"LIBERATOR HAUD DUBIE GERMANIAE": NACH H. KESTING
(C. TACITUS: AB EXCESSU DIVI AUGUSTI II, 88)
Ein großes Lob des römischen Historikers, der auch den tapferen Gegner würdigte!
ARMINIUS, der Befreier Germaniens, war seiner Zeit weit voraus. Er erkannte, daß kleine und schwache Völker dem Imperium nicht die Stirn bieten konnten. Nur größeren Stammesverbänden wäre dies evtl. möglich. Auch taktisch war er ein Vordenker. So ersetzte er die germanische Keilformation durch eine bewegliche Kampfesweise, die sich dem Gelände anpaßte. Sein strategisches Denken zeigte sich darin, daß er klug den Ort des Kampfes auswählte.
H. KESTING schreibt:
"Bewundernswert ist auch militärisch: die alles bedenkende Vorausschau in der Planung und die Klugheit in der Durchführung der Feldzüge gegen Varus wie gegen Germanicus, politisch: das weise Maßhalten nach dem Siege."
So ging er in weiser Voraussicht nicht über den Rhein:
"Er beschränkte sich auf das Mögliche und Erreichbare."
Weitblick bewies er auch darin, daß er MARBOD, den König der MARKOMANNEN, zum gemeinsamen Handeln aufforderte, doch dieser zog es vor zu kneifen.
ARMINIUS, der dreimal soviel wert war wie ein MARBOD, kämpfte allein weiter. KESTING nennt verschiedene Faktoren, die für die Bedeutung einer historischen Persönlichkeit relevant sind: "der auf Persönlichkeit und CHARAKTERWERT beruhende Erfolg, die Stärke des Gegners, die Größe des Opfers, das für den Erfolg gebracht werden muß, die Folgen der Tat und ihre Weiterwirkungen. ALLE VIER VORAUSSETZUNGEN SIND FÜR ARMINIUS GEGEBEN."
Und er fährt fort:
"Ihm gegenüber stand das gewaltige Machtpotential des römischen Imperiums..."
Doch ARMINIUS gelang das fast Unmögliche:
"Durch die unerwartete und völlig überraschende Vernichtung eines kampfstarken römischen Eliteheeres von etwa 30 000 Mann wurde das weltbeherrschende Imperium in seinen Grundfesten erschüttert. Der Plan des AUGUSTUS, das Reich bis zur Elbe zu erweitern, war durch diese Niederlage gescheitert. Rom mußte sich mit der Rheingrenze begnügen und dort eine durch 50 Kastelle gesicherte Defensivlinie beziehen. Raum und Volk zwischen Rhein und Elbe blieben germanisch. Durch seinen Sieg hat ARMINIUS Germanien vor dem Schicksal Galliens und Spaniens, der politischen und kulturellen Fremdherrschaft durch Rom, bewahrt. Daß wir nicht Romanen geworden, sondern Germanen geblieben sind, verdanken wir den erfolgreichen Abwehrkämpfen gegen die römische Invasion."
So ist es! Doch kein Sieg ohne Opfer:
"Für dieses Ziel mußte ARMINIUS die größten menschlichen Opfer tragen. Seit der Gefangennahme von Frau und Sohn durch den Gegner hatte er die Geborgenheit in Haus und Familie verloren; sein politisches und militärisches Wirken war durch eine ständige seelische Belastung überschattet und beeinträchtigt."
ARMINIUS tat also das, wozu die meisten aus Feigheit und Trägheit nicht bereit sind: Er kämpfte für seine Ziele und Ideale und, was fast noch wichtiger ist, er war entschlossen, dies auch unter größten Opfern zu vollbringen.
Irgendwelche Vaterlandsverräter haben dennoch die Niedertracht besessen zu fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn Germanien romanisiert worden wäre. Ich sage: NIEMALS! Ins Moor mit denen! (Ich stelle mir mit Grausen Germanen vor, die französische Zigaretten rauchen und Croissants essen.)
Wir wären dann zweifellos genauso dekadent wie die Römer geworden!
"Die Erhaltung der im Volke gewachsenen Kulturwerte ist wesentlich ARMINIUS zu verdanken, weil er durch die Vereitelung der Romanisierung die Voraussetzung dafür geschaffen hat."
Doch im Jahre 21 n. Chr. traf den einsamen Kämpfer die Ungunst des Schicksals in Form seiner "krummen", verräterischen Verwandtschaft, die für alle Zeiten verdammt sei:
"Da seine Landsleute sein Wirken nicht verstanden, wurde er i. J. 21, zwölf Jahre nach der Varusschlacht von den Verwandten seiner Frau ermordet. Die Cherusker haben für diese schmachvolle Tat an ihrem Befreier schwer büßen müssen: durch Parteistreitigkeiten und Bruderkriege zerrissen, verfielen sie dem Nieder-und Untergang."
Alle vernünftigen Forscher sind sich darüber einig, daß ARMINIUS Größe und Genialität besaß. Der zeitgenössische Historiker VELLEIUS PATERCULUS sowie C. TACITUS zollen ihm höchstes Lob (und das Lob vom Gegner ist immer besonders viel wert!). TACITUS würdigt ihn wie folgt:
"ohne Zweifel der Befreier Germaniens. Er hat das römische Weltreich nicht in seinen Anfängen wie andere Führer und Völker angegriffen, sondern in seiner höchsten Blüte, in Schlachten mit wechselndem Erfolg, im Gesamtkrieg unbesiegt. Sein Leben währte 37 Jahre, davon 12 als Führer seines Volkes; noch heute wird er bei den germanischen Stämmen besungen."
("...liberator haud dubie Germaniae et qui non primordia populi Romani, sicut alii reges ducesque, sed florentissimum imperium lacessierit, proeliis ambiguus, bello non victus. Septem et triginta annos vitae, duodecim potentiae explevit, caniturque adhuc barbaras apud gentes...")
TACITUS: AB EXCESSU DIVI AUGUSTI II, 88.
