Murmillo-Archiv

Freitag, 10. Oktober 2014

ARISTOTELES: POLITIK I, 2: BIN LEIDER ANDERER MEINUNG!

"Als Erstes ist es notwendig, daß sich jene Wesen verbinden, die ohne einander nicht bestehen können, einerseits das Weibliche und das Männliche der Fortpflanzung wegen (und dies nicht aus freier Entscheidung, sondern weil es wie anderswo, bei den Tieren und Pflanzen, ein naturgemäßes Streben ist, eine anderes Wesen zu hinterlassen, das einem selbst gleich ist)..." (Übers.: O. Gigon)
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1.) Ich kann sehr wohl-im Gegensatz zur Majorität- ohne das Weibliche bestehen! Fühle mich nämlich auch so vollständig! No woman, no cry.
2.) Ich für meinen Teil stehe nicht-um mit Freund SCHOPENHAUER zu reden-"im Dienste der Gattung". Besonders lustig finde ich den Passus "und dies nicht aus freier Entscheidung" und den Vergleich mit den Tieren und Pflanzen. Es ist ja kein Geheimnis, daß die meisten nicht geplant, sondern Zufallsprodukte sind oder wie es bei KARL MAY an einigen Stellen sinngemäß heißt: "Produkte einer traurigen Liebesnacht".
3.) Der Mensch habe ein naturgemäßes Streben, ein anderes Lebewesen zu hinterlassen: Ich nicht!
Darüber hinaus ein Wesen, das einem gleicht: Bloß nicht! Ein kritischer Blick in den Spiegel würde so manchen vielleicht davon abhalten, seine fragwürdigen Gene weiterzugeben.
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SCHÖN BLÖD!-PLATONS DIALOG KRITON

Im 12. Kapitel von PLATONS Dialog "KRITON" versucht SOKRATES dem KRITON umständlich zu erklären, warum er nicht aus dem Gefängnis fliehen will. Und das obwohl ihm die Hinrichtung durch den Giftbecher droht!
Hier kann man mal wieder schön sehen, wohin einen die Philosophie und der Idealismus führen kann. Das Verhalten des Sokrates ist völlig naturwidrig und dem Selbsterhaltungstrieb entgegengesetzt! Gut, wenn ein alter Sack wie SOKRATES beschlossen hat, einen spektakulären Abgang (exitus triumphalis) zu machen, so ist das allein seine Sache. Er wäre sowieso bald gestorben. Doch schlimm ist es, dies als Musterbeispiel hinzustellen, das andere vielleicht zur Nachahmung motiviert.
Ein "normaler" Mensch (bei dem die Instinkte noch intakt sind) würde sich in so einer Situation verpissen. Ich jedenfalls hätte den Abflug gemacht und nicht wie SOKRATES stundenlang über ideales Verhalten debattiert.
Also, liebe Schüler, lest nicht den KRITON (und schon gar nicht, falls ihr mal im Gefängnis sitzt). Beschäftigt euch lieber mit römischer Militärgeschichte, das ist a) erbaulicher und b) gesünder. Auch wenn es euren "Müslipädagogen" nicht gefällt. Ein Besuch auf unserer Militärseite "primigenia-pia-fidelis. blogspot.de" ist daher unbedingt anzuempfehlen.
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Centurio

Mittwoch, 8. Oktober 2014

AD OVIDIUM MET. X, 1-18 COMMENTARIUS

inde: von Kreta
per aethera: griech. Akk. (lernt Altgriechisch!)
amictus: Schleiertuch; die röm. Braut trug ein gelbes Tuch; der Hochzeitsgott erscheint hier in diesem Gewand
Cicones: thrak. Volk: O. ist in Thrakien heimisch
nequiquam: zwecklos
Orphea voce=voce Orphei; der Hochzeitsgott Hymen war zur Hochzeit eingeladen
vocatur: ad nuptias
ille adfuit: die Hochzeit fand statt
sollemnia verba=Hochzeitslieder
omen: die Römer beobachteten bei allen wichtigen Ereignissen die Vorzeichen
fax: die Braut wurde im Schein der Fackel in das Haus des Mannes gebracht; Wahrzeichen und Symbol des Hymen; das Brennen der Fackel: Vorzeichen für eine gute bzw. schlechte Ehe
stridula fuit=zischte
lacrimoso fumo: abl. qual.
nullos invenit ignes: kam nicht zum Brennen=böses Vorzeichen
gravior: erg. erat=schlimmer
nupta nova=die Neuvermählte
herbae=Wiesen
Naiadum: Die Najaden waren als Hochzeitsgäste anwesend. Eurydike ist eine Najade!
comitatus: passivisch!
serpentis dente recepto=von einer Schlange gebissen
Quam...deflevit: O. hatte seine Klagen zu den Lüften der Oberwelt (den oberirdischen Göttern) geschickt
Rhodopeius vates: Orpheus
ne non temptaret=um nichts unversucht zu lassen
et=etiam
Styga: griech Akk.; Styx=Unterweltsfluß
Taenaria porta: abl. instr. für per Taenariam portam
leves populos: die Toten sind Schatten!
simulacra functa sepulcro="Schattenbeilder, die ein Grab erlangt hatten"
Persephonen: griech. Akk. (lernt Altgriech. (!); s.o.)
inamoenus=unfreundlich
nervos pellere=die Saiten mit einem Stäbchen schlagen
carmina: dichter. Plural
ordne: o numina mundi sub terra positi (dt: ein Ausdruck: Unterwelt(s)gottheiten)
recidere=hinabsinken; reccidimus: aus "rececidimus"
quidquid mortale=omnes, qui mortales
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Quelle: Schöningh







