Murmillo-Archiv

Donnerstag, 15. Januar 2015

NEUE POSTS AUF "DIEREICHSBURG. BLOGSPOT"

1.) JOSCELIN II: "TRUNK UND SCHWELGEREI"
2.) FULKO VON ANJOU: DER FLUCH DES HASEN
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Deus lo vult!---

Sonntag, 11. Januar 2015

EILNACHRICHT

Im gemeinsamen Briefkasten ist Post.

Gruß!

KALKRIESE: DER TOD EINES ARMEN MAULTIERS

Unfreiwilliger Kriegsteilnehmer bei der "Varusschlacht" war ein Maultier, das nach 2000 Jahren wieder ans Tageslicht kam. Rekonstruktion des Geschehens:
Am letzten Tag der Schlacht hatten sich die Germanen am Engpass von KALKRIESE hinter einem Wall verbarrikadiert. Die Wallanlage wies Tore auf, durch die die Germanen den Heereszug der Römer attackierten und sich danach wieder schnell zurückzogen. Auf der rechten Seite gab es ein Moor. Das Gelände war also für die Römer ungünstig, da sie sich nicht formieren konnten. Hinzu kam tagelanger Regen, der die Schilde unbrauchbar gemacht hatte.
Im allgemeinen Chaos geriet das Maultier in Panik und riß sich vom Wagen los. Das Tier rannte durch die Reihen der Römer auf den Wall zu. Auf dem rutschigen Boden stolperte es über die eigene Kette und fiel zu Boden (Genickbruch!). Der Kadaver wurde teilweise durch den Wall verschüttet und teilweise von wilden Tieren gefressen. Auffallend war der große Phosphorgehalt des Bodens, der entweder auf die vielen Erschlagenen zurückzuführen ist oder auf Düngung.
Unter dem Wall wurden noch weitere Maultiere gefunden, allesamt Stuten. Eines davon war vier Jahre alt. Die ersten drei Lebensjahre hatte es im Mittelmeergebiet verbracht, was von H.-P. UERPMANN durch die Sauerstoffisotope der Zähne festgestellt wurde. Neben einem Tier, das fünf Jahre alt war, fand man einen Bronzeglocke. Der Kupfergehalt der Glocke verhinderte die Auflösung der Knochen. Die Glocke war kaputt, wurde repariert, mit Erbsenstroh ausgestopft und als Deichselkappe verwendet. Unglaublich, was die Arcäologen alles herausfanden! Sie konnten sogar die Herkunft des Erbsenstrohs ermitteln: Es stammte aus Gallien.
---decurio

Donnerstag, 8. Januar 2015

SENECAS TANTE

..muß eine resolute Frau gewesen sein.
SENECAS Gesundheit war nicht die beste, und so reiste er nach Ägypten, weil er sich von dem trockenen Klima Heilung versprach. Dort lebte sein Onkel GALERIUS, der Statthalter war. Seine Tante, die eine Halbschwester der Mutter war, kümmerte sich dort in rührender Weise um ihn (vgl. Ad Helviam 19, 1). Der Aufennthalt in Ägypten prägte SENECA nachhaltig. 31 fuhr er, wieder halbwegs fit, nach Rom zurück, wo er 39 Ädil wurde. Dabei hatte wahrscheinlich die energische Tante ihre Finger im Spiel. Diese hatte auch "connections" zum "Germanicus-Kreis". SEIANUS, ein übler Zeitgenosse, dem übrigens GALERIUS anhing, stand diesem Kreis feindlich gegenüber. Als dieser gestürzt war, gewann der "Germanicus-Kreis" an Einfluß.--- SENECA wurde schon früh "in die Strömungen am Hof hineingezogen". CALIGULA, der irre Kaiser, war dem "Germanicus-Kreis" zunächst wohlwollend gesonnen (aber nur zunächst). Nachdem er mit dem Senat gebrochen hatte, änderte er seine Haltung. Als dann noch eine Verschwörung aufgedeckt wurde (C. Lentulus Gaetulicus/ M. Aemilius Lepidus), letzterer stand wahrscheinlich dem "Germanicus-Kreis" nahe, schlug CALIGULA brutal zu. Das Geringste war noch die Verbannung  seiner Schwestern, die er für Mitwisserinnen hielt (alles Verräter!). Und SENECA konnte er eh nicht ausstehen (vg. Suet. Calig. 24; Cass. Dio 59, 19, 7). Als dann CALIGULA ermordet wurde, bekam SENECA unter dem Kaiser CLAUDIUS (41-45; der mit dem Sprachfehler) langsam wieder "Oberwasser". MESSALINA allerdings, die Hure des Kaisers, wollte alle vernichten, die dem "Germanicus-Kreis" nahestanden. Sie behauptete also, daß die 24jährige LIVILLA, die Tochter des GERMANICUS, ein Verhältnis mit SENECA gehabt hätte. Kurzum: Beide wurden verbannt, LIVILLA sogar ermordet (42 n.).
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Es ging also sprichwörtlich zu, wie im alten Rom.
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Quelle: SENECA: DE TRANQUILITATE ANIMI, RECLAM, Stuttgart 1984, Nachwort.
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decurio

CICERO: DE LEGIBUS I: Zentrale Gedanken (2)

CICEROS Rede geht, wie er selbst sagt, "auf die Festigung von Gemeinwesen". Er ist sich bewußt darüber, daß er nicht bei allen Beifall findet, was unmöglich ist. Also wendet er sich an diejenigen, die alles Rechte und "Sittlich-Schöne" für erstrebenswert halten. Diese zählen zu den Gütern, "was an sich lobenswert" ist. Jedenfalls halten sie dies nicht für ein großes Gut,  was nicht "von sich aus wahrhaft gelobt werden könnte."
1.) Manche von ihnen folgen u.a. der "schwierigen und stolzen, aber doch schon gebrochenen und widerlegten Sekte des ARISTON: Dieser lehrt: Mit Ausnahme der Tugend und Laster könne man alles auf eine Stufe stellen, also in einen Topf werfen, wie wir heute sagen.
2.) Es gibt keine Entsühnung für Verbrechen wider die Menschen und Götter!
3.) Frevler werden durch die "Beklommenheit des Gewissens" verfolgt.
4.) Wen nur Furcht vor Srafe abschreckt, ist nicht wahrhaft gerecht; wäre es so, dann wären wir alle "gerecht"; abschrecken sollte vielmehr die "Schändlichkeit an sich"; würde allein die Strafe abschrecken, dann wären lediglich die Unvorsichtigen, also die, die sich erwischen lassen, die Ruchlosen!
5.) "schlau" ist nicht unbedingt mit "gut" gleichzusetzen!
6.) der "vir bonus": er ist von Natur aus gerecht und gut; er denkt nicht primär an seinen Vorteil.
7.) der "vir malus" (Antithese zum v. b.) streitet alles ab, weil er Angst hat, daß was durchsickert; er rechtfertigt sich ständig selber.
8.) zu denken, alles sei an den Einrichtungen der Völker gerecht, ist dumm (vgl. die Gesetze der Tyrannen)
9.) Gesetz="richtige Vernunft im Befehlen und Verbieten"; s.o.
10.) wer dies nicht kennt=ungerecht
11.)keine Gerechtigkeit, " wenn sie nicht von Natur ist"!
12.) Gerechtigkeit, die "aus der Nützlichkeit aufgestellt wird", wird durch "diese Nützlichkeit wieder zerstört" (paradox, aber wahr; s. profitgierige Juristen und dergl.)
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decurio---

Dienstag, 6. Januar 2015

WHEN I LOOK AT MY PUPILS, I GET THE BLUES!

mit Ausnahme weniger!
BONUM ANNUM NOVUM FELICEM!

CICERO: DE LEGIBUS I: ZENTRALE GEDANKEN 1

1.) In der Geschichtsschreibung herrschen andere Gesetze wie in der Dichtung.
2.) Es gibt Politiker, die Großes ankündigen, sich aber mit Kleinem beschäftigen.
(Es gibt auch vaterlandslose Gesellen; die Redaktion)
3.) Nichts geringer, als einen Rat zu geben (I need money and no advice; die Redaktion).
4.) Der menschliche Sinn hält "gewaltige Macht an besten Dingen" umschlossen (und jede Menge Mist; die Redaktion).
5.) Die Wurzel des Rechts sei von der Natur abzuleiten (von mir aus).
6.) Natur von Göttern durch ihre Macht und Vernunft gelenkt (man sieht's ja).
7.) Nichts göttlicher als Vernunft (stimmt; dem spirituellen Mittelalter hätte ein wenig Vernunft mehr gutgetan).
8.) Vernunft kann sich zu Weisheit entwickeln (eher nicht; die Redaktion).
9.) Diese ist sowohl in Gott wie im Menschen.
10.) Vernunft heißt auch richtige Vernunft.
11.) Mensch hat mit Gott Teilhaberschaft an Vernunft.
12.) Vernunft=Gesetz
13.) Mensch mit Gott durch Gesetz vereinigt.
14.) Welt="gemeinsamer Staat von Göttern und Menschen"
15.) Verwandtschaft zu den Göttern (Gott ist eine Hypothese! Redaktion.)
16.) Seele=göttliches Geschenk (Seele=Hypothese! Redaktion. Nur gut, daß man nichts beweisen muß!)
17.) Gott erkennen=sich erinnern, woher wir stammen (wir kommen aus dem Nichts und gehen ins Nichts; die Redaktion)
18.) Wesensvollendung="völlig ausgebildete und zum höchsten Ende geführte Natur" (kann ich nirgends erkennen; Redaktion)
19.) kein zufälliges Entstehen (doch!)
20.) Natur=Lehrmeisterin
21.) der Mensch "hat von sehr vielen Dingen dunkle und nicht recht entwickelte Vorstellungen" (die meisten haben gar keine Ahnung; das macht aber nix; die Redaktion)
22.) Himmel=geistige Heimat (Hypothese! Vielleicht eher die Hölle. Redaktion.)
23.) Natur schreite von sich aus voran
24.) sie festige die Vernunft und führe sie zu Ende (nur bei wenigen; Redaktion)
25.) wir werden durch Gewohnheiten verbogen
26.) wir haben "nichtige Einbildungen" (manche haben fixe Ideen; die Redaktion)
27.) eine einzige Definiton für alle Menschen (alle gleich schlecht; Redaktion)
28.) "keine Verschiedenheit der Gattung"
29.) in der Seele angelegte (eingeprägte) Begriffe (bei den meisten gar nichts angelegt; Redaktion)
30.) Rede=Dolmetscherin der Seele
31.) Ähnlichkeiten im Richtigen wie Verkehrten (eher in letzterem)
32.) alle lassen sich von der Lust gewinnen (fressen, saufen und noch was; Redaktion)
33.) diese habe "gewisse Ähnlichkeit mit einem natürlichen Gut"
34.) aus ihr entstehen Erleichterungen, Annehmlichkeiten; ergo: aus "Irrtum des Geistes" wird etwas Heilsames (spirituelle Lustfeindlichkeit alter Männer)
35.)"aus einer ähnlichen Unwissenheit flieht man vor dem Tode"="Auflösung der Natur" (dissolutio naturae, so scheint es wenigstens); Cicero versucht hier den Tod kleinzureden; Redaktion.
36.) Leben wird erstrebt, weil es uns zusammenhält.
37.) Schmerz=größtes Übel; Grund: seine Schärfe und "weil ihm die Vernichtung der Natur zu folgen scheint" (interitus)
38.) Ähnlichkeit zwischen Sittlichkeit und Ruhm: daher scheinen die Geehrten glücklich (vielleicht sind sie es ja; Redaktion)
39.) Unser aller Sinn: von Bekümmernissen durchzogen.
40.) das ganze menschliche Geschlecht: untereinander "vergesellschaftet"
42.) Teilhabe am Recht von Natur aus
43.) Anlage gut, Verderbnis durch schlechte Gewohnheit; die Funken, die von Natur aus gegeben sind, werden so ausgelöscht.
44.) Natur gab uns Vernunft, also auch richtige Vernunft=Gesetz="richtige Vernunft im befehlen und verbieten
45.) hat man das Recht, dann auch das Gesetz; allen Vernunft gegeben, also auch Recht
46.)Sokrates verdammt den, "der zuerst den Nutzen vom Recht getrennt" hatte="Quelle aller Katastrophen" (Juristen?)
47.) der Weise liebt sich "um nichts mehr als den anderen" (weil er ein wenig vertrottelt ist; die Redaktion)
48.) Recht muß man in der Natur begründen; s. o.
49.) alle haben "eine Art natürlicher Zuneigung und narürliches Wohlwollen" (nicht ich; die Redaktion)
50.) Gesetze und Recht nicht von der Natur zu trennen; s. o.
51.) was einst als Ganzes erörtert wurde, wird nun nach Gliedern zerlegt
52.) das Rechte und Sittlich-Schöne"=" an sich (für) erstrebenswert"
53.) man solle für ein Gut ansehen, was von sich aus wahrhaft gelobt wird
54.) manche stellen alles auf eine Stufe mit Ausnahme der Tugenden und Laster
(bis ca. Kap. 46)
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