Defessi (ermüdet) Aeneadae (die Aeneaden; Aeneas' Männer) quae proxima litora (welche die nächsten Strände; Ufer; Küsten) cursu (im Lauf)
contendunt petere (beeilen sie sich, aufzusuchen; strengen sie sich an zu erreichen), et Libyae vertuntur ad oras (und nach Libyens Küste wenden sie sich; steuerten sie).
est in secessu longo (in einer weiten Bucht; fern in der Bucht) locus (ein Ort): insula (eine Insel) portum
efficit (schafft; bildet; bewirkt einen Hafen) obiectu laterum (durch das Vorstrecken der Seiten), quibus (an denen) omnis (ganz) ab alto (vom Meer) frangitur (sie "zerbrochen" wird; d.h. die Brandung bricht sich an ihr) inque sinus scindit sese (und in die Buchten spaltet sich) unda (das Gewoge) reductos (in die zurücktretenden; also eingeschnittenen).
hinc atque hinc (hüben und drüben) vastae rupes (ungeheure Felsen) geminique (und zweifache) minantur (drohen)
in caelum (in den Himmel; himmelwärts) scopuli (Felsen), quorum sub vertice (unter deren Scheitel) late (weithin)
aequora tuta silent (die sicheren Fluten schweigen); tum silvis scaena coruscis (dann ein Schauplatz von schimmernden Wäldern)
desuper (oben), horrentique atrum nemus imminet umbra (und durch düsteren ("starrenden",; schaurigen) ein finsterer Wald "droht" (ragt herein; empor) durch Schatten).
fronte sub adversa (gerade gegenüber; "bei der entgegengesetzten Vorderseite") scopulis pendentibus (mit hangendem Gestein; Felsen; Klippen) antrum (eine Höhle);
intus (innen) aquae dulces (süße Wasser) vivoque sedilia saxo (Sitze aus natürlichem Stein),
Nympharum domus (Häuser; Wohnung der Nymphen). hic fessas non vincula navis ulla (hier die "ermüdeten" Schiffe nicht irgendwelche