht tun sollte, weiß man warum. Es ist schrecklich wenn man sieht, daß die "Dummheitsgene" unausrottbar sind!
Thema von Jaspers ist die "Existenz". Diese ist Geist plus Leben. Zuviel Leben ohne Geist (oder zuviel Dicke ohne Geist, wie bei meiner Nachbarin) führt dazu, daß man rein vegetativ vor sich "hindümpelt". Zuviel Geist ohne Leben führt dazu, daß man immer "transzendentaler" im Sinne von "tranzendent" wird, und wie eine Lichterscheinung durchs Leben irrlichtert. Was also tun, sprach Zeus? Ich weiß es selber nicht. Da bin ich ganz ratlos. Kann man leider nichts machen. Jaspers, Karl rät daher zur "Existenzerhellung", was sich erst einmal gar nicht so schlecht anhört. Klappt nur bei den meisten Hirntoten nicht. Kann man nichts machen.
Also, die "Existenzerhellung", was ist das?-Da stellen wir uns ganz dumm: Die "Existenzerhellung" ist die Erhellung der Existenz, soviel scheint sicher zu sein. Bon, nach K. J. ist sie Appell an die eigenen Möglichkeiten. Etwas überspannt fährt der gute Jaspers fort, daß durch die "polaren Spannungen zwischen Geist und Leben" diese Möglichkeiten sich manifestieren, "um so das Beste zu entbergen (schönes Wort), das in ihnen schlummert."-Momentchen mal: In den meisten schlummert überhaupt nichts, und wenn, dann ist es nicht sonderlich gut.
Es geht noch weiter: Man solle immer unterwegs sein (mit dem Fahrrad? oder dem Moped?), man sollte zudem noch für alles offen sein (also für jeden Unsinn) und eine "absolute Kommunikation" anstreben (also ständig labern, als ob es nicht schon genug Geschwätz gebe).
Dann solle man noch "jede zur Endgültigkeit fest werdende Gestalt durchbrechen" (der verlangt ganz schön viel). Doch nicht genug: Man soll ebenfalls "alle denkbaren Standpunkte in ihrer Relativität beherrschen" (schnauf!). Und wie geht das? Ganz einfach durch Scheitern! Leicht gesagt, wenn man ein Professorengehalt hat.
Und als ob alles nicht schon schlimm genug wäre: Die Wahrheit und die Wirklichkeit haben wir auch nicht, nur deren Symbol und Chiffre (besser als nix). Daher muß das Unzulängliche immer wieder verworfen werden. Man muß immer weitergehen (s. den Roman "Soweit die Füße tragen"), dann kommt man irgendwann bei der Transzedenz an, doch leider nicht in einem "Ansich", sondern als "Möglichkeit der Möglichkeiten"! Was sagt man dazu? Jaspers hätte es sicher nicht gut gefunden, wenn sein Gehaltsscheck unter die Kategorie "Möglichkeit der Möglichkeiten" gefallen wäre. Wenn man schließlich bei der Transzendenz angekommen ist, findet sich das "Umgreifende" gleich um die Ecke. Dann wird noch schnell "das Göttliche gerufen" und die Sache ist perfekt. Das ganze geschieht übrigens in der "unendlichen Bewegung...der Existenz" Unser Erkennen sei ein Spiel mit Chiffren. Gott erreichen wir allerdings so nicht. Glaube müsse "philosophischer Glaube" werden. Menschsein besitze die Möglichkeit, sich Gott zu nähern. Da alles Chiffre sei, müssen wir beim Mythos bleiben.
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Wow!

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