Murmillo-Archiv

Montag, 4. April 2016

OVIDIUS: HEROIDES 16, 1-38

V. 1 f: Gruß; Glückwunsch
3-12: "big love" des Paris-er könne sie nicht verbergen-er könne sich nicht verstellen (Lüge!)=sein Seelenzustand: dieser erfordere Schonung- Bitte, seinem Brief gewogen zu sein-Härte passe nicht zu Schönheit (Überredung)
3-26: Annahme des Briefes= Hoffnung für ihn-Berufung auf den Willen der Venus-Handeln im göttlichen Auftrag (sehr praktisch!)-er habe Belohnung verdient-Versprechen der Venus-seine Reise unter ihrer Führung-günstige Winde=Zeichen für Gewogenheit-genauso solle sie dem emotionalen Sturm in seinem Inneren geneigt sein (Vergleich)-Bitte um Erfüllung seiner Wünsche
27-38: keine Erfüllung zuhause-Leidenschaft als Anlaß für Reise (kein guter Anlaß)-Ziel: Sparta-Hinweis, er sei kein Händler oder Bildungsreisender (definiert sich ex negativo)-die Stadte seines Reiches seien reicher (Stolz)-nur sie wolle er (Ausschließlichkeitscharakter der Liebe; Fixierung);-er habe sie schon geliebt, bevor er sie kannte (paradox; unmöglich; Übertreibung (Hyperbel)-durch ein Gerücht (fama) erfuhr er von ihrer Schönheit (die Fama ist stets negativ besetzt; fama volat etc.).-
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Was soll man von so einem wie Paris halten?-Nichts!
Paris ist ein stolzer Pfau, ein gegelter, parfümierter Schönling mit Juwelen im Haar, ein Blender, ein Weiberknecht usw., der nur ein Thema hat: seine besessene, egoistische und-wie sich jetzt schon andeutet-unheilvolle Liebe zu Helena. Die Katastrophe bahnt sich hier schon an. Der Rest läuft dann ab wie eine griech. Tragödie: ein Unheil zieht mit einer gewissen Unvermeidlichkeit das nächste nach sich. Am Ende sind dann alle tot-oder fast alle.
Liebe Mädels, nehmt euch in acht vor Typen wie Paris. Es gibt sie gerade heute wieder in großer Zahl. Ihr erkennt sie an den Goldkettchen, an den zurückgeschmierten Haaren, an der solariumgebräunten Haut, daran daß sie wie ein Iltis nach Parfüm stinken, an ihren geleasten Sportautos und dem großspurigen Auftreten dieser testosterongesteuerten Halbaffen, die nur euer unschuldiges Herz brechen wollen. Also: CAVE VIRUM!-Bleibt lieber wie der Heilige Hieronymus im Gehäus und lernt Latein!
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das Murmillo-Team (Abteilung Jugendberatung)

Sonntag, 3. April 2016

TACITUS: ANNALES XV, 60-64: SENECAS TRAGISCHES ENDE

Seneca wollte sich einen "exitus triumphalis" verschaffen und machte daher-nach dem Vorbild des Sokrates-aus seinem Abgang eine "public show".
In dieser Welt trifft es halt immer die Guten, und die Schweine triumphieren (vgl. De providentia). Doch es sollte nicht lange dauern, bis es auch Nero erwischte.
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decurio Arminius

SENECA: BRIEF 89, 22

Was nützen viele Schlafzimmer? In einem einzigen werdet ihr liegen. Es ist nicht das eure, wo auch immer ihr nicht seid. Sodann gehe ich zu euch hinüber (komme auf euch zu sprechen), deren bodenlos tiefer und unersättlicher Schlund hier (von hier aus) die Meere durchsucht, hier die Länder, die einen (Tiere) werden mit Haken, die anderen mit Schlingen, die anderen mit verschiedenen Arten der Netze mit (unter) großer Mühe verfolgt: keinen Tieren ist Friede, es sei denn aus Überdruß (an ihnen). Wie wenig von diesen durch so viele Hände bereiteten Speisen kostet ihr mit dem durch Genüsse "erschöpften" Mund. Wie wenig von diesem  auf gefährliche Weise gefangenen Wild kostete ein roher, sich ekelnder Hausherr? Wie viel von diesen (von) so weit hergebrachten Austern gleitet durch diesen unersättlichen Magen? Unglückliche, begreift ihr etwa (nicht) (ihr versteht doch wohl, daß), daß ihr einen größeren Hunger habt als Bauch (Magen)?
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decurio

SENECA: BRIEF 89, 21

Nun rede ich mit euch, deren Genußsucht in gleicher Weise sich weit ausbreitet wie die Habsucht jener. Wie lange noch wird kein See sein, dem nicht die Giebel eurer Prachthäuser "hineinragen" (über die sich...neigen)? Kein Fluß, dessen Ufer nicht eure Gebäude säumen? Wo auch immer die Adern warmer Wasser (Quellen) hervorsprudeln, dort werden neue Gasthäuser der Verschwendung errichtet werden. Wo auch immer (überall) sich die Meeresküste zu irgendeiner Bucht krümmen wird, werdet ihr sofort die Fundamente legen, und auch nicht zufrieden mit dem Boden, wenn ihr nicht irgendwas mit der Hand gemacht haben werdet (ihn künstlich umgeschaffen habt), werdet ihr das Meer hineinleiten. Es ist erlaubt, daß an allen Orten eure Däche (zurück)strahlen, hier daraufgestzt auf Berge zu einer weiten Aussicht über Länder und Meer, dort aus der Ebene in die Höhe der Berge hinaufgeführt, auch wenn ihr viel (viele Dinge) gebaut haben werdet (habt), auch wenn ungeheur große (Dinge), dennoch seid ihr sowohl einzelne als auch sehr kleine (unbedeutende) Körper.
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decurio
(vor allem meine Rekruten sind "unbedeutende Körper")

SENECA: BRIEF 89, 20

Wie weit werdet ihr die Grenzen eurer Besitzungen ausdehnen? Ein Feld, das ein ganzes Volk aufnimmt, ist einem einzigen Herrn zu eng. Wie weit werdet ihr eure Ackerländer ausdehnen, nicht einmal zufrieden mit dem Raum der Provinzen, um zu begrenzen die Größe eurer Landgüter? Es gibt den Lauf berühmter Flüsse durch Privatland und große Ströme als Grenzen der Völker bis zur Mündung von der Quelle sind euer. Auch dies ist (euch) zu wenig, wenn ihr nicht (außer wenn; es sei denn, daß) die Meere mit euren Landgütern umgeben habt, wenn nicht jenseits der Adria, des Ionischen und Aegaeischen Meeres euer Verwalter herrscht, wenn nicht Inseln, Wohnsitze großer Feldherren, unter die geringsten der Dinge gezählt werden. Wie sehr ihr wollt, besitzt weithin, es sei Grundbesitz, was einst (einmal) ein Reich genannt wurde, macht zu dem Euren, was auch immer (alles, was) ihr könnt, bis (solange) mehr des fremden (Bodens) (vorhanden) ist.
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decurio

LUDUS, QUI "GOLFUS" DICITUR: QUID SIT IMPETUS PERFECTUS.

Gleich der 2. Satz meiner nächsten Übersetzung könnte eine Vorwegnahme der Kritik am Golfspielen sein!