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ERNST BICKEL, Altphilologe, bringt es in seiner "GESCHICHTE DER RÖMISCHEN LITERATUR" auf den Punkt:
"Der Cheruskerfürst hat zur Zeit des AUGUSTUS in einer der Sternenstunden der Weltgeschichte dem Germanentum den Weg zur selbständigen Prägung eigenen Kulturlebens offengehalten."
Doch bald verhallte sein Ruhm. Das ganze Mittelalter wußte fast nichts von ihm:
"Die Kunde von ARMINS Größe und Werk ist im Mittelalter verschollen. Erst mit der Wiederentdeckung der antiken Schriftsteller, besonders nach der Auffindung der 'Germania' im Jahre 1470 und der ersten 5 Bücher der Annalen des Tacitus im Kloster CORVEY im Jahre 1505-sie sind erst zehn Jahre später im Geamtwerk des Tacitus veröffentlicht worden-haben ihn die Humanisten der Vergessenheit entrissen. Insbesondere beschäftigt sich mit Gestalt und Tat des Arminius der Kreis um LUTHER, der in seinen Tischreden (V 415) von ihm sagt: 'Wenn ich ein Poet wer, so wolt ich den celebrieren. Ich hab in von hertzen lib.'"
KLOPSTOCK widmete dem ARMINIUS eine Trilogie, HEINRICH VON KLEIST und CHRISTIAN DIETRICH GRABBE schrieben Dramen. GRABBE schuf "in den letzten Jahren seines unglücklichen Lebens die stark in seiner Heimat wurzelnde Hermannsschlacht". ERNST VON BANDEL machte sich auf den Weg zum "tannenumrauschten Teutoburger Wald". Dort erbaute er auf der Höhe der GROTENBURG ein Denkmal. Das war 1838. Am 1. Mai 1875 lieferte die Firma KRUPP das Schwert dazu (11 Zentner, 7 m lang!). Die Inschrift lautet:
"Deutsche Einigkeit meine Stärke.
Meine Stärke Deutschlands Macht."
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NACH: DR. HERMANN KESTING: DER BEFREIER ARMINIUS-IM LICHTE DER GESCHICHTLICHEN QUELLEN, Detmold 1972, S. 24-27.
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Weitere Lit.:
E. BICKEL: Die individuelle Größe in der Persönlichkeit des Arminius, a.a.O. S. 80 ff. und H. E. STIER: Westfälische Forschungen 1938 S. 287 ff.
E. SANDER: Arminius und die römische Kultur, in: "Arminius und die Varusschlacht" S. 17-22.
Oberst STUART-WORTLEY: Arminius the Great, in: British Zone Review Nr. 16.
Für die jungen ARMINIUS-Fans:
LUDWIG RENN: Herniu, Kinderbuch-Verlag Ostberlin 1970
ders.: Herniu und Armin
(beide sehr lesenswert; in ihnen werden "die geschichtlich verbürgten Kulturzustände bei den Römern und Germanen im 1. Jahrhundert geschildert und gegenübergestellt".
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Ende
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BEST WISHES- ARMINIUS
Murmillo-Archiv
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Dienstag, 8. Oktober 2013
MENGE 428: BEGRIFF DER NOTWENDIGKEIT
1.) NECESSE EST=griech. anágke esti: Unabweisbarkeit, Unabänderlichkeit, Notwendigkeit=es ist nicht anders möglich, unbedingt (logisch) notwendig
Beispielsätze:
a) Si iudicia nulla sunt, vis dominetur=Wenn es keine Urteile (gerichtlichen Untersuchungen) gibt, herrscht die Gewalt (vor).
b) Corpus mortale aliquo tempore interire necesse est=Es ist notwendig, daß der sterbliche Körper zu irgendeiner Zeit stirbt (untergeht).-Schön!
2.) OPORTET=griech. dei: Forderung der Anständigkeit, Billigkeit, Gerechtigkeit und Vernunft=es ist in der Ordnung, daß; es läßt sich nicht anders denken, als daß; die Vernunft sagt, daß es notwendig ist;
a) Hoc fieri non solum oportet, sed etiam necesse est=Es ist nicht nur in Ordnung, daß dies geschehe, sondern auch unbedingt notwendig (Cic. Verr. 4, 84)
b) Hostem fallatis oportet, immo necesse est=Es ist nötig, daß ihr den Feind täuscht, ja sogar unausweichlich. Anders geht es nicht! Feinde immer täuschen! (Das Motto meines Fechtvereins lautet daher: Amico pectus, hosti frontem=Dem Freund das Herz, dem Feind die Stirn.)
MENGE schreibt hierzu:
"Oft läßt sich jedoch zwischen 'oportet' und 'necesse est' kaum ein Unterschied statuieren." (S. 286)
3.) OPUS EST=griech. chre: Forderung des Bedürfnisses oder der Zweckmäßigkeit=es ist erforderlich, dienlich, zweckmäßig; man braucht; hat nötig:
Emas, non quod opus est, sed quod necesse est=Du sollst kaufen, nicht was notwendig ist, sondern was unbedingt notwendig ist. (An alle kleinen, moralfreien "girlies", die mit dem Geld ihrer Eltern (horribile dictu) "shopping" gehen.)
4.) DEBERE: Forderung der Schuldigkeit oder moralischen Verpflichtung:
Cives pro patria pugnare debent=Die Bürger müssen für ihre Heimat kämpfen. So ist es! Wenn die Griechen nicht bei Salamis gekämpft hätten, wäre es aus gewesen mit der Demokratie.
non debeo=ich darf nicht (aus moralischen oder intellektuellen, für mich verbindlichen Gründen)
(falls man Moral und Intellekt hat)
5.) MEUM, TUUM...imperatoris EST=es liegt in meiner, deiner...eines Feldherrn eigentümlicher Stellung
6.) DECET: Forderung des Anstandes, der Schicklichkeit.
7.) COGI, IUBERI: Forderung der äußeren Gewalt, eines fremden Willens.
8.) FACERE NON POSSUM, QUIN; FIERI NON POTEST, QUIN: Forderung der inneren Nötigung oder der äußeren Umstände=ich kann nicht umhin, es ist unvermeidlich
9.) GERUNDIVUM: Dieses drückt die "vorliegende Notwendigkeit schlechthin" aus "als aus den Umständen sich von selbst ergebend":
a) Omnibus moriendum est="Allen ist zu sterben"=Alle müssen sterben.
b) Suo cuique iudicio utendum est="Jedem ist seine eigene Urteilskraft zu nutzen"=Jeder muß sich seiner eigenen Urteilskraft bedienen.
Anmerkung: "Als phraseologisches Verbum (cf. 298) wird 'müssen' oft gar nicht übersetzt, wenn nämlich die Notwendigkeit des im Verbum Ausgedrückten aus den Verhältnissen unmittelbar sich ergiebt (sic!) und die Vorstellung der Freiwilligkeit von selbst ausgeschlossen ist: (alles klar?)
a) ich muß bedauern=doleo
b) ich muß gestehen=fateor
c) ich muß mich wundern=miror
Tantalus apud inferos graves poenas persolvit=Tantalus mußte bei den Unterirdischen (=in der Unterwelt) schwere Strafen büßen.
---
HERMANN MENGE: REPETITORIUM DER LATEINISCHEN SYNTAX UND STILISTIK, Darmstadt 1979 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft). Unbedingt anschaffen und jeden Abend vor dem Einschlafen lesen! Welcome to your nightmare!
---
R.
1.) NECESSE EST=griech. anágke esti: Unabweisbarkeit, Unabänderlichkeit, Notwendigkeit=es ist nicht anders möglich, unbedingt (logisch) notwendig
Beispielsätze:
a) Si iudicia nulla sunt, vis dominetur=Wenn es keine Urteile (gerichtlichen Untersuchungen) gibt, herrscht die Gewalt (vor).
b) Corpus mortale aliquo tempore interire necesse est=Es ist notwendig, daß der sterbliche Körper zu irgendeiner Zeit stirbt (untergeht).-Schön!
2.) OPORTET=griech. dei: Forderung der Anständigkeit, Billigkeit, Gerechtigkeit und Vernunft=es ist in der Ordnung, daß; es läßt sich nicht anders denken, als daß; die Vernunft sagt, daß es notwendig ist;
a) Hoc fieri non solum oportet, sed etiam necesse est=Es ist nicht nur in Ordnung, daß dies geschehe, sondern auch unbedingt notwendig (Cic. Verr. 4, 84)
b) Hostem fallatis oportet, immo necesse est=Es ist nötig, daß ihr den Feind täuscht, ja sogar unausweichlich. Anders geht es nicht! Feinde immer täuschen! (Das Motto meines Fechtvereins lautet daher: Amico pectus, hosti frontem=Dem Freund das Herz, dem Feind die Stirn.)
MENGE schreibt hierzu:
"Oft läßt sich jedoch zwischen 'oportet' und 'necesse est' kaum ein Unterschied statuieren." (S. 286)
3.) OPUS EST=griech. chre: Forderung des Bedürfnisses oder der Zweckmäßigkeit=es ist erforderlich, dienlich, zweckmäßig; man braucht; hat nötig:
Emas, non quod opus est, sed quod necesse est=Du sollst kaufen, nicht was notwendig ist, sondern was unbedingt notwendig ist. (An alle kleinen, moralfreien "girlies", die mit dem Geld ihrer Eltern (horribile dictu) "shopping" gehen.)
4.) DEBERE: Forderung der Schuldigkeit oder moralischen Verpflichtung:
Cives pro patria pugnare debent=Die Bürger müssen für ihre Heimat kämpfen. So ist es! Wenn die Griechen nicht bei Salamis gekämpft hätten, wäre es aus gewesen mit der Demokratie.
non debeo=ich darf nicht (aus moralischen oder intellektuellen, für mich verbindlichen Gründen)
(falls man Moral und Intellekt hat)
5.) MEUM, TUUM...imperatoris EST=es liegt in meiner, deiner...eines Feldherrn eigentümlicher Stellung
6.) DECET: Forderung des Anstandes, der Schicklichkeit.
7.) COGI, IUBERI: Forderung der äußeren Gewalt, eines fremden Willens.
8.) FACERE NON POSSUM, QUIN; FIERI NON POTEST, QUIN: Forderung der inneren Nötigung oder der äußeren Umstände=ich kann nicht umhin, es ist unvermeidlich
9.) GERUNDIVUM: Dieses drückt die "vorliegende Notwendigkeit schlechthin" aus "als aus den Umständen sich von selbst ergebend":
a) Omnibus moriendum est="Allen ist zu sterben"=Alle müssen sterben.
b) Suo cuique iudicio utendum est="Jedem ist seine eigene Urteilskraft zu nutzen"=Jeder muß sich seiner eigenen Urteilskraft bedienen.
Anmerkung: "Als phraseologisches Verbum (cf. 298) wird 'müssen' oft gar nicht übersetzt, wenn nämlich die Notwendigkeit des im Verbum Ausgedrückten aus den Verhältnissen unmittelbar sich ergiebt (sic!) und die Vorstellung der Freiwilligkeit von selbst ausgeschlossen ist: (alles klar?)
a) ich muß bedauern=doleo
b) ich muß gestehen=fateor
c) ich muß mich wundern=miror
Tantalus apud inferos graves poenas persolvit=Tantalus mußte bei den Unterirdischen (=in der Unterwelt) schwere Strafen büßen.
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HERMANN MENGE: REPETITORIUM DER LATEINISCHEN SYNTAX UND STILISTIK, Darmstadt 1979 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft). Unbedingt anschaffen und jeden Abend vor dem Einschlafen lesen! Welcome to your nightmare!
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R.
Montag, 7. Oktober 2013
LATEINISCHE IDIOMS: BUCHSTABEN Q
Nach so vielen "girlies" wieder etwas Ernstes und Langweiliges (jedenfalls für das profane Volk). An alle "girlies" dieser Welt: Ihr seid zwar schön, aber habt ihr auch eine schöne Seele? Das griechische Perfektheitsideal ist die "kalokagathia"="Verschmelzung von Schönheit und Tugend" (Bildungsideal!).
Dr. Max Apel, Dr. Peter Ludz: Philosophisches Wörterbuch (Sammlung Göschen Bd. 1031/31 a), Berlin 1958, S. 152.
---
So, nun zum Thema:
Was heißt:
-auf jede erdenkliche Weise
Antwort: quoquo modo
(Beispielsatz: Die Schüler scheiterten auf jede erdenkliche Weise=Discipuli quoquo modo naufragium faciunt. Das macht aber nichts, denn Fließenleger ist auch ein schöner Beruf. Bildet weitere "schöne" Sätze!)
-alles, was die Lage erfordert
Antwort:
quidquid res exigit
(Alles, was die Lage erforderte, habt ihr nicht getan. Das Ergebnis war: Note 6!)
-von welcher Art auch immer dies sein mag
Antwort: cuiuscumque modi ista sunt
-auf jede nur mögliche Art und Weise
Antwort: quacumque ratione
-jede beliebige dieser drei Arten
Antwort: horum trium generum quodvis
-Welche Absicht verfolgst du?
Antwort: Qualis est tua mens?
-Wie der Hirte, so die Herde.
Antwort: Qualis rex, talis grex.
-so schnell er konnte
Antwort: quanta maxima potuit celeritate
-je gebildeter, desto bescheidener
Antwort: quanto doctior, tanto modestior
-soviel an mir liegt
Antwort: quantum in me est
-eine möglichst große Zahl
Antwort: quam maximus numerus
-Doch was rede ich?
Antwort: Quamquam quid loquor?
(Doch was rede ich? Das ist eh nur "margaritas ante porcos".)
-nirgendwo auf der Welt
Antwort: nusquam terrarum
(Nirgendwo auf der Welt gibt es so schlechte Schüler wie bei mir.)
-Es trifft sich gut für mich, daß...
Antwort: Bene mihi evenit, quod...
(...daß ich den ein oder anderen nie wieder sehen muß!)
-je schneller, desto besser
Antwort: quo celerius, eo melius
(Je schneller einige vom Gymnasium runtergehen, desto besser für die Menschheit.)
-So kam es, daß...
Antwort: Quo factum est...
(So kam es, daß alle eine 5 schrieben und den Eintrag bekamen: Versetzung gefährdet!)
-Was ist der Grund, daß du verzweifelst?
Antwort: Quid est, quare desperes?
---
Lernen!-Testet doch mal euren Lehrer...
---
Quelle: K. Raab/ M. Kessler: Lateinische Wortkunde, München, Regensburg 1976-86.
---
R.
Nach so vielen "girlies" wieder etwas Ernstes und Langweiliges (jedenfalls für das profane Volk). An alle "girlies" dieser Welt: Ihr seid zwar schön, aber habt ihr auch eine schöne Seele? Das griechische Perfektheitsideal ist die "kalokagathia"="Verschmelzung von Schönheit und Tugend" (Bildungsideal!).
Dr. Max Apel, Dr. Peter Ludz: Philosophisches Wörterbuch (Sammlung Göschen Bd. 1031/31 a), Berlin 1958, S. 152.
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So, nun zum Thema:
Was heißt:
-auf jede erdenkliche Weise
Antwort: quoquo modo
(Beispielsatz: Die Schüler scheiterten auf jede erdenkliche Weise=Discipuli quoquo modo naufragium faciunt. Das macht aber nichts, denn Fließenleger ist auch ein schöner Beruf. Bildet weitere "schöne" Sätze!)
-alles, was die Lage erfordert
Antwort:
quidquid res exigit
(Alles, was die Lage erforderte, habt ihr nicht getan. Das Ergebnis war: Note 6!)
-von welcher Art auch immer dies sein mag
Antwort: cuiuscumque modi ista sunt
-auf jede nur mögliche Art und Weise
Antwort: quacumque ratione
-jede beliebige dieser drei Arten
Antwort: horum trium generum quodvis
-Welche Absicht verfolgst du?
Antwort: Qualis est tua mens?
-Wie der Hirte, so die Herde.
Antwort: Qualis rex, talis grex.
-so schnell er konnte
Antwort: quanta maxima potuit celeritate
-je gebildeter, desto bescheidener
Antwort: quanto doctior, tanto modestior
-soviel an mir liegt
Antwort: quantum in me est
-eine möglichst große Zahl
Antwort: quam maximus numerus
-Doch was rede ich?
Antwort: Quamquam quid loquor?
(Doch was rede ich? Das ist eh nur "margaritas ante porcos".)
-nirgendwo auf der Welt
Antwort: nusquam terrarum
(Nirgendwo auf der Welt gibt es so schlechte Schüler wie bei mir.)
-Es trifft sich gut für mich, daß...
Antwort: Bene mihi evenit, quod...
(...daß ich den ein oder anderen nie wieder sehen muß!)
-je schneller, desto besser
Antwort: quo celerius, eo melius
(Je schneller einige vom Gymnasium runtergehen, desto besser für die Menschheit.)
-So kam es, daß...
Antwort: Quo factum est...
(So kam es, daß alle eine 5 schrieben und den Eintrag bekamen: Versetzung gefährdet!)
-Was ist der Grund, daß du verzweifelst?
Antwort: Quid est, quare desperes?
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Lernen!-Testet doch mal euren Lehrer...
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Quelle: K. Raab/ M. Kessler: Lateinische Wortkunde, München, Regensburg 1976-86.
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R.
Sonntag, 6. Oktober 2013
NACHRICHT VON OPHELIA OVERDOSE

Ophelia Overdose @miss_overdose > Thraex @Myrmillo1
Ophelia Overdose (@miss_overdose):
The last styling of my trip to Munich that I am gonna share with u :)
I am still in Munich enjoying my day off! :)
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=621042054613398&l=9fb2cd273b
Thraex (@Myrmillo1):
@miss_overdose: Sehr schönes Photo!
Machst du auch einmal wieder etwas für die Mittelalterszene?
Ophelia Overdose (@miss_overdose):
@Myrmillo1: bisher ist zwar nix geplant, aber das leben bleibt spannend :)
ich bin mir sicher da kommt mal wieder was!
Samstag, 5. Oktober 2013
GITARRISTINNEN
In der heutigen Zeit gibt es viele junge Damen, die im Internet ihre Gitarrenkünste zum besten geben.
Yasmin "Yasi" Hofer

http://de-de.facebook.com/yasihoferofficial
http://www.yasi-hofer.de/
http://www.youtube.com/watch?v=xYxoq5hO4Aw
Jacqueline Mannering

http://www.facebook.com/pages/Jacqueline-Mannering/153030516018
http://www.youtube.com/user/Jacqueline92
Sarah Michelle

http://www.facebook.com/sarahmichellemusic
http://twitter.com/onthestrings
http://www.starnow.de/SarahMichelle
http://www.youtube.com/user/UseYourIllusions123
Juliette Valduriez

http://www.youtube.com/user/JulietteVmusic?feature=watch
http://www.facebook.com/pages/Juliette-Valduriez/226070031607
The Iron Maidens

http://www.theironmaidens.com/
http://www.youtube.com/user/turbowm
Yasmin "Yasi" Hofer
http://de-de.facebook.com/yasihoferofficial
http://www.yasi-hofer.de/
http://www.youtube.com/watch?v=xYxoq5hO4Aw
Jacqueline Mannering
http://www.facebook.com/pages/Jacqueline-Mannering/153030516018
http://www.youtube.com/user/Jacqueline92
Sarah Michelle

http://www.facebook.com/sarahmichellemusic
http://twitter.com/onthestrings
http://www.starnow.de/SarahMichelle
http://www.youtube.com/user/UseYourIllusions123
Juliette Valduriez
http://www.youtube.com/user/JulietteVmusic?feature=watch
http://www.facebook.com/pages/Juliette-Valduriez/226070031607
The Iron Maidens
http://www.theironmaidens.com/
http://www.youtube.com/user/turbowm
Donnerstag, 3. Oktober 2013
DAS RÖMISCHE WOHNHAUS

Antike Autoren berichten fast nur über die protzigen Bauten der Reichen und Mächtigen. Über die Behausungen der armen Leute (wie ich z.B.) erfahren wir wenig. Doch beginnt man sich in jüngster Zeit auch dafür zu interessieren. So hat man in XANTEN ein Handwerkerviertel ausgegraben. In Köln führten Ausgrabungen am Dom zu Erkenntnissen darüber, wie die einfachen Leute gewohnt haben.
INGE LINFERT-REICH schreibt:
"Im Gegensatz zu römischen Schaufassaden, wie z.B. bei Theatern und Tempeln, zeichnet sich das römische Wohnhaus durch äußerste Schlichtheit und Abgeschlossenheit nach außen hin aus. War man durch die hölzerne, meist mit Metall beschlagene Tür eingetreten (=OSTIUM), gelangte man durch einen schmalen Korridor (=FAUCES) in den sich weit öffnenden ATRIUMHOF, den typischsten Teil des römischen Hauses."
(Der Tür vorgelagert war das "VESTIBULUM"=Vorhalle, Eingang).
Das Dach war schräg nach innen geneigt und war in der Mitte offen (=COMPLUVIUM), so daß man Sonne und frische Luft genießen konnte. Der Regen wurde in einem Bassin gesammelt (=IMPLUVIUM), das sich in der Mitte des ATRIUMS befand.
Das Dach konnte eine einfache Holzkonstruktion sein, es konnte aber auch durch Säulen getragen werden, die den ATRIUMHOF untergliederten, so daß er zur Wandelhalle wurde. Vom ATRIUM gingen alle Räum aus. Es war der Versammlungsort der Familie, wo der Altar der LAREN stand.
INGE LINFERT-REICH äußert sich hierzu wie folgt:
"Es zeigen sich hierin zwei Grundzüge römischer Lebensgewohnheiten: zuerst der forensische, gesellige Charakter des Römers, der auch bei sich zu Hause seinen 'Marktplatz' liebte und in dieser, einer Freizone angeglichenen Umgebung auch seine Gäste empfing und seine Geschäfte erledigte (wir wiesen schon darauf hin); ferner wird in der sparsamen Einrichtung die Bedürfnislosigkeit der Römer in bezug (sic!) auf Anzahl und Verwendungszweck der Möbel deutlich. Bei der Betrachtung der weiteren Räume des Wohnhauses wird es immer wieder begegnen, daß die Römer mit wenigen Möbeln auskamen."
Vollgestopfte und überladene Wohnungen, wie wir sie kennen, waren den nach Schlichtheit und Klarheit strebenden Römern ein Greuel vor dem Herrn. Wahrscheinlich ahnten sie auch, daß zu viele Sinneseindrücke der Ratio abträglich sind. Von JOHANN JOACHIM WINCKELMANN (1717-68) stammt die berühmte Formel "EDLE EINFALT UND STILLE GRÖSSE".
Die Wände des ATRIUMHOFS waren mit Malereien geschmückt (einfache ornamentale; bunte, figürliche). Der Boden war mit Estrich aus Ziegeln, Steinplatten oder einem Mosaik belegt. Vom ATRIUM kam man in das TABLINUM, eine Art Empfangsraum für Gäste, die man näher kannte (repräsentativer Charakter). Dieser Raum lag neben dem Speisezimmer, weshalb man annimmt, daß man sich nach dem Essen dorthin zurückzog, um weiterzutrinken (Hoch die Tassen!). Auch hier war die Einrichtung spartanisch: Liegesofas, kleine Tische für das Trinkgeschirr, maximal ein paar Regale. Das TABLINUM war auch Durchgangsraum zum Garten, lat. HORTUS. Auch das TRICLINIUM (Speisezimmer) war zum Garten hin geöffnet.
Die Nebenräume (CUBICULA=Schlafzimmer; CELLAE=Kinderzimmer, Näh-, Wasch-, Arbeitszimmer, Küche, Toilette, Bad) waren sehr klein und gruppierten sich um das Atrium herum.
Die Decken waren niedrig, Licht gab es so gut wie keins. (Dunkel war's, der Mond schien helle...)
"Seit dem 2. Jh. v. Chr. kommt das PERISTYLHAUS auf. Es erweitert das römische Haus durch das griechische PERISTYLIUM, einen gedeckten Säulenumgang, der einen Binnenhof mit Gartenanlagen und Springbrunnen einschließt und auch in den heißesten Monaten einen angenehmen, kühlen Aufenthalt im Freien gewährt (Braun 367). Eine Nische (EXEDRA) an der Rückseite, genau in der Achse des Hauses, nimmt jetzt die Hausgötter auf, weil das TABLINUM zum Durchgang geworden ist. Eine Hintertür (POSTICUM) für die Dienstboten führt vom PERISTYL ins Freie."
RES ROMANAE, S. 146.
Hierzu äußert sich auch INGE LINFERT-REICH:
"Ebenso typisch wie das ATRIUM ist für das römische Haus der schon erwähnte Garten (PERISTYL), in dem wiederum die Vorliebe der Römer für Freizonen zum Ausdruck kommt. Diese Gärten waren von Wandelhallen umgeben, hatten oft einen Springbrunnen oder andere Wasserspiele und waren mit Büschen und Blumenrabatten ebenso wie mit Marmor-und Bronzestatuen oder -statuetten geschmückt."
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Posticum: Wahrscheinlich wurde der Hintereingang auch von Freunden und Liebhabern der Filia des Hauses benutzt (sog. back-door-men). In brenzligen Situationen bestimmt auch als Fluchtweg.
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Das Wasser des IMPLUVIUMS leitete man in eine unterirdische Zisterne (PUTEUS).
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Schöner Wohnen! Und das ohne die berühmte Firma für Einrichtungen.
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Schaffe, schaffe, Häusle baue...Ja, net nach de Mädle schaue... (Schwäbische Weisheit).
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1.) INGE LINFERT-REICH: RÖMISCHES ALLTAGSLEBEN IN KÖLN, RÖMISCH-GERMANISCHES MUSEUM DER STADT KÖLN, 1975, 1976, S. 31-34.
2.) RES ROMANAE: EIN BEGLEITBUCH FÜR DIE LATEINISCHE LEKTÜRE, hrsg. v. DR. H. KREFELD, FRANKF. AM MAIN, 1976-80, S. 145 f.
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R (Haustyrann)
Antike Autoren berichten fast nur über die protzigen Bauten der Reichen und Mächtigen. Über die Behausungen der armen Leute (wie ich z.B.) erfahren wir wenig. Doch beginnt man sich in jüngster Zeit auch dafür zu interessieren. So hat man in XANTEN ein Handwerkerviertel ausgegraben. In Köln führten Ausgrabungen am Dom zu Erkenntnissen darüber, wie die einfachen Leute gewohnt haben.
INGE LINFERT-REICH schreibt:
"Im Gegensatz zu römischen Schaufassaden, wie z.B. bei Theatern und Tempeln, zeichnet sich das römische Wohnhaus durch äußerste Schlichtheit und Abgeschlossenheit nach außen hin aus. War man durch die hölzerne, meist mit Metall beschlagene Tür eingetreten (=OSTIUM), gelangte man durch einen schmalen Korridor (=FAUCES) in den sich weit öffnenden ATRIUMHOF, den typischsten Teil des römischen Hauses."
(Der Tür vorgelagert war das "VESTIBULUM"=Vorhalle, Eingang).
Das Dach war schräg nach innen geneigt und war in der Mitte offen (=COMPLUVIUM), so daß man Sonne und frische Luft genießen konnte. Der Regen wurde in einem Bassin gesammelt (=IMPLUVIUM), das sich in der Mitte des ATRIUMS befand.
Das Dach konnte eine einfache Holzkonstruktion sein, es konnte aber auch durch Säulen getragen werden, die den ATRIUMHOF untergliederten, so daß er zur Wandelhalle wurde. Vom ATRIUM gingen alle Räum aus. Es war der Versammlungsort der Familie, wo der Altar der LAREN stand.
INGE LINFERT-REICH äußert sich hierzu wie folgt:
"Es zeigen sich hierin zwei Grundzüge römischer Lebensgewohnheiten: zuerst der forensische, gesellige Charakter des Römers, der auch bei sich zu Hause seinen 'Marktplatz' liebte und in dieser, einer Freizone angeglichenen Umgebung auch seine Gäste empfing und seine Geschäfte erledigte (wir wiesen schon darauf hin); ferner wird in der sparsamen Einrichtung die Bedürfnislosigkeit der Römer in bezug (sic!) auf Anzahl und Verwendungszweck der Möbel deutlich. Bei der Betrachtung der weiteren Räume des Wohnhauses wird es immer wieder begegnen, daß die Römer mit wenigen Möbeln auskamen."
Vollgestopfte und überladene Wohnungen, wie wir sie kennen, waren den nach Schlichtheit und Klarheit strebenden Römern ein Greuel vor dem Herrn. Wahrscheinlich ahnten sie auch, daß zu viele Sinneseindrücke der Ratio abträglich sind. Von JOHANN JOACHIM WINCKELMANN (1717-68) stammt die berühmte Formel "EDLE EINFALT UND STILLE GRÖSSE".
Die Wände des ATRIUMHOFS waren mit Malereien geschmückt (einfache ornamentale; bunte, figürliche). Der Boden war mit Estrich aus Ziegeln, Steinplatten oder einem Mosaik belegt. Vom ATRIUM kam man in das TABLINUM, eine Art Empfangsraum für Gäste, die man näher kannte (repräsentativer Charakter). Dieser Raum lag neben dem Speisezimmer, weshalb man annimmt, daß man sich nach dem Essen dorthin zurückzog, um weiterzutrinken (Hoch die Tassen!). Auch hier war die Einrichtung spartanisch: Liegesofas, kleine Tische für das Trinkgeschirr, maximal ein paar Regale. Das TABLINUM war auch Durchgangsraum zum Garten, lat. HORTUS. Auch das TRICLINIUM (Speisezimmer) war zum Garten hin geöffnet.
Die Nebenräume (CUBICULA=Schlafzimmer; CELLAE=Kinderzimmer, Näh-, Wasch-, Arbeitszimmer, Küche, Toilette, Bad) waren sehr klein und gruppierten sich um das Atrium herum.
Die Decken waren niedrig, Licht gab es so gut wie keins. (Dunkel war's, der Mond schien helle...)
"Seit dem 2. Jh. v. Chr. kommt das PERISTYLHAUS auf. Es erweitert das römische Haus durch das griechische PERISTYLIUM, einen gedeckten Säulenumgang, der einen Binnenhof mit Gartenanlagen und Springbrunnen einschließt und auch in den heißesten Monaten einen angenehmen, kühlen Aufenthalt im Freien gewährt (Braun 367). Eine Nische (EXEDRA) an der Rückseite, genau in der Achse des Hauses, nimmt jetzt die Hausgötter auf, weil das TABLINUM zum Durchgang geworden ist. Eine Hintertür (POSTICUM) für die Dienstboten führt vom PERISTYL ins Freie."
RES ROMANAE, S. 146.
Hierzu äußert sich auch INGE LINFERT-REICH:
"Ebenso typisch wie das ATRIUM ist für das römische Haus der schon erwähnte Garten (PERISTYL), in dem wiederum die Vorliebe der Römer für Freizonen zum Ausdruck kommt. Diese Gärten waren von Wandelhallen umgeben, hatten oft einen Springbrunnen oder andere Wasserspiele und waren mit Büschen und Blumenrabatten ebenso wie mit Marmor-und Bronzestatuen oder -statuetten geschmückt."
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Posticum: Wahrscheinlich wurde der Hintereingang auch von Freunden und Liebhabern der Filia des Hauses benutzt (sog. back-door-men). In brenzligen Situationen bestimmt auch als Fluchtweg.
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Das Wasser des IMPLUVIUMS leitete man in eine unterirdische Zisterne (PUTEUS).
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Schöner Wohnen! Und das ohne die berühmte Firma für Einrichtungen.
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Schaffe, schaffe, Häusle baue...Ja, net nach de Mädle schaue... (Schwäbische Weisheit).
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1.) INGE LINFERT-REICH: RÖMISCHES ALLTAGSLEBEN IN KÖLN, RÖMISCH-GERMANISCHES MUSEUM DER STADT KÖLN, 1975, 1976, S. 31-34.
2.) RES ROMANAE: EIN BEGLEITBUCH FÜR DIE LATEINISCHE LEKTÜRE, hrsg. v. DR. H. KREFELD, FRANKF. AM MAIN, 1976-80, S. 145 f.
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R (Haustyrann)
Dienstag, 1. Oktober 2013
NACHRUF AUF ARMINIUS
Ceterum (Im übrigen) Arminius (A.) abscedentibus Romanis (als die Römer abzogen; sich zurückzogen) et pulso Maroboduo (und nachdem Maroboduus geschlagen war) regnum adfectans (strebend nach der Königsherrschaft) libertatem popularium adversam habuit (hatte er den Freiheitssinn seiner Landsleute "als gegnerischen/ feindlichen"; gegen sich) petitusque armis (und mit Waffen angegriffen) cum varia fortuna certaret (als er mit wechselndem Geschick stritt; als er mit wechselvollem Glück; Erfolg kämpfte), dolo propinquorum cecidit (fiel er durch die List seiner Verwandten): liberator haud dubie Germaniae (unzweifelhaft der Befreier Germaniens) et qui non primordia populi Romani (und ein Mann, der nicht die Anfänge des römischen Volkes; das römische Volk in seinen Anfängen), sicut alii reges ducesque (so wie andere Könige und Anführer), sed florentissimum imperium (sondern "das sehr blühende Reich"; das in gößter Blüte stehende Reich; das Reich in seiner Blüte) lacessierit (herausgefordert hat; gereizt hat), proeliis ambiguus (in Schlachten schwankend; nicht immer erfolgreich; mit wechselndem Glück), bello non victus (im Kriege unbesiegt; im Felde unbesiegt). Septem et triginta annos vitae (37 Jahre des Lebens), duodecim potentiae (12 (davon im Besitz) der Macht) explevit (füllte er aus; vollendete er) caniturque adhuc (und immer noch wird er besungen; bis jetzt; erg: in den Heldenliedern) barbaras apud gentes (bei den barbarischen Völkern), Graecorun annalibus ignotus (unbekannt den Jahrbüchern der Griechen), qui sua tantum mirantur (die nur das Ihre bewundern), Romanis haud perinde celebris (den Römern nicht gerade so (wie er es verdient) berühmt; nicht sonderlich berühmt bei den Römern), dum vetera extollimus (während; da ja wir die alten; erg: Zeiten; Ereignisse emporheben; rühmen) recentium incuriosi (gleichgültig gegenüber den jüngeren Ereignissen),
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abscedentibus: zeitlich ungenau!
MAROBODUUS: König der MARKOMANNEN; von ARMINIUS besiegt; floh nach Ravenna, wo er 41. n. das starb
affectare=nach etwas trachten
popularis=Stammesgenosse
dolo propinquorum: SEGESTES, der Schwiegervater des ARMINIUS, und seine Leute; wie Siegfried!
duodecim (annos) potentiae: ARMINIUS starb 21. n.; 12 Jahre nach der Varusschlacht
perinde=adv. auf gleiche Weise; ebenso
celebris: gewöhnlich "celeber"
dum: in kausalem Sinn: da ja
incuriosus (cura)=unbesorgt, gleichgültig
recentium: gen. pl. ntr. (der gen. obi. hier in Analogie zu Adjektiven wie "immemor" und "imperitus"
Der letzte Satz enthält eine Kritik an der Geringschätzung von Zeitgeschichte.
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AUS: ARS LEGENDI, Lateinische Originaltexte mit Auswertfragen zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen, in Verbindung mit Dr. W. Vogel, zusammengestellt von W. Lang, Stuttgart 1966 und 1975, S. 111 (Nr. 189; ohne Quellenangabe!).
Die Stelle ist TACITUS, ANNALEN II, 88.
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Ich, Arminius, habe es allen gezeigt. Erst dem fetten VARUS und dann dem MARBOD, den ich nach Ravenna in Pension geschickt habe. Einigen bin ich allerdings ein wenig zu mächtig geworden. Ausgerechnet mein Verwandtenpack hat mich dann geschafft. Ein Leben lang habe ich gekämpft und dann so was! Wie dem auch sei: Ich, ein Mann aus dem Stamm der Cherusker, habe Germanien befreit und dem großen römischen Reich die Stirn geboten. Nicht immer ist alles gut gelaufen, doch im Kriege war ich unbesiegt. Das schreibt jedenfalls ein gewisser TACITUS. Leider bin ich nur 37 Jahre alt geworden, was ich meiner krummen Verwandtschaft verdanke. Mein Trost: Die Sänger künden am Lagerfeuer von meinen Taten.
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Euer ARMINIUS
Ceterum (Im übrigen) Arminius (A.) abscedentibus Romanis (als die Römer abzogen; sich zurückzogen) et pulso Maroboduo (und nachdem Maroboduus geschlagen war) regnum adfectans (strebend nach der Königsherrschaft) libertatem popularium adversam habuit (hatte er den Freiheitssinn seiner Landsleute "als gegnerischen/ feindlichen"; gegen sich) petitusque armis (und mit Waffen angegriffen) cum varia fortuna certaret (als er mit wechselndem Geschick stritt; als er mit wechselvollem Glück; Erfolg kämpfte), dolo propinquorum cecidit (fiel er durch die List seiner Verwandten): liberator haud dubie Germaniae (unzweifelhaft der Befreier Germaniens) et qui non primordia populi Romani (und ein Mann, der nicht die Anfänge des römischen Volkes; das römische Volk in seinen Anfängen), sicut alii reges ducesque (so wie andere Könige und Anführer), sed florentissimum imperium (sondern "das sehr blühende Reich"; das in gößter Blüte stehende Reich; das Reich in seiner Blüte) lacessierit (herausgefordert hat; gereizt hat), proeliis ambiguus (in Schlachten schwankend; nicht immer erfolgreich; mit wechselndem Glück), bello non victus (im Kriege unbesiegt; im Felde unbesiegt). Septem et triginta annos vitae (37 Jahre des Lebens), duodecim potentiae (12 (davon im Besitz) der Macht) explevit (füllte er aus; vollendete er) caniturque adhuc (und immer noch wird er besungen; bis jetzt; erg: in den Heldenliedern) barbaras apud gentes (bei den barbarischen Völkern), Graecorun annalibus ignotus (unbekannt den Jahrbüchern der Griechen), qui sua tantum mirantur (die nur das Ihre bewundern), Romanis haud perinde celebris (den Römern nicht gerade so (wie er es verdient) berühmt; nicht sonderlich berühmt bei den Römern), dum vetera extollimus (während; da ja wir die alten; erg: Zeiten; Ereignisse emporheben; rühmen) recentium incuriosi (gleichgültig gegenüber den jüngeren Ereignissen),
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abscedentibus: zeitlich ungenau!
MAROBODUUS: König der MARKOMANNEN; von ARMINIUS besiegt; floh nach Ravenna, wo er 41. n. das starb
affectare=nach etwas trachten
popularis=Stammesgenosse
dolo propinquorum: SEGESTES, der Schwiegervater des ARMINIUS, und seine Leute; wie Siegfried!
duodecim (annos) potentiae: ARMINIUS starb 21. n.; 12 Jahre nach der Varusschlacht
perinde=adv. auf gleiche Weise; ebenso
celebris: gewöhnlich "celeber"
dum: in kausalem Sinn: da ja
incuriosus (cura)=unbesorgt, gleichgültig
recentium: gen. pl. ntr. (der gen. obi. hier in Analogie zu Adjektiven wie "immemor" und "imperitus"
Der letzte Satz enthält eine Kritik an der Geringschätzung von Zeitgeschichte.
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AUS: ARS LEGENDI, Lateinische Originaltexte mit Auswertfragen zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen, in Verbindung mit Dr. W. Vogel, zusammengestellt von W. Lang, Stuttgart 1966 und 1975, S. 111 (Nr. 189; ohne Quellenangabe!).
Die Stelle ist TACITUS, ANNALEN II, 88.
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Ich, Arminius, habe es allen gezeigt. Erst dem fetten VARUS und dann dem MARBOD, den ich nach Ravenna in Pension geschickt habe. Einigen bin ich allerdings ein wenig zu mächtig geworden. Ausgerechnet mein Verwandtenpack hat mich dann geschafft. Ein Leben lang habe ich gekämpft und dann so was! Wie dem auch sei: Ich, ein Mann aus dem Stamm der Cherusker, habe Germanien befreit und dem großen römischen Reich die Stirn geboten. Nicht immer ist alles gut gelaufen, doch im Kriege war ich unbesiegt. Das schreibt jedenfalls ein gewisser TACITUS. Leider bin ich nur 37 Jahre alt geworden, was ich meiner krummen Verwandtschaft verdanke. Mein Trost: Die Sänger künden am Lagerfeuer von meinen Taten.
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Euer ARMINIUS
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