NARCISSUS wächst heran zu einem arroganten Schnösel. Er verschmäht ECHO. Die Sünde des NARCISSUS ist also seine Hybris (superbia).Vielleicht war ihm auch ECHO zu geschwätzig. Die Geschwätzigkeit wurde einst ECHO nämlich zum Verhängnis. Als JUPITER wieder einmal mit Nymphen "rummachte" (fremdging), soll ECHO durch ihr Geschwätz die JUNO an der Entdeckung gehindert haben. Dafür wurde ihre Sprache so verkürzt, daß sie nur von Worten, die sie hört, die letzten wiedergeben kann (359 f.). Das ist für ein Vielrednerin die Höchststrafe.
ECHO sieht nun den NARCISSUS, wie er durchs Gelände streift (per devia rura vagantem; devius=abgelegen; einsam; "in pfadlosen Fluren"; R. Suchier). Sofort fängt sie Feuer (incaluit). Heimlich folgt sie ihm und je mehr sie ihm folgt ("nachrennt"), desto mehr "erglüht" sie (Chiasmus: incaluit; sequitur: sequitur; calescit; evtl. Trikolon: vidit; incaluit; sequitur). Es folgt einer der "gefürchteten" Vergleiche: ihr ergeht es wie dem Schwefel auf den Fackeln (sulphura; Plural zur Steigerung und Verdeutlichung des Vorgangs; s. Exempla 7; Lat. Texte; Ovid: Metamorphosen; bearb. v. H.-J. Glücklich), der die Flammen, die man heranbringt, geradezu "an sich reißt" (rapiunt; dadurch wird das Rasante des Vorgangs betont).
ECHO wollte sich oft schon dem NARCISSUS mit süßen Worten nähern, ja sie wollte ihn sogar bitten. Doch die Natur verwehrt es ihr (repugnat; nec sinit; incipiat: dreigliedriger Ausdruck; Kürze des Ausdrucks; rasche Abfolge; die Abruptheit nachbildend). Allein das läßt die Natur zu: ECHO kann nur auf Töne warten, auf die hin sie ihre Worte "zurückschicken" kann (Erklärung des Echos; Ätiologie).
Worin besteht nun das Fehlverhalten des NARCISSUS? Antwort: in "dura superbia", in seinem harten Stolz (v. 354) sowie in der Verschmähung und Kränkung der Nymphe (v. 393-404). ECHO dagegen redet zuviel und kommt damit auch noch einer Göttin ins Gehege. NARCISSUS zeigt zuviel "kalte Schulter", ECHO dagegen ist allzu gesprächig und exaltiert. Beides sind einander entgegengesetzte Verhaltensweisen, die nicht der "klassischen Mitte" (mesotes) entsprechen. Somit sind ihre Schicksale vergleichbar.
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tribunus
Doch die
Murmillo-Archiv
Mittwoch, 15. Oktober 2014
OVID: MET. III, 339-510=NARCISSUS UND ECHO
VORGESCHICHTE: LIRIOPE, eine schöne Wassernymphe, wird von dem Flußgott CEPHISUS vergewaltigt (Schwein!). Aus dieser unseligen Verbindung ensteht ein Sohn: NARCISSUS. Dieser ist nicht ein Kind der Liebe, sondern der Gewalt und der primitiven Begierde. LIRIOPE, die besorgt um die Zukunft ihres Sohnes ist, befragt den blinden Seher TIRESIAS (Seher sind immer blind; meine Schüler auch, aber sie sind keine Seher; vide 342-346). TIRESIAS ist ein zwittriges Wesen, das mehrfach das Geschlecht gewechselt hat (könnte mir was Besseres vorstellen). Als sich JUPITER und sein Hausdrache JUNO stritten, wer bei der Liebe mehr auf seine Kosten kommt, Mann oder Frau, ziehen sie den TIRESIAS als "expert" hinzu. Dieser macht den Fehler zu sagen, es sei die Frau, wofür ihm JUNO das Augenlicht nimmt (ganz schön bigott, die sollte doch froh sein, daß es so ist). JUPITER, etwas versöhnlicher und immer in einer gewissen Opposition zu seiner Gattin, gibt dem TIRESIAS zum Troste die Sehergabe (Männer müssen zusammenhalten!). TIRESIAS kann nun die "res futurae" schauen und nicht nur das: er liegt immer goldrichtig mit seinen Prophezeiungen!
LIRIOPE fragt nun den Seher, ob ihrem Sohn ein hohes Alter vergönnt sei, worauf dieser kryptisch
antwortet: Si non noverit=wenn er sich selber nicht kennt (348). Alte Narren reden oft ungereimtes Zeug. Dunkel ward der Rede Sinn.
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tribunus
antwortet: Si non noverit
LIRIOPE fragt nun den Seher, ob ihrem Sohn ein hohes Alter vergönnt sei, worauf dieser kryptisch
antwortet: Si non noverit=wenn er sich selber nicht kennt (348). Alte Narren reden oft ungereimtes Zeug. Dunkel ward der Rede Sinn.
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tribunus
antwortet: Si non noverit
Dienstag, 14. Oktober 2014
CALLISTO UND ARCAS: OVID, MET. II, 401-530
1.) 401-416: JUPPITER repariert ARKADIEN von den Zerstörungen durch den Weltenbrand; er sieht CALLISTO; diese ist eine Anhängerin der DIANA.
2.) 417-440: JUPPITER verwandelt sich in die Gestalt der DIANA und fällt über sie her (das Schwein!).
3.) 441-462: Obwohl sie das Opfer ist, empfindet CALLISTO Schuld! Beim Baden fliegt alles auf.
4.) 463-484: DIANA verstößt CALLISTO (gerechte Welt!); sie bringt den ARCAS zur Welt; JUNO verwandelt sie in eine Bärin.
5.) 485-504: Sie wird von Jägern gehetzt und beinahe von ARCAS erschossen. Triumph der "Gerechtigkeit"!
6.) 505-507: JUPPITER versetzt CALLISTO und ARCAS unter die Gestirne. Wenigstens etwas.
7.) JUNO bringt OCEANUS und TETHYS dazu, daß die neuen Gestirne nicht im Meer untergehen (zirkumpolar heißt sowas).
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(Gliederung nach der Ausg. P. Ovidius Naso: Metamorphosen, von E. Rösch, Ernst Heimeran Verl. München 1961.)---
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tribunus
2.) 417-440: JUPPITER verwandelt sich in die Gestalt der DIANA und fällt über sie her (das Schwein!).
3.) 441-462: Obwohl sie das Opfer ist, empfindet CALLISTO Schuld! Beim Baden fliegt alles auf.
4.) 463-484: DIANA verstößt CALLISTO (gerechte Welt!); sie bringt den ARCAS zur Welt; JUNO verwandelt sie in eine Bärin.
5.) 485-504: Sie wird von Jägern gehetzt und beinahe von ARCAS erschossen. Triumph der "Gerechtigkeit"!
6.) 505-507: JUPPITER versetzt CALLISTO und ARCAS unter die Gestirne. Wenigstens etwas.
7.) JUNO bringt OCEANUS und TETHYS dazu, daß die neuen Gestirne nicht im Meer untergehen (zirkumpolar heißt sowas).
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(Gliederung nach der Ausg. P. Ovidius Naso: Metamorphosen, von E. Rösch, Ernst Heimeran Verl. München 1961.)---
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tribunus
OVID: DER CALLISTOMYTHOS (MET. II, 400-424)
Zeus, von Berufs wegen "omnipotenter" Gottvater (pater omnipotens) umschreitet gemessenen Schrittes (wie es der Würde eines Gottes geziemt) die gewaltigen Mauern der Himmelsburg (ingentia moenia caeli). Hier oben, weit über den kleinen Bestrebungen und Nöten der Sterblichen, ist (bzw. atmet) alles Größe. Was ist der Grund seines Tuns? Zeus aka Juppiter möchte die Himmelsveste inspizieren. Als er sieht, daß alles o.k. ist (ne quid labefactum=nichts wackelt; alles ist "firma suique roboris; also "optime"), kann er sich den "labores" der Menschen zuwenden. Dabei hat er einen geradezu genialen Aussichtspunkt, der ihm die berühmte olympische Schau der Dinge ermöglicht. Zeus hat den großen Überblick (perspicit), der den meisten Sterblichen abgeht. Doch was interessieren ihn die Menschlein mit ihren lächerlichen Problemen. Viel wichtiger ist ihm sein geliebtes Arkadien, wo er nach der Überlieferung geboren ist. Zunächst bringt er dort
(nicht ganz uneigennützig, wie wir sehen werden) die Natur wieder in Ordnung. Da geschieht es: er sieht eine Jungfrau (in virgine Nonacrina haesit). Sein Blick bleibt geradezu an ihr hängen (haesit). Er bekommt förmlich den Mund nicht mehr zu. Ganz ungöttlich durchfährt es ihn (accepti caluere sub ossibus ignes). Das Liebesfeuer caluere...ignes) brennt in seinen Knochen (sub ossibus)., ja es überwältigt ihn völlig, Zeus, der Gott, ist dem passiv ausgeliefert (accepti). Die Macht der Liebe ist größer als Zeus! Ihn, den Gott, ergreift eine Art wahnsinniger Raserei! (Liebe ist eine Form des Wahnsinns, so glaubten jedenfalls die alten Chinesen, und die mußten es ja genau wissen, da allesamt sehr weise!). Jetzt wird dem Leser klar, warum Zeus seinen himmlischen Sitz noch einmal durchgemustert hat: Er wollte auf die Erde! Warum? Da gibt es Jungfrauen "en masse", jedenfall gab es damals noch welche. Zeus, immer etwas "triebgestaut" sagt sich: "Nix wie hin zu den "virgines". Da greif' ich mirdoch eine!" Und nun trifft er auf Callisto, deren Namen übrigens nicht erwähnt wird. Callisto ist anders als die anderen, was den Zeus noch mehr anmacht. Sie hielt nichts von niedrigen Arbeiten wie Wolle zupfen. Auch Frisuren interessierten sie wenig (neglectos...capillos). Callisto ist also keine "Tussi" (wie wir heute sagen würden, es aber nicht sollten), sondern eine Amazone, die mit "iaculum" und "arcum" umzugehen weiß. Sie ist sogar "Dianas Soldat" ("miles erat Phoebes"). Also Vorsicht, Zeus, die Frau ist nicht das geborene Opfer wie sonst die harmlosen "Häschen", an die du dich ranmachst. Callisto kann sich wehren, etwa vergleichbar mit einer jungen Frau von heute, die Selbstverteidigung macht. Nun macht Callisto aber einen taktischen Fehler: Sie betritt einen Hain und legt sich hin. Callisto legt den Köcher ab, außerdem ist sie "fessam et custode vacantem". Jetzt schlägt die Stunde des Zeus, der sich an die "virgo" herangepirscht hat: Selbstgefällig sagt der Übeltäter: "hoc certe furtum coniunx mea nesciet" (meine Alte wird nichts davon erfahren). Wenn doch, macht auch nichts. Der Spaß war's wert: "aut si rescierit, sunt, o sunt iurgia tanti!". Also geh'n wir's an, on y va, wie der Franzose sagt.
(...)
---
wie immer "political correct"
tribunus
(nicht ganz uneigennützig, wie wir sehen werden) die Natur wieder in Ordnung. Da geschieht es: er sieht eine Jungfrau (in virgine Nonacrina haesit). Sein Blick bleibt geradezu an ihr hängen (haesit). Er bekommt förmlich den Mund nicht mehr zu. Ganz ungöttlich durchfährt es ihn (accepti caluere sub ossibus ignes). Das Liebesfeuer caluere...ignes) brennt in seinen Knochen (sub ossibus)., ja es überwältigt ihn völlig, Zeus, der Gott, ist dem passiv ausgeliefert (accepti). Die Macht der Liebe ist größer als Zeus! Ihn, den Gott, ergreift eine Art wahnsinniger Raserei! (Liebe ist eine Form des Wahnsinns, so glaubten jedenfalls die alten Chinesen, und die mußten es ja genau wissen, da allesamt sehr weise!). Jetzt wird dem Leser klar, warum Zeus seinen himmlischen Sitz noch einmal durchgemustert hat: Er wollte auf die Erde! Warum? Da gibt es Jungfrauen "en masse", jedenfall gab es damals noch welche. Zeus, immer etwas "triebgestaut" sagt sich: "Nix wie hin zu den "virgines". Da greif' ich mirdoch eine!" Und nun trifft er auf Callisto, deren Namen übrigens nicht erwähnt wird. Callisto ist anders als die anderen, was den Zeus noch mehr anmacht. Sie hielt nichts von niedrigen Arbeiten wie Wolle zupfen. Auch Frisuren interessierten sie wenig (neglectos...capillos). Callisto ist also keine "Tussi" (wie wir heute sagen würden, es aber nicht sollten), sondern eine Amazone, die mit "iaculum" und "arcum" umzugehen weiß. Sie ist sogar "Dianas Soldat" ("miles erat Phoebes"). Also Vorsicht, Zeus, die Frau ist nicht das geborene Opfer wie sonst die harmlosen "Häschen", an die du dich ranmachst. Callisto kann sich wehren, etwa vergleichbar mit einer jungen Frau von heute, die Selbstverteidigung macht. Nun macht Callisto aber einen taktischen Fehler: Sie betritt einen Hain und legt sich hin. Callisto legt den Köcher ab, außerdem ist sie "fessam et custode vacantem". Jetzt schlägt die Stunde des Zeus, der sich an die "virgo" herangepirscht hat: Selbstgefällig sagt der Übeltäter: "hoc certe furtum coniunx mea nesciet" (meine Alte wird nichts davon erfahren). Wenn doch, macht auch nichts. Der Spaß war's wert: "aut si rescierit, sunt, o sunt iurgia tanti!". Also geh'n wir's an, on y va, wie der Franzose sagt.
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wie immer "political correct"
tribunus
CARMINA BURANA
Carmina Burana (CB; Gedichte aus [Benedikt]beuern) ist eine Gedichtsammlung mit 254 Gedichten/Liedern aus dem 11.-13. Jhd, die erst 1803 im Kloster Benediktbeuern gefunden wurde. Sie enthalten Vagantenliteratur in satirisch gehaltenem Mittellatein, Mittelhochdeutsch und vereinzelt frühem Französisch und Provencalisch. Manchmal vermischen sie auch die verschiedenen Sprachen ("makaronisch").
Die Gedichte verarbeiten kulturelle Einflüsse aus verschiedenen Gegenden Europas und machen sich immer wieder über die katholische Kirche lustig. Es geht um Themen wie Moral, Liebe, Spiel und Gelage.
Viele Beiträge scheinen von fahrenden Studenten (Vaganten) zu stammen. Namentlich konnte man Peter von Blois und Walter von Chatillon identifizieren. Ein unbekannter Autor wird "Archipoeta" genannt.
Ein ähnliches Werk stellen nur die Carmina Cantabrigiensia dar.
24 Gedichte wurden im Jahre 1936 von Carl Orff vertont. "O Fortuna" wurde in verschiedenen Filmen verwendet.
Estuans interius
ira vehementi
in amaritudine
loquor mee menti:
factus de materia,
cinis elementi
similis sum folio,
de quo ludunt venti.
Cum sit enim proprium
viro sapienti
supra petram ponere
sedem fundamenti,
stultus ego comparor
fluvio labenti,
sub eodem tramite
nunquam permanenti.
Feror ego veluti
sine nauta navis,
ut per vias aeris
vaga fertur avis;
non me tenent vincula,
non me tenet clavis,
quero mihi similes
et adiungor pravis.
Mihi cordis gravitas
res videtur gravis;
iocis est amabilis
dulciorque favis;
quicquid Venus imperat,
labor est suavis,
que nunquam in cordibus
habitat ignavis.
Via lata gradior
more iuventutis
inplicor et vitiis
immemor virtutis,
voluptatis avidus
magis quam salutis,
mortuus in anima
curam gero cutis.
Vertonung
Vertonung
Die Gedichte verarbeiten kulturelle Einflüsse aus verschiedenen Gegenden Europas und machen sich immer wieder über die katholische Kirche lustig. Es geht um Themen wie Moral, Liebe, Spiel und Gelage.
Viele Beiträge scheinen von fahrenden Studenten (Vaganten) zu stammen. Namentlich konnte man Peter von Blois und Walter von Chatillon identifizieren. Ein unbekannter Autor wird "Archipoeta" genannt.
Ein ähnliches Werk stellen nur die Carmina Cantabrigiensia dar.
24 Gedichte wurden im Jahre 1936 von Carl Orff vertont. "O Fortuna" wurde in verschiedenen Filmen verwendet.
Estuans interius
ira vehementi
in amaritudine
loquor mee menti:
factus de materia,
cinis elementi
similis sum folio,
de quo ludunt venti.
Cum sit enim proprium
viro sapienti
supra petram ponere
sedem fundamenti,
stultus ego comparor
fluvio labenti,
sub eodem tramite
nunquam permanenti.
Feror ego veluti
sine nauta navis,
ut per vias aeris
vaga fertur avis;
non me tenent vincula,
non me tenet clavis,
quero mihi similes
et adiungor pravis.
Mihi cordis gravitas
res videtur gravis;
iocis est amabilis
dulciorque favis;
quicquid Venus imperat,
labor est suavis,
que nunquam in cordibus
habitat ignavis.
Via lata gradior
more iuventutis
inplicor et vitiis
immemor virtutis,
voluptatis avidus
magis quam salutis,
mortuus in anima
curam gero cutis.
Vertonung
Vertonung
Sonntag, 12. Oktober 2014
ARCUS COMPACTUS: TEXTE UND ÜBUNGEN
Der "ARCUS COMPACTUS" (eine Bearbeitung des "ARCUS") von J. BRANDES u. D. GAUL (Diesterweg) ist ein sehr schönes Lehrwerk, das eine "Einführung in spät beginnendes Latein" bietet und auf vereinfachte Originaltexte aufbaut. Aus dem Inhalt.
1) Alltag in Pompeji; römische Häuser (Pompej. Inschriften)
2) Tumult im Amphitheater; Spiele im Amphitheater (Tacitus, ann. XIV, 17)
3) Ein Tag auf dem Landgut; Zeiteinteilung (Plinius, ep. IX, 36)
4) Zu Gast bei Spurinna; die Mahlzeiten; griech. Einflüsse in Rom (Plinius, ep. III, 1)
5) Im Hause des Trimalchio; Sklaven und Freigelassene; röm. Hausgötter (Petron, cena Trimalchionis 28 ff.)
6) Die Steine sprechen; röm. Namen; Bestattung bei den Römern; Di Manes (Inschriften)
7) Studium in Athen; die Saturnalien (Gellius, noctes Atticae, XVIII, 2)
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1) Alltag in Pompeji; römische Häuser (Pompej. Inschriften)
2) Tumult im Amphitheater; Spiele im Amphitheater (Tacitus, ann. XIV, 17)
3) Ein Tag auf dem Landgut; Zeiteinteilung (Plinius, ep. IX, 36)
4) Zu Gast bei Spurinna; die Mahlzeiten; griech. Einflüsse in Rom (Plinius, ep. III, 1)
5) Im Hause des Trimalchio; Sklaven und Freigelassene; röm. Hausgötter (Petron, cena Trimalchionis 28 ff.)
6) Die Steine sprechen; röm. Namen; Bestattung bei den Römern; Di Manes (Inschriften)
7) Studium in Athen; die Saturnalien (Gellius, noctes Atticae, XVIII, 2)
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OVIDIUS: METAMORPHOSEN X, 19-35 (ORPHEUS UND EURYDICE)
si licet (wenn es erlaubt ist) et falsi positis ambagibus oris (und nachdem "die Umschweife des falschen Mundes abgelegt"; ohne Ausflüchte=Klartext)
vera loqui sinitis (ihr zulaßt, Wahres zu reden; sprechen), non huc (nicht hierher), ut opaca viderem
Tartara (um den schattigen Tartarus (die Unterwelt) zu sehen) descendi (bin ich herabgestiegen), nec uti villosa colubris
terna (noch um die drei mit Schlangen besetzten (schlangenhaarigen, schlangenumwundenen; zottigen; "schlangenumzottelt"; Stowasser) Medusaei vincirem guttura monstri (Kehlen des medusischen Ungeheuers zu fesseln):
causa viae est coniunx (der Grund für den Weg ist die Frau), in quam (gegen die; in die) calcata venenum
vipera diffudit (die getretene Schlange ihr Gift spritzte;weil sie drauftrat) crescentesque abstulit annos (und die "wachsenden"=jungen Jahre wegnahm).
posse pati volui (ich wollte es ertragen können) nec me temptasse negabo (und ich will nicht leugnen, daß ich es versucht habe; und ich sage nicht, daß ich es nicht probiert habe):
vicit Amor (es siegte (jedoch) die Liebe; der Liebesgott), supera deus hic bene notus in ora est (der Gott ist hier (dieser Gott) in der oberen Welt wohlbekannt);
an sit et hic (ob er es auch hier sei), dubito (bezweifle ich), sed et hic (aber auch hier) tamen auguror esse (vermute; ahne; sage ich ich dennoch voraus, daß er es ist),
famaque (und das Gerücht) si veteris non est mentita rapinae (wenn es nicht den "alten" Raub erfunden (erlogen) hat),
vos quoque iunxit amor (hat auch euch die Liebe verbunden). Per ego haec loca plena timoris (Ich-bei diesem Ort voll der Furcht; Schreckensort),
per chaos hoc ingens (bei diesem gewaltigen Chaos (="das gähnend Leere"; vgl. die Köpfe der meisten Schüler; AdV.) vastique silentia regni (und dem Schweigen des öden Reiches),
Euridices, oro (der E., ich bitte (euch)), properata retexite fata ("webt zurück den übereilten Schicksalsfaden"; macht das Schicksal der E. wieder rückgängig)!
Omnia debentur vobis (alles wird euch geschuldet; ist euch verfallen) paulumque morati (und (nur) ein wenig verweilend)
serius aut citius (später oder schneller=füher) sedem properamus ad unam (eilen wir zu dem einen "Wohnsitz") .
Tendimus huc omnes (wir streben alle hierher), haec est domus ultima (dies ist das letzte Haus; Behausung), vosque (und ihr)
humani generis longissima regna tenetis (und ihr haltet die längste Herrschaft über das menschliche Geschlecht in Händen=habt).
---
Tartarus, i u. Tartara, orum: tiefster Teil der Unterwelt (sozusagen die finsterste Abteilung)
Medusaeus: medusisch; die Medusa war so schrecklich, daß man versteinerte, wenn man sie nur anblickte! Sie hatte drei Köpfe!
terna=tria
retexere: das Schicksal als Faden, den die Schicksalsgöttinnen spinnen
EXEMPLA 7; Lat. Texte; OVID: METAMORPHOSEN; bearb. v. H.-J. GLÜCKLICH; Göttingen 2001; Vandenhoek & Ruprecht.
Beatus, qui hunc commentarium possidet.
---
ambagibus falsi oris positis: ohne langes Herumreden
nec...monstri: die Gurgeln sind mit Nattern versehen
Medusaei monstri: Kerberos, der Höllenhund; mindestens genauso schrecklich wie die Gorgo Medusa
crescentes annos=das zunehmende Alter
famaque si=et, si fama
rapina: Persephone wurde von Pluto entführt
orare per aliquid=bei etwas beschwörend bitten
chaos=Abgrund der Unterwelt; gleicht dem Urchaos vor Erschaffung der Welt; also ganz schön schrecklich!
properata retexite fata=macht das überstürzte Geschick wieder rückgängig!
morati: auf der Erde verweilend
sedem ad unam=ad inferos
tendere: hier: sich begeben
regna alicuius tenere=die Herrschaft über jemanden innehaben; ausüben
---
P. OVIDIUS NASO, Metamorphosen, bearb. v. K.-H. PRIDIK, Klett, altsprachliche Texte, Teil 1, Stuttg. u. a. 1998.
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Notabene: Ohne Kommentar ist man tot!
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Euer
Centurio und Ausbilder
vera loqui sinitis (ihr zulaßt, Wahres zu reden; sprechen), non huc (nicht hierher), ut opaca viderem
Tartara (um den schattigen Tartarus (die Unterwelt) zu sehen) descendi (bin ich herabgestiegen), nec uti villosa colubris
terna (noch um die drei mit Schlangen besetzten (schlangenhaarigen, schlangenumwundenen; zottigen; "schlangenumzottelt"; Stowasser) Medusaei vincirem guttura monstri (Kehlen des medusischen Ungeheuers zu fesseln):
causa viae est coniunx (der Grund für den Weg ist die Frau), in quam (gegen die; in die) calcata venenum
vipera diffudit (die getretene Schlange ihr Gift spritzte;weil sie drauftrat) crescentesque abstulit annos (und die "wachsenden"=jungen Jahre wegnahm).
posse pati volui (ich wollte es ertragen können) nec me temptasse negabo (und ich will nicht leugnen, daß ich es versucht habe; und ich sage nicht, daß ich es nicht probiert habe):
vicit Amor (es siegte (jedoch) die Liebe; der Liebesgott), supera deus hic bene notus in ora est (der Gott ist hier (dieser Gott) in der oberen Welt wohlbekannt);
an sit et hic (ob er es auch hier sei), dubito (bezweifle ich), sed et hic (aber auch hier) tamen auguror esse (vermute; ahne; sage ich ich dennoch voraus, daß er es ist),
famaque (und das Gerücht) si veteris non est mentita rapinae (wenn es nicht den "alten" Raub erfunden (erlogen) hat),
vos quoque iunxit amor (hat auch euch die Liebe verbunden). Per ego haec loca plena timoris (Ich-bei diesem Ort voll der Furcht; Schreckensort),
per chaos hoc ingens (bei diesem gewaltigen Chaos (="das gähnend Leere"; vgl. die Köpfe der meisten Schüler; AdV.) vastique silentia regni (und dem Schweigen des öden Reiches),
Euridices, oro (der E., ich bitte (euch)), properata retexite fata ("webt zurück den übereilten Schicksalsfaden"; macht das Schicksal der E. wieder rückgängig)!
Omnia debentur vobis (alles wird euch geschuldet; ist euch verfallen) paulumque morati (und (nur) ein wenig verweilend)
serius aut citius (später oder schneller=füher) sedem properamus ad unam (eilen wir zu dem einen "Wohnsitz") .
Tendimus huc omnes (wir streben alle hierher), haec est domus ultima (dies ist das letzte Haus; Behausung), vosque (und ihr)
humani generis longissima regna tenetis (und ihr haltet die längste Herrschaft über das menschliche Geschlecht in Händen=habt).
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Tartarus, i u. Tartara, orum: tiefster Teil der Unterwelt (sozusagen die finsterste Abteilung)
Medusaeus: medusisch; die Medusa war so schrecklich, daß man versteinerte, wenn man sie nur anblickte! Sie hatte drei Köpfe!
terna=tria
retexere: das Schicksal als Faden, den die Schicksalsgöttinnen spinnen
EXEMPLA 7; Lat. Texte; OVID: METAMORPHOSEN; bearb. v. H.-J. GLÜCKLICH; Göttingen 2001; Vandenhoek & Ruprecht.
Beatus, qui hunc commentarium possidet.
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ambagibus falsi oris positis: ohne langes Herumreden
nec...monstri: die Gurgeln sind mit Nattern versehen
Medusaei monstri: Kerberos, der Höllenhund; mindestens genauso schrecklich wie die Gorgo Medusa
crescentes annos=das zunehmende Alter
famaque si=et, si fama
rapina: Persephone wurde von Pluto entführt
orare per aliquid=bei etwas beschwörend bitten
chaos=Abgrund der Unterwelt; gleicht dem Urchaos vor Erschaffung der Welt; also ganz schön schrecklich!
properata retexite fata=macht das überstürzte Geschick wieder rückgängig!
morati: auf der Erde verweilend
sedem ad unam=ad inferos
tendere: hier: sich begeben
regna alicuius tenere=die Herrschaft über jemanden innehaben; ausüben
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P. OVIDIUS NASO, Metamorphosen, bearb. v. K.-H. PRIDIK, Klett, altsprachliche Texte, Teil 1, Stuttg. u. a. 1998.
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Notabene: Ohne Kommentar ist man tot!
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Centurio und Ausbilder
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