VEXILLUM=Fahne, Abteilung
Murmillo-Archiv
Dienstag, 3. Mai 2016
Montag, 2. Mai 2016
DER GRABSTEIN DES ANNIUS IANUARIUS
Fundort (FO): Ladenburg.-Zu besichtigen im Reiß-Museum; Nr. 64.
"Bei den Manen. Dem Annius Ianuarius, dem Freigelassenen des Annius Postumus hat Vervicia, seine Mutter (den Stein) machen lassen."
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Zitiert nach: ROSMARIE GÜNTHER: DAS MANNHEIMER RÖMERBUCH (Römischer Alltag in unserer Region-ein Leseabenteuer).
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Frau Günther schreibt, daß die Freigelassenen (liberti) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Imperiums waren. Es stellte nämlich einen großen Anreiz dar, diesen Status zu erhalten, zumal man eingeschränktes Bürgerrecht bekam. Freigelassene waren also Aufstrebende.
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Ich bin auch für eingeschränktes Bürgerrecht meiner Schüler, obwohl die nicht sonderlich "aufstrebend" sind.
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(D...M=Dis manibus?-ANNIOIAN-(U)ARIO ANN(I)-POSTUMI-LIBER (TI)-VERVICIA-MATER F(E)C=fecit=machte, errichtete)
"Bei den Manen. Dem Annius Ianuarius, dem Freigelassenen des Annius Postumus hat Vervicia, seine Mutter (den Stein) machen lassen."
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Zitiert nach: ROSMARIE GÜNTHER: DAS MANNHEIMER RÖMERBUCH (Römischer Alltag in unserer Region-ein Leseabenteuer).
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Frau Günther schreibt, daß die Freigelassenen (liberti) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Imperiums waren. Es stellte nämlich einen großen Anreiz dar, diesen Status zu erhalten, zumal man eingeschränktes Bürgerrecht bekam. Freigelassene waren also Aufstrebende.
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Ich bin auch für eingeschränktes Bürgerrecht meiner Schüler, obwohl die nicht sonderlich "aufstrebend" sind.
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(D...M=Dis manibus?-ANNIOIAN-(U)ARIO ANN(I)-POSTUMI-LIBER (TI)-VERVICIA-MATER F(E)C=fecit=machte, errichtete)
ADDENDUM: VESPASIAN ERWEIST SICH ALS STAATSMANN
Angesichts des ganzen Durcheinanders-MOMMSEN spricht vom "Umfang und der Allgemeinheit dieser Frevel"- ließ VESPASIAN "in echt staatsmännischer Weise das Vergangene vergangen sein". Was hätte er auch tun sollen? Die ganze Armee in Urlaub nach Gran Kanaria schicken? Da hätte er selbst kämpfen müssen. Dennoch wurden die Hauptschuldigen zur Rechenschaft gezogen. So wurde ein gallischer Insurgentenführer nach fünf Jahren in seinem Versteck, wo ihn seine Frau verborgen hatte, aufgespürt. Beide wurden exekutiert. Den "schuldigen" Legionen erlaubte man "in den heißen Schlachten bei Trier und bei Vetera" ihre Fehler wieder gutzumachen. Dennoch wurden alle vier Legionen des unterrheinischen und eine des oberrheinischen Heeres (eine wurde verschont) "kassiert"-und MOMMSEN setzt hinzu: "gern möchte man glauben, daß die 22. verschont ward in ehrender Erinnerung an ihren tapferen Legaten."
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murmillo
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DIE VERHÄLTNISSE IN GERMANIEN (25): NACH THEODOR MOMMSEN-CIVILISAUFSTAND: ABSCHLIESSENDE BETRACHTUNGEN UND VERNICHTENDE KRITIK
MOMMSEN nennt diesen Krieg "einen der seltsamsten und einen der entsetzlichsten aller Zeiten". Kaum habe sich eine Armee jemals vor einer schwereren Aufgabe gesehen wie die beiden Rheinheere in den Jahren 69/ 70:
"im Laufe weniger Monate Soldaten Neros, dann des Senats, dann Galbas, dann des Vitellius, dann Vespasians..."
Erschwerend kam hinzu, daß gerade die Soldaten, die die mächtigen Völker der Gallier und Germanen in Schach halten sollten, selbst fast ausschließlich aus diesen Völkern stammten: bei der AUXILIA waren es fast alle, bei der LEGIO ein großer Teil!
"ihrer besten Mannschaften beraubt, meist ohne Löhnung und oft hungernd und über alle Maßen elend geführt, ist ihnen allerdings innerlich wie äußerlich Übermenschliches zugemutet worden. Sie haben die schwere Probe übel bestanden."
Weniger sei es ein Krieg zweier Armeekorps gewesen als vielmehr einer "der Soldaten und vor allem der Offizierre zweiter Klasse gegen die der ersten, verbunden mit einer gefährlichen Insurrektion und Invasion der Germanen und einer beiläufigen und unbedeutenden Auflehnung einiger keltischer Distrikte."
MOMMSEN spricht von einer "entsetzlichen Zeit". Große Desaster wie Cannae, Carrhae und der Teutoburger Wald seien "verglichen mit der Doppelschmach von Novaesium" geradezu "Ruhmesblätter" gewesen:
"nur wenige Männer, keine einzige Truppe hat in der allgemeinen VERUNEHRUNG sich reinen Schild bewahrt. Die grauenhafte Zerrüttung des Staats-und vor allem des Heerwesens, welche bei dem Untergang der Julisch-Claudischen Dynastie uns entgegentritt, erscheint deutlicher noch als in der führerlosen Schlacht von Betriacum in diesen Vorgängen am Rhein, derengleichen die Geschichte Roms nie vorher und nachher aufweist."
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Kritik der Kritik:
Bleibt nur die Frage, ob man selbst unter diesen-wie MOMMSEN selbst einräumt-elenden Verhältnissen immer ein Ehrenmann geblieben wäre. Man darf nicht vergessen, daß die Soldaten "arme Schweine" waren, denen es ums Überleben ging und die das "ausbaden" mußten, was die große Politik angestiftet hatte. Unter solchen widrigen Umständen kann es geradezu einen Überlebensvorteil darstellen, eben kein Ausbund an Tugend zu sein. Wer sich in einer vulgären Lage befindet, von dem kann man kaum erwarten, daß er "edeltrefflich" handelt.
Menschen sind nun eben einmal äußerst defekte und defiziente Fehlprodukte der Natur. Da kann man keine "apostolischen" Handlungen erwarten. Vielmehr sollte man immer froh sein, daß nicht alles noch viel schlimmer kommt.
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"im Laufe weniger Monate Soldaten Neros, dann des Senats, dann Galbas, dann des Vitellius, dann Vespasians..."
Erschwerend kam hinzu, daß gerade die Soldaten, die die mächtigen Völker der Gallier und Germanen in Schach halten sollten, selbst fast ausschließlich aus diesen Völkern stammten: bei der AUXILIA waren es fast alle, bei der LEGIO ein großer Teil!
"ihrer besten Mannschaften beraubt, meist ohne Löhnung und oft hungernd und über alle Maßen elend geführt, ist ihnen allerdings innerlich wie äußerlich Übermenschliches zugemutet worden. Sie haben die schwere Probe übel bestanden."
Weniger sei es ein Krieg zweier Armeekorps gewesen als vielmehr einer "der Soldaten und vor allem der Offizierre zweiter Klasse gegen die der ersten, verbunden mit einer gefährlichen Insurrektion und Invasion der Germanen und einer beiläufigen und unbedeutenden Auflehnung einiger keltischer Distrikte."
MOMMSEN spricht von einer "entsetzlichen Zeit". Große Desaster wie Cannae, Carrhae und der Teutoburger Wald seien "verglichen mit der Doppelschmach von Novaesium" geradezu "Ruhmesblätter" gewesen:
"nur wenige Männer, keine einzige Truppe hat in der allgemeinen VERUNEHRUNG sich reinen Schild bewahrt. Die grauenhafte Zerrüttung des Staats-und vor allem des Heerwesens, welche bei dem Untergang der Julisch-Claudischen Dynastie uns entgegentritt, erscheint deutlicher noch als in der führerlosen Schlacht von Betriacum in diesen Vorgängen am Rhein, derengleichen die Geschichte Roms nie vorher und nachher aufweist."
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Kritik der Kritik:
Bleibt nur die Frage, ob man selbst unter diesen-wie MOMMSEN selbst einräumt-elenden Verhältnissen immer ein Ehrenmann geblieben wäre. Man darf nicht vergessen, daß die Soldaten "arme Schweine" waren, denen es ums Überleben ging und die das "ausbaden" mußten, was die große Politik angestiftet hatte. Unter solchen widrigen Umständen kann es geradezu einen Überlebensvorteil darstellen, eben kein Ausbund an Tugend zu sein. Wer sich in einer vulgären Lage befindet, von dem kann man kaum erwarten, daß er "edeltrefflich" handelt.
Menschen sind nun eben einmal äußerst defekte und defiziente Fehlprodukte der Natur. Da kann man keine "apostolischen" Handlungen erwarten. Vielmehr sollte man immer froh sein, daß nicht alles noch viel schlimmer kommt.
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Sonntag, 1. Mai 2016
EIN RATSHERR VON SPEYER
Name: BARBATUS SILVESTER
Über der Inschrift ist ein Totenmahl dargestellt.
Die Inschrift lautet: D. M. / ETERNE QUIETI (ET) SECURITATIS/ BARBAT(I)US SILVESTER D(ECURIO) C(IVITATIS) N(EMETUM)...=Den göttlichen Manen, für ewige Ruhe und "der Sicherheit" (Seelenheil?) Barbatius Silvester, Ratsherr der Bürgerschaft der Nemeter (=Stamm um Speyer)...
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CIL (Corpus inscriptionum Latinarum) XIII, 11690.
Über der Inschrift ist ein Totenmahl dargestellt.
Die Inschrift lautet: D. M. / ETERNE QUIETI (ET) SECURITATIS/ BARBAT(I)US SILVESTER D(ECURIO) C(IVITATIS) N(EMETUM)...=Den göttlichen Manen, für ewige Ruhe und "der Sicherheit" (Seelenheil?) Barbatius Silvester, Ratsherr der Bürgerschaft der Nemeter (=Stamm um Speyer)...
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CIL (Corpus inscriptionum Latinarum) XIII, 11690.
DIE VERHÄLTNISSE IN GERMANIEN (24): NACH THEODOR MOMMSEN: "IM SPÄTHERBST DES JAHRES 70 WAR DER UNGLEICHE KAMPF ENTSCHIEDEN"
Nachdem sich die Lage wieder zugunsten der Römer geändert hatte, gingen die "Agrippinenser" (KÖLN hieß damals CCAA=COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSIUM) wieder zu diesen über und töteten gleich mal, um sich bei den Römern "anzuwetzen", eine ganze germanische "Kohorte". Diese hatte man eingesperrt und in ihrem Quartier verbrannt!
(Die Geschichte ist voll von solchen "menschlichen" Schweinereien.)
In der BELGICA hielten noch einige zu den GERMANEN, doch eine aus Britannien zurückkehrende Legion brachte sie zur "Vernunft". Zwar gab es noch einige germanische Erfolge (Sieg der CANNENEFATEN über die römischen Schiffe, die bei der Landung der Legion geholfen hatten; einige andere Erfolge "der tapferen germanischen Haufen und vor allem der zahlreicheren und besser geführten germanischen Schiffe"), doch dies änderte an der allgemeinen Kriegslage nichts mehr. Hören wir MOMMSEN selbst:
"Auf den Ruinen von VETERA bot CIVILIS dem Feind die Stirn, aber dem inzwischen verdoppelten römischen Heere mußte er weichen, dann endlich auch die eigene Heimat nach verzweifelter Gegenwehr dem Feind überlassen."
Doch ein Unglück kommt selten allein: "Wie immer stellte im Gefolge des Unglücks die Zwietracht sich ein; CIVILIS war seiner eigenen Leute nicht mehr sicher und suchte und fand Schutz vor ihnen bei den Feinden."
Das Ende des Krieges beschreibt MOMMSEN so: "Im Spätherbst des Jahres 70 war der ungleiche Kampf entschieden; die Auxilien kapitulierten nun ihrerseits vor den Bürgerlegionen und die Priesterin VELEDA kam als Gefangene nach Rom."
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murmillo
(Die Geschichte ist voll von solchen "menschlichen" Schweinereien.)
In der BELGICA hielten noch einige zu den GERMANEN, doch eine aus Britannien zurückkehrende Legion brachte sie zur "Vernunft". Zwar gab es noch einige germanische Erfolge (Sieg der CANNENEFATEN über die römischen Schiffe, die bei der Landung der Legion geholfen hatten; einige andere Erfolge "der tapferen germanischen Haufen und vor allem der zahlreicheren und besser geführten germanischen Schiffe"), doch dies änderte an der allgemeinen Kriegslage nichts mehr. Hören wir MOMMSEN selbst:
"Auf den Ruinen von VETERA bot CIVILIS dem Feind die Stirn, aber dem inzwischen verdoppelten römischen Heere mußte er weichen, dann endlich auch die eigene Heimat nach verzweifelter Gegenwehr dem Feind überlassen."
Doch ein Unglück kommt selten allein: "Wie immer stellte im Gefolge des Unglücks die Zwietracht sich ein; CIVILIS war seiner eigenen Leute nicht mehr sicher und suchte und fand Schutz vor ihnen bei den Feinden."
Das Ende des Krieges beschreibt MOMMSEN so: "Im Spätherbst des Jahres 70 war der ungleiche Kampf entschieden; die Auxilien kapitulierten nun ihrerseits vor den Bürgerlegionen und die Priesterin VELEDA kam als Gefangene nach Rom."
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