OVIDIUS: METAMORPHOSES X, 1-18: ORPHEUS UND EURYDIKE: HOCHZEIT; TOD; GANG IN DIE UNTERWELT

Inde (Von dort) per immensum (durch die unendlich weite) croceo velatus amictu (durch safrangelben Umhang verhüllt)
aethera (Luft; Luftraum) disgreditur (schreitet; geht er weg) Ciconumque Hymenaeus ad oras (der Hochzeutsgott (Hymen) zu den Küsten der Ciconen)
tendit (eilt er) et Orphea nequiquam voce vocatur (und wird vergeblich von des Orpheus Stimme gerufen).
Adfuit (Zwar war jener da), sed nec sollemnia verba (doch nicht die feierlichen Gesänge; Lieder)
nec laetos vultus (noch frohe Mienen); ein frohes Gesicht; Gesichtsausdruck) nec felix attulit omen (noch brachte er ein günstiges Vorzeichen herbei);
fax quoque (auch eine Fackel), quam tenuit (die er hielt), lacrimoso stridula fumo (zischend durch tränenerzeugenden Rauch)
usque fuit (war in einem fort; unaufhörlich; d.h. die Fackel qualmte ununterbrochen) nullosque invenit motibus ignes (und "fand" keine "Feuer" durch Bewegungen; "fing kein Feuer im Schwunge"; R. Suchier; ließ sich wegen der Bewegungen nicht entflammen)
exitus auspicio gravior (schwerwiegender; schlimmer als das Zeichen des Ausgangs). Nam nupta per herbas (Denn die Verheiratete-durch die Gräser)
dum nova naiadum turba comitata vagatur (während; als sie umherstreift, begleitet durch die Schar der Najaden; "der Najaden Schar"; poeta sum!)
occidit (ging sie zugrunde; starb sie) in talum serpentis dente recepto (nachdem sie einen Biß der Schlange (Schlangenbiß) in den Knöchel empfangen hatte).
Quam satis ad superos postquam Rhodopeius auras
delflevit vates (Als; nachdem diese genug der Rhodopeische Sänger (Seher) zu den Lüften (zum Himmel) hin beweinte), ne non temptaret et umbras (um auch die "Schatten" zu "versuchen"; damit er auch die Schatten versuchte; d.h. er machte einen Versuch in der Schattenwelt),
ad Stygia Taenaria est ausus descendere porta (wagte er zum Styx hinabzusteigen durch das tänarische Tor)
perque leves populos (und durch "luftiges Volk" (Suchier; leichte Luftgebilde) simulacraque functa sepulcro (und durch tote Trugbilder hindurch; "Bilder, das Grab überstehend; erleidend")
Persephonen adiit (wandte er sich an Persephone; ging er zu P. hin) inamoenaque regna tenentem (und zu dem "unfreundliche (unerfreuliche; freudlose) Reiche haltenden")
umbrarum dominum ( Herrn der Schatten) pulsisque ad carmina nervis (und nachdem er zu seinen Gesängen die Saiten angeschlagen hatte)
sic ait (spricht er so): 'o positi sub terra numina mundi (ihr Götter der "unter die Erde gelegten" Welt;=Unterwelt),
in quem reccidimus (in die wir zurückfallen (der wir verfallen; verhaftet sind)), quidquid mortale creamur ("als was auch immer Sterbliches wir geschaffen werden"; "so viele wir sterblich erwachsen"; Suchier; "soviel wir sterblich gezeugt sind"; E. Rösch): ...
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tribunus

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Donnerstag, 2. Oktober 2014

VITIUM CULTURA "AD STRATAM VINOSAM" (WEINBAU AN DER WEINSTRASSE)

Secundum COLUMELLAM (65 p. Chr. n.) in vasis ex plumbo factis e musto coquendo (fervendo; fervefaciendo) "sappam" aut "defrutum" faciebatur (parabatur).
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Nach COLUMELLA (65 n. Chr.) wurde in Gefäßen, die aus Blei hergestellt waren, durch Kochen "Sappa" oder "Defrutum" hergestellt (erzeugt).
(=Süßungsmittel zur Verbesserung des Weines (bzw. zum Panschen; AdV.)).
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Die Weinstraße, Porträt einer Landschaft; hrg. v. M. Geiger u.a.
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---tribunus

OVIDIUS: METAMORPHOSEN, V, 409-418: CYANE

Est medium CYANES et Pisaeae Arethusae (Es ist die Mitte (das Mittlere der) zwischen CYANE und der pisäischen Arethusa),
quod coit angustis inclusum cornibus aequor (welche (als) Meeresfläche, durch enge Landzungen ("Hörner") eingeschlossen, "zusammengeht;-tritt"; svw. eingeengt ist):
hic fuit (dort war), a cuius stagnum quoque nomine dictum est (von/ nach deren Namen auch ein See (stehendes Wasser; Weiher; Teich) benannt ist; Ätiologie),
inter Sicelidas CYANE celeberrima nymphas (Cyane, die berühmteste ("hochberühmte") der sicilischen Nymphen;).
Gurgite quae medio (Diese-mitten aus dem Teich (Wasser; See) summa tenus exstitit alvo (erhob (zeigte sich; kam zum Vorschein) sich bis zum "höchsten (obersten) Bauch"; "zu Leibes Höh'" (E. Rösch); wo auch immer das ist; AdV.)
agnovitque deam (und erkannte die Göttin) "nec longius ibitis!" inquit ("nicht weiter werdet ihr gehen", sprach sie),
"non potes ("du kannst nicht) invitae Cereris (gegen den Willen der Ceres) gener esse (ihr Schwiegersohn sein): non roganda,
non rapienda fuit (zu bitten, nicht zu rauben wäre sie gewesen; sie hätte gebeten, nicht geraubt werden dürfen)! Quodsi componere magnis (Wenn nun zu vergleichen mit Großem)
parva mihi fas est (Kleines mir erlaubt ist; ich darf), et me dilexit Anapis (mich hat auch Anapis geliebt; A. liebte auch mich; auch mich...):
exorata tamen (doch gebeten), nec, ut haec (und nicht, wie diese), exterrita nupsi (eingeschüchtert habe ich ihn geheiratet; habe ich mich ihm anvermählt).-
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CYANE ist entrüstet über das brutale Vorgehen des Dis. Sie will der PROSERPINA helfen, doch sie ist hilflos. CYANE steht hier für die richtige Haltung, PLUTO für die falsche. Wie immer in der Welt unterliegt das Gute. Die Opfer leiden, der Schurke triumphiert! "Schön"!
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by tribunus


Mittwoch, 1. Oktober 2014

MUNDUS INSANUS (DELIRUS) TACHYONUM

His temporibus (Hodie) doctrina theoretica de rerum natura  temporis conversionem fieri posse existimat. Theoria relativa specifica (vide Unum Saxum) (nobis) docet: Si quod corpus luce velocius movetur, per tempora praeterita redit (temporaliter retroversum est). Lux autem ducenta milia milium passuum minima parte horae (una "secunda") conficit. Quae celeritas extrema (ultima; terminus) est. Nullam rem luce citeriorem esse posse didicimus (audivivus; cognovimus). Physici vero postulant esse particula aliqua, quae etiam citiora sint. Haec tachyones nominantur (dicuntur). Tachyonibus etiam nuntios mittere licet. Haec eo modo (sic) fiunt: A nuntium tachyonicum ad B, si dicere mihi licet, hora undevicesima et dimidia (de tertia vigilia; hora dimidia tertiae vigiliae confecta) mittit, quod paulum sero est. Si tachyones magnopere properant (maturant) ad B exempli causa hora septima decima (hora secunda vigiliae secundae consumpta) advenient. Quo tempore etiam telephonari fas est (potest). Quod igitur est? B. nuntium accipiet, antequam missus est. Praeterea de re certior fiet (ei nuntius affertur), quae (qui) nondum accidit (acciderit; konzessiv). Itaque B res futuras providebit. Non omnibus iuvat! Nunc B nuntium ad A remittit, ubi hora quinta decima et dimidia (hora dimidia vigiliae secundae completa) adveniet. Ergo A nuntium tribus horis, priusquam misit, recipiet. In tachyonum mundo omnia eversa sunt. Consecutio enim, quae "si-tum" dicitur, in eam mutatur, quae "tum-si" appellatur. Responsa ante quaestiones dantur (sunt). Sed physici (rerum naturae periti) rep(p)ererunt: EXPERIMENTA TACHYONICA
FIERI NON POSSUNT.
Physici ad lucis celeritatem accelerari possunt, quod valetudini bonum fore non dicitur.
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Correctio: Der Tag wurde in 12 h eingeteilt. Diese konnten je nach Helligkeit im Sommer und Winter variieren! Der Tag begann morgens um 6 (Morgenstund ist ungesund; hat Blei im Mund). Die "hora tertia" war also um 9 Uhr. So etwas wie 13 Uhr 29 gab es nicht. Pünktlichkeit in unserem heutigen Sinne war unbekannt.
Die Nacht wurde in 4 Nachtwachen eingeteilt (beim Miltär). Jede Nachtwache hatte 3 h. Die erste begann um 18 Uhr: prima vigilia
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de tertia vigilia: noch während der 3. Wache (unmittelbar nach Mitternacht)
0 Uhr 30: post horam dimidiam vigiliae tertiae
23 Uhr: hora secunda (completa) secundae vigiliae
21 Uhr 30: hora dimidia consumpta (confecta) vigiliae secundae
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text and idea
by tribunus






NON FIERI