Murmillo-Archiv

Mittwoch, 6. November 2013

MURIUM ARX

DIE SAGE VOM "MÄUSETURM" (MURIUM ARX) bei BINGEN (AD BINGIUM), ergötzlich nacherzählt mit "viel guoter Lehr" und allen bösen Geistlichen zur Warnung nebst einer Übersetzung des deutschen Textes in garantiert verderbtem Mittellatein auf unserer Seite diereichsburg.blogspot.de .

ÄGYPTISCHE GESCHICHTE

(Eigenbezeichnung Ägyptens: Kemet)


File:Egypt.Giza.Sphinx.01.jpg
File:Ancient Egypt map-de.svg


Vorgeschichte
(bis ca. 3000 v. Chr.)
Ägypten ist eines der frühesten bewohnten Gebiete der Erde. Eine frühe mehrphasige Grossiedlung im Neolithikum ist Merimde am westlichen Deltarand. In oberägypten gab es eine frühe Kulturgruppe in Tasa und Al Badari. In der folgenden Nakadakultur gab es v. a. in der Spätphase (Gerzean) in der 2. H. des 4. Jtd. eine Bevölkerungsverdichtung und kulturelle Differenzierung. Diese Verfeinerung erfasste erst Ober- und dann Unterägypten. Es soll schon einzelne Beziehungen zur in etwa parallel entstehenden mesopotamischen Hochkultur gegeben haben.

Altertum
Die Periode von der Reichsgründung Ägyptens bis zur Eroberung durch Alexander dem Grossen wird in 31 Dynastien eingeteilt. Dabei spielten neben Geschlechterfolge auch Herrschaftsbereich und Residenz eine Rolle. Die Ägypter selbst bezeichneten ihr Land als Kemet (Schwarzes Land) oder Ta Meri (Geliebtes Land).
Unterteilt werden Altes, Mittleres und Neues Reich sowie Spätzeit.

Frühzeit: 1. - 2. Dynastie (2900 - 2620)
Es kam zur Herausbildung eines Einheitsreiches, das in der Tradition dem König Menes zugeschrieben wird. Historisch ist das schwer überprüfbar. Heimat dieser beiden Dynastien war Abydos. Memphis wurde aber auch stärker.
Damals wurde die Staatsverwaltung mit einem Beamtenapparat entwickelt. Möglicherweise bildete sich auch die ägyptische Schrift aus Vorläufern heraus. Am Ende zerfiel das Einheitsreich, was aber später rückgängig gemacht werden konnte.

Altes Reich: 3. - 8. Dynastie (2620 - 2100)
In der 3. und 4. Dynastie wurde die Gründung eines Einheitsstaates gefestigt und ausgebaut. Gleichzeitig wurden die Weichen für die Entstehung der als klassisch empfundenen ägyptischen Kultur gelegt.
König Djoser (und Imhotep) liess eine Stufenpyramide bauen und Cheops, Chephren und Mykerinos erbauten grosse echte Pyramiden. Die Verwaltung wurde ausgebaut, wobei die Zentralregierung über den Wesir die Verwalter der Gaue in Abhängigkeit hielt.
Seit der 5. Dynastie galten die Herrscher als Söhne des Sonnengottes. Die damaligen kleineren Grabmäler wurden bei Abu Sir errichtet. Mit dem Beamtentum war auch Grundbesitz als Lehen verbunden, wobei immer wieder strittig war, ob es der Inhaber vererben durfte. So entwickelte sich eine Beamtenschicht ("Beamtenadel").
In die 6. Dynastie versuchte, diesen Prozess wieder rückgängig zu machen, wurde aber von den oberägyptischen Gaufürsten abhängig. Unter der Regierung Pepis II. kam es zu sozialen Unruhen und nach seinem Tod zu einer blutigen Revolution und der Ersten Zwischenzeit.

In der Ersten Zwischenzeit kämpften die Gaufürsten in wechselnden Koalitionen um die Macht.
Geistig gilt diese Periode des Umbruchs aber als fruchtbar. Die Literatur beschäftigte sich mit Sinnfragen.
Am Ende dieser Phase wollten die 9. und 10. Dynastie von Herakleopolis die Einheit des Landes wiederherstellen, wurden aber von einem Gaufürstengeschlecht aus Theben daran gehindert.

Mittleres Reich: 11. - 14. Dynastie (2040 - 1650)
Die Fürsten von Theben begründen die 11. Dynastie, Hauptstadt bleibt Theben. Die Könige hiessen Mentuhotep. Im allgemeinen war ihre Politik den Gaufürsten freundlich gesinnt.
Die 12. Dynastie verlegte die Residenz nach Memphis und an den Eingang zum Becken von Al Faijum. Das Königtum baute eine neue Propaganda auf und nutze das Bürgertum, die Macht der Gaufürsten auszugleichen. Nach Kleinasien hin bemüht man sich um friedliche Beziehungen (zu den Fürsten), zum Süden hin wurden Teile Nubiens besetzt. Man baute hier einen Festungsgürtel auf.
In der 13. und 14. Dynastie kam es zu einem Niedergang, dessen Ursachen umstritten sind. Zahlreiche Herrscher wechelten sich in kurzer Folge ab, z. T. gab es Gegenkönige. Die Verwaltung blieb aber weitgehend intakt. Beendet wurde diese Phase erst durch die Angriffe der Hyksos.

In der Zweiten Zwischenzeit (1650 - 1551) herrschten die 15. - 17. Dynastie. Die 15. Dynastie wurde von Hyksos gebildet, die wohl aus Asien stammten. Sie waren nur eine dünne Oberschicht und erkannten Unterkönige (auch einheimische) an. Mit dem sich inzwischen etablierten Reich von Kusch in Nubien wurde ein Bündnis geschlossen. Die Hauptstadt war Auaris im Ostdelta.
Erst Kamose von Theben griff die Hyksos an, sein Bruder Amosis I. bezwang sie.

Neues Reich: 18. - 20. Dynastie (1551 - 1070)
Amosis I. weitete die Herrschaft Ägyptens auch auf Nubien aus. Thutmosis I. machte Ägypten zu einer Grossmacht. Der Herrschaftsbereich wurde im Nordosten bis an den Euphrat aufgebaut und im Süden bis zum 3. oder 4. Katarakt. Später gelangte eine Frau, Hatschepsut, die vorübergehend ihren Sohn Thutmosis III. an die Seite gedrängt hatte, aber dann verschwand. Thutmosis III. zog gegen die verbündeten und von Mitanni unterstützten Fürsten, die er bei Megiddo schlug. In mehr als einem Dutzend weiteren Feldzügen gegen Asien erweiterte er den ägyptischen Einflussbereich und und errichtete entlang der Küste nach Norden befestigte Stützpunkt, die er dann ins Landesinnere vortrieb. Im Süden bildete der 4. Katarakt die Grenze.
Die Nachfolger, Amenophis II. und Thutmosis IV., konnten den territorialen Bestand weitgehend halten. Unter Amenophis III. erreichte der Wohlstand Ägyptens einen Höhepunkt. Eine auch geistige Wende kam unter Amenophis IV., der als Echnaton in Mittelägypten mit Amarna eine neue Hauptstadt gründete. Echnaton errichtete eine Art Monotheismus, indem er die Sonnescheibe Aton anbeten liess. Politisch wurde das Reich unter ihm allerdings geschwächt und verlor seine asiatischen Besitzungen. Seine Regierung wirkte sich auch deutlich auf Verwaltung, Kunst und Kultur aus. Er versuchte, die zentrale Stellung des Königs weiter auszubauen.
Nachfolger Echnatons war Tutanchatons, später Tutanchamun, für den wohl Eje einen Teil der Throngeschäfte führte und dann sein Nachfolger wurde. Sein Nachfolger wurde Haremheb, ein nicht mit dem Königshaus verwandter General. Er bekämpfte die Korruption, reorganisierte die Verwaltung und stärkte den Einfluss Ägyptens in Asien wieder. Residenz wurde jetzt Memphis.
Sethos I., der zweite König der 19. Dynastie, stellte jetzt in Syrien die Verhältnisse vor der Amarnazeit wieder her. Jetzt war der Gegner das Hethiterreich. Gleichzeitig bedrohten libysche Stämme die ägyptische (N)W-Grenze. Ramses II., der Sohn Sethos I., verlegte die Residenz endgültig ins Ostdelta. Er liess bei Kantir Palast und Wohnanlagen seines Vater prunkvoll ausbauen. Die Auseinandersetzung mit dem Hethiterreich gipfelte 1285 oder 1274 in der Streitwagenschlacht bei Kadesch und endete unentschieden. Ramses II. musste Kadesch aufgeben, konnte aber in folgenden Feldzügen abgefallene Vasallen wieder unter seine Herrschaft zwingen. 15 Jahre nach der Schlacht bei Kadesch kam es zu einem Friedensvertrag mit den Hethitern. Darin wurde der Status quo anerkannt und gegenseitige Hilfe vereinbart.
In der folgenden Friedenszeit widmete sich Ramses II. der Bautätigkeit: Karnak, Luxor, Abu Simbel und das Ramesseum sind nur einige Beispiele dafür. Merenptah, der Sohn Ramses II., musste wieder die Westgrenze gegen libysche Stämme verteidigen. Die grosse 19. Dynastie endete in Wirren.
Ramses III., der bedeutendste Herrscher der 20. Dynastie, konnte noch einmal unter grossem Einsatz den Angriff der aus dem Norden hereinbrechenden Seevölker auf dem Wasser und zu Lande abwehren. Die Kraft des Landes war aber erschöpft. Es kam zu inneren Unruhen.
Mit Ramses XI. endete die Dynastie und damit das Neue Reich.

In der Dritten Zwischenzeit (21.-24. Dynastie, 1070 - 711) wurde das Land in kleinere Herrschaftsbereiche aufgespalten.






Dienstag, 5. November 2013

AD VENENUM

venenum (von: venus, veneris, fem.=Anmut, Liebreiz, Schönheit; Liebe, Liebeslust, -genuß; auch: Same; Geliebte; Venuswurf=höchster Wurf beim Würfelspiel; adj. venerius=sinnlich, geschlechtlich, unzüchtig; der Venus geweiht, heilig (!); ai. vánas=Lieblichkeit; ahd wunnia=Wonne)
1.) Farbe
2.) Liebestrank, Zaubermittel
3.) Trank, Mittel; occ. Gifttrank, Gift; auch: Unheil

virus=Schleim, Gift, Geifer
toxicum (von griech: toxikon)=Pfeilgift
übertragen auch: pestis=Seuche, Unheil, Verderben; dichterisch: pestis textilis=das Nessuskleid; auch: Unheil, Unhold, Geißel etc.
davon: pestifer=verderblich, unheilvoll; engl: pestiferous=krankheitserregend, verderblich
(My pestiferous pupils! Abite ad malam partem=Geht zum Teufel!)
venenum parare alicui/ alicuius necandi causa=jemandem Gift mischen
venenum haurire=Gift trinken
veneficus=Giftmischer
veneficium=Giftmischerei
venefica=Giftmischerin
poculum mortiferum=Giftbecher
venenatus, veneno infectus (tinctus, illitus, imbutus), mortifer; übertragen: acerbus, perniciosus=giftig
(Moral=Gift; Nietzsche!)
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Ein witziger, makabrer Name für eine Kneipe=caupona wäre: Zum lustigen Giftbecher oder: Zum letzten Trank. Sollte einige Leute dahin einladen.
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Have a nice day!

Sonntag, 3. November 2013

GIFTMORDE

Gefleckter Schierling (Conium maculatum)

Wer sich mit der Antike beschäftigt, dem fallen oft gelungene oder versuchte Giftmorde und Hinrichtungen mit Giften auf. Man denke dabei an die vielen Machtkämpfe an den Höfen oder Hinrichtungen wie die des Sokrates. Während man bei Sokrates auf den Schierling setzte, verwendeten andere Unheilsbringer den "Klassiker" Arsen, Quecksilberverbindungen, Bleiacetat (Bleisalz der Essigsäure) oder Pilzgifte.
Die Hinrichtungs- oder Tötungsart durch Gift liess wenigstens den Körper des Delinquenten äusserlich heil und genügte damit einer gewissen antiken Ästhetik.

Gifte können dabei ganz unterschiedlich wirken. Nach den beiden Hauptwirkungen unterteilt man sie in Nervengifte und Gewebsgifte. Es können aber auch Mischformen auftreten.
Im Schierlingsbecher (κώνειον) ist z. B. Gefleckter Schierling gelöst, der Coniin enthält. Coniin ist ein Nervengift, das eine sogenannte "schlaffe Lähmung" herbeiführt, die von den Beinen aufsteigt und schliesslich bei vollem Bewusstsein die Atmung lähmt (durch Blockierung der Acetylcholin-Rezeptoren).
Wollte man dagegen vor dem Eintreten des Todes zusätzlich eine einschläfernde Wirkung erreichen, konnte man Mohnsaft beimischen, wie es der Naturphilosoph und Giftexperte Thrasyas aus Mantinea empfahl.

Unter diesem Link sind einmal die Nervengifte und ihre Wirkungen kurz referiert:

Nervengifte


Freitag, 1. November 2013

ABLATIV MIT PARTIZIP (AMP)


Der A. m. P. ist wie folgt wiederzugeben:
1.) Socrate docente omnes tacebant.=Während Sokrates lehrte (vortrug, Vorträge hielt), schwiegen alle.
(Ad discipulos: Merkt euch das! Wenn der Lehrer spricht, habt ihr Sendepause!)
2.) Fratre necato Romolus solus regnabat.=Nachdem der Bruder getötet worden war, regierte Romulus allein.=Nachdem Romulus seinen Bruder getötet hatte, regierte er allein.
Es kann nur einen geben!
Übersetzuggstips:
ad 1) beim Part. Präs. ein Satz mit "während" bilden
ad 2) beim Part. Perf. ein Satz mit "nachdem" bilden; ggf. ins Aktiv umwandeln!
-evtl. eine andere Konjunktion wählen
-Beiordnung
-substantivische Wendung
Weitere Beispiele:
1) Caesar (C.) pluribus praesentibus (während mehrere anwesend waren; weil zu viele anwesend waren; in Anwesenheit vieler) eas res iactare nolebat (wollte diese Angelegenheiten nicht besprechen; auch: sich dieser Dinge rühmen; diese Dinge rühmen).
2.) Nihil potest evenire (Nichts kann geschehen) nisi causa antecedente (außer durch eine vorausgehende Ursache; modal: ohne daß eine Ursache vorhergeht;=Satz vom Grunde).
3.) Laudatis pro contione victoribus (Nachdem die Sieger in der Heeresversammlung gelobt worden waren; nachdem er die Sieger gelobt hatte) Germanicus (G.) congeriem armorum struxit (ließ einen Haufen mit Waffen errichten; aufschichten) superbo cum titulo (mit der stolzen Aufschrift): Debellatis inter Rhenum Albimque nationibus (Nachdem die Völker zwischen Rhein und Elbe niedergekämpft worden waren; nachdem es...besiegt hatte) exercitum Tiberii Caesaris (habe das Heer des Caesar Tiberius) ea monumenta Marti et Iovi et Augusto sacravisse (diese Denkmäler für Mars und Jupiter und den Augustus (Kaiser) geweiht).
Besonderheit: alleinstehendes PPP:
Nec diu certato sociorum cohors signa ad hostem transtulit.=Nachdem noch nicht lange gekämpft worden war, lief eine Abteilung der Verbündeten (Bundesgenossen) zum Feind über ("trug die Feldzeichen zum Feind hinüber"). Es war noch nicht lange gekämpft worden, da ging eine Einheit Bundesgenossen zum Feind über.-Das macht man nicht!
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Quelle: COMPENDIUM LINGUAE LATINAE
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Euer Caesar

CONGRATULATIONS! - GRATULOR!



Während hier im Blog historische und sprachliche Themen verhandelt werden, hat unser "Vlog" auf Youtube >> Murmillo1 << die 30.000er-Marke geknackt!




GRIECHISCHE GESCHICHTE

File:Socrates Louvre.jpg

Die Bezeichnung Griechenland bezieht sich für die Antike auf die griechische Halbinsel ohne Makedonien, die zugehörigen griechischen Inseln, die Peloponnes und die Inseln der Ägäis samt Kreta. Griechenland wurde spätestens im 6. Jtd. v. Chr. von Vorderasien aus in den neolithischen Kulturbereich einbezogen.

Um ca. 2000 v. Chr. trafen indogermanische Stämme bei ihrer Einwanderung auf eine mit Kleinasien eng verbundene Bevölkerung. Es entstand unter kretischem Einfluss die mykenische Kultur mit grösseren Territorialherrschaften (ab 16. Jhd.). Diese bildeten schon eine komplexe Verwaltung mit klar definierten Zentren wie Mykene und Pylos heraus. Die sog. minoische Kultur auf Kreta stand dagegen unter ägyptischem Einfluss.
Ab ca. 1200 v. Chr. kam es zu neuen Einwanderungswellen, die über Thessalien und den Golf von Korinth verliefen. Man spricht von Dor(i)ern und Nordwestgriechen. In Arkadien konnten sich Reste der früheren Bevölkerungsgruppen halten, einige wanderten aber auch Richtung Ägäis aus. Dort führte die Hellenisierung  zu griechischen Stammesbünden. Die Berührung mit dem Osten schuf erste kulturelle Zentren. In der Philosophie sah man das anhand der Vorsokratiker aus Kleinasien.
Es kam gleichzeitig zur Ausbildung von gemeingriechischen Institutionen, Festspielen (Panhellenische Spiele: Olympia, Delphi, Korinth, Nemea), Mythen, Kulten und Kultverbänden (u. a. Delphi).

Die archaische Zeit seit etwa 800 ist politisch durch eine regionale Aufsplitterung und durch Herausbildung des Gemeindestaates (Polis) bestimmt. Die Polis bestand auf Unabhängigkeit nach aussen. Im Innern kam es allmählich (in vielen Poleis) zu einer Ablösung der Monarchie durch eine Aristokratie.


Der sich entwickelnde Gegensatz zwischen Volk und Adel hatte die verstärkte Teilnahme des Volkes, das überdies zur Verteidigung der Polis herangezogen war, an der Entscheidung über seine Belange zum Ziel. Die Rechtswahrung wurde zunehmend vom Staat übrnommen.
Bestehende Gegensätze führten zum Aufstieg von Tyrannen, die von der Masse oft begrüsst wurden. Peisistratos von Athen machte eine weitgehend volksfreundliche Politik und kümmerte sich um die Wohlfahrt. Der geförderte Abbau politisch-sozialer Schranken führte zu weiterer Demokratisierung.
Sparta entwickelte sich als führende Macht der Peloponnes zum Flächenstaat und wurde von der militaristischen Minderheit der Spartiaten mit rechtlicher und sozialer Abstufung der anderen Bevölkerungsteile (Heloten) regiert.
Neben Volksversammlung und Gerusia hielt sich ein Doppelkönigtum, das durch die 5 Ephoren (Ephorat) eingeschränkt wurde. Unter ihrem Einfluss beschränkte sich die spartanische Politik seit Mitte des 6. Jhd.s mehr und mehr auf innergriechische, peloponnesische Angelegenheiten (Entstehung des Peloponnesischen Bundes Ende des 6. Jhd.s).
Die in lockere Stammesbünde zusammengeschlossenen Griechen Kleinasiens fielen erst unter lydische, seit 546 unter persische Oberhoheit. Die Unterstützung des Ionischen Aufstands (500 - 494) durch Athen und Eretria (Euböa) hatte die Perserkriege zur Folge.

Klassische Zeit (500 - 336):

Die nach der Angliederung Thrakiens und Makedoniens (513) versuchte Unterwerfung Griechenlands zur Abrundung des persischen Reiches konnten die Griechen in den Schlachten bei Marathon (490) und bei Salamis (480) erfolgreich abwehren.
Nach Befreiung der kleinasiatischen Küstengebiete kam es zwischen Athen und Sparta zu Differenzen und zur Gründung des Attisch-Delischen Seebundes (477) unter Führung Athens. Persien konnte endgültig vom Mittelmeer verdrängt werden und musste die Unabhängigkeit der westkleinasiatischen Küstengebiete anerkennen.
In Athen festigten sich die demokratischen Strukturen durch eine volksfreundliche Gesetzgebung. Der Attisch-Delische Seebund wurde durch eine rigorose Kontrolle zum Herrschaftsinstrument Athens. Die Überführung der Bundeskasse 454 nach Athen und die durch Perikles angeregte Verwendung der Bundesmittel zum Ausbau der Akropolis dokumentierten den Anspruch Athens, das Zentrum Griechenlands zu sein und die Bemühungen um die politische Einigung der Griechen. Der wachsende Gegensatz zwischen Athen und Sparta hatte den peloponnesischen Krieg (431 - 404) zur Folge, in den fast ganz Griechenland hineingezogen wurde und der nach persischer Unterstützung Spartas mit dessen Vormachtstellung endete. Der mit Persien 387 abgeschlossene Königsfriede sicherte den griechischen Staaten die Unabhängigkeit, lieferte aber Kleinasien endgültig dem Grosskönig aus. Übergriffe des als ausführendes Friedensorgan auftretenden Sparta förderten die Gründung des 2. Attischen Seebundes (60 Mitglieder).
Die griechischen Einigungsbemühungen schlugen sich in Versuchen der Errichtung allgemeiner Friedensordnungen nieder. Erste, konkret fassbare panhellenische Vorstellungen sahen die Einigung aller Griechen unter Führung Athens vor, zugleich aber die Eroberung Kleinasiens als Siedlungsgebiet. Diese Führungsrolle übernahm dann 346 Philipp II. von Makedonien.


Hellenismus (336 - ca. 146):

Makedonien war ursprünglich ein lockeres Gefüge monarchisch regierter Einzelstämme. Der an der Axiosmündung regierenden Dynastie gelang dann aber die Integration zu einem einheitlichen Staatsgebilde. Bis zur Mitte des 4. Jhd.s hatte man dann bereits Teile des Balkangebiets unter Kontrolle.
Besonders Philipp II. von Makedonien dehnte den Einflussbereich über die ganze nördliche Ägäis aus. Dabei setzte er auf seine starke Militärmacht und diverse Kriegslisten.
Als dann auch noch der 2. Attische Seebund aufgelöst wurde, war der Widerstand gegen die Makedonen vollends unmöglich. 338 wurden die vereinigten Athener und Thebaner bei Chaironeia geschlagen. Philipp II. gründete daraufhin in Korinth eine "Friedensorganisation", mit der er Griechenland als Exekutivmacht beherrschen konnte.
Weitere Vorstösse waren Philipp II. aber nicht mehr möglich, weil er 336 ermordet wurde. Ob sein Sohn Alexander oder gar seine Frau Olympias dahinter steckte, konnte nicht ermittelt werden. Der Täter wurde gefasst und hingerichtet.
Philipps II. Sohn Alexander setzte das Werk des Vaters fort und intensivierte es noch. Er marschierte nach kurzer Vorbereitung in das Perserreich ein, siegte 334 in Anatolien, 333 bei Issos, unterwarf die Phönizier und eroberte 332 Ägypten. 331 schlug er den persischen Grosskönig bei Gaugamela endgültig. Dann marschierte er 329 ins heutige Turkmenistan ein und erreichte 326 den Indus. Hier ereigneten sich knapp siegreiche, aber sehr verlustreiche Grenzschlachten. Da Teile des Heeres zu meutern begannen, begann Alexander den Rückzug durch die Wüste. Alexander der Grosse betrieb eine Vermischung der Kulturen, die in organisierten Massenhochzeiten gipfelte. Das blieb nicht ohne Widerspruch in den eigenen Reihen. Eine grossangelegte Neuordnung des Reiches oder gar eine Eroberung des Westens der damals bekannten Welt gelang ihm nicht mehr, da er 323 in Babylon schwer erkrankte. Auf die Frage nach seiner Nachfolgerschaft gab Alexander seinen Siegelring an den Feldherren Perdikkas, meinte aber, dass sich der Stärkste unter seinen Nachfolgern durchsetzen würde. Zunächst gab es Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Reichseinheit und Anhängern einer Aufteilung des Reiches. Bei einem Ägyptenfeldzug, dessen Verlauf sich schwierig gestaltete, wurde aber Perdikkas ermordet, kurz bevor seine Feldherren die anstehenden Schlachten für sich entscheiden konnten. Damit hatten die Gegner einer Reichseinheit knapp gewonnen.

Das Alexanderreich wurde unter den sog. Diadochen aufgeteilt, die nun ihrerseits in jahrzehntelange Kriege verwickelt wurden.  In den entstehenden Diadochenreichen herrschten nun griech.-makedon. Minderheiten über andere unterworfene Völker und verbreiteten so ihre Kultur, ohne die einheimische Kultur völlig zu verändern.
Die wesentlichen Diadochenreiche waren Makedonien, das Seleukidenreich und das Ptolemäerreich. Das territorial grösste Seleukidenreich verlor aber bald v. a. im Osten Gebiete und erlebte im Westen die Entstehung unabhängiger Staatsgebilde auf seinem Territorium. Das makedonische Reich musste den Griechen eine Teilautonomie zugestehen. Einige griechische Poleis schlossen sich zu Bünden zusammen. Das Ptolemäische Reich war dagegen durch seine geographische Lage relativ gut geschützt und musste nur durch aufkommende innere Wirren hinnehmen, dass sein Machtanspruch auf den Raum um Palästina nicht permanent aufrecht erhalten werden konnte.
Eine langfristige Schwächung der Diadochenreiche kam erst durch die vordringenden Römer zu Stande. Als die Römer sich ab 229 mit wachsender Intensität in Epirus engagierten, zog Philipp V. 215 mit Hannibal gegen sie in den 1. Makedonischen Krieg. Die Römer konnten aber nicht zurückgeworfen werden, stattdessen begehrten die bisher abhängigen Griechen auf. Dabei kamen ihnen bisher lose Stammesbünde zu Hilfe, die jetzt zu föderalistischen Zusammenschlüssen mit demokratischen Elementen wurden.
Makedonien wurde in der Folgezeit schrittweise aufgeteilt und von Rom abhängig. Einschneidend waren Niederlagen wie die von Pydna 168.


Römische Zeit (ca. 146 - ca. 476):

Die Griechen freuten sich zwar allgemein über die Befreiung von griechischer Herrschaft, erlebten aber eine deutliche Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage durch römische Steuerpächter. Trotz verschiedener Stabilisierungsbemühungen Roms kam es zu griechischen Aufständen und militärischen Gegenschlägen (146). Nach verschiedenen Neuordnungsversuchen kam es 27 v. Chr. unter Augustus zu der Einrichtung der Provinz Achaia mit der Hauptstadt Korinth.
In der römischen Kaiserzeit kam es im griechischen Osten zu einer umfassenden Bautätigkeit und Förderung der griechischen Kultur durch die Verwaltung.
Die Polis verlor aber durch administrative und fiskalische Neuordnungen ihre althergebrachte Sonderstellung. Es kam zu einer Homogenisierung und Modernisierung.
Die Erhebung Byzanz' als Konstantinopel zur Hauptstadt des östlichen Reichsteils durch Konstantin I. (11.05.330) stärkte zwar den Osten, stellte aber die alten Verhältnisse nicht wieder her. Die römischen Reichsstrukturen blieben intakt, Konstantin I. gab dem Imperium aber ein neues Staatszentrum. Eine ideologische Unterfütterung erhielt das neue Konstrukt durch das Christentum, dass zuerst verfolgt wurde, dann geduldet war und schliesslich akzeptiert und zur Staatsreligion gemacht wurde.
Im neu entstandenen Reichsteil verschmolzen römische Imperiumsvorstellungen, griechische Kultur und christliche Religion.
Die Stütze der griechischen Kulturtradition wurde jedoch immer stärker, da der Westen des Reiches politisch schwächer wurde und der Osten nicht griechisch geprägte Gebiete verlor.
Nach der Teilung des Römischen Reiches (395) eroberten die Westgoten Thrakien und Makedonien und drangen bis auf die Peloponnes vor. Das Westreich ging in der Völkerwanderung ganz unter. Traditionell wird dafür das Jahr 476 gesetzt (Absetzung von Romulus Augustulus), heute sieht man aber mehrere Übergangspunkte.
Nach der Zeit der Völkerwanderung kam es unter Kaiser Justinian I. zur Stabilisierung und sogar zu einer begrenzten Rückeroberung westlicher Reichsteile.


Byzantinische Zeit:

Die politischen Reformen der Spätantike haben die Entwicklung zur Byzantinischen Zeit bereits vorweggenommen. Hier wird die Herrschaft Justinians als Wendepunkt gesetzt.


Nach dessen Herrschaft mit einer politischen Konsolidierung geriet Ostrom zuerst durch Perser und dann durch Araber unter starken Druck. Im 7. Jhd. bemächtigten sich die Araber grosser Reichsteile, so dass der Rest des Landes zu einem Staat mit fast rein griechischer Bevölkerung wurde.