Murmillo-Archiv

Sonntag, 3. November 2013

GIFTMORDE

Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Wer sich mit der Antike beschäftigt, dem fallen oft gelungene oder versuchte Giftmorde und Hinrichtungen mit Giften auf. Man denke dabei an die vielen Machtkämpfe an den Höfen oder Hinrichtungen wie die des Sokrates. Während man bei Sokrates auf den Schierling setzte, verwendeten andere Unheilsbringer den "Klassiker" Arsen, Quecksilberverbindungen, Bleiacetat (Bleisalz der Essigsäure) oder Pilzgifte.
Die Hinrichtungs- oder Tötungsart durch Gift liess wenigstens den Körper des Delinquenten äusserlich heil und genügte damit einer gewissen antiken Ästhetik.

Gifte können dabei ganz unterschiedlich wirken. Nach den beiden Hauptwirkungen unterteilt man sie in Nervengifte und Gewebsgifte. Es können aber auch Mischformen auftreten.
Im Schierlingsbecher (κώνειον) ist z. B. Gefleckter Schierling gelöst, der Coniin enthält. Coniin ist ein Nervengift, das eine sogenannte "schlaffe Lähmung" herbeiführt, die von den Beinen aufsteigt und schliesslich bei vollem Bewusstsein die Atmung lähmt (durch Blockierung der Acetylcholin-Rezeptoren).
Wollte man dagegen vor dem Eintreten des Todes zusätzlich eine einschläfernde Wirkung erreichen, konnte man Mohnsaft beimischen, wie es der Naturphilosoph und Giftexperte Thrasyas aus Mantinea empfahl.

Unter diesem Link sind einmal die Nervengifte und ihre Wirkungen kurz referiert:

Nervengifte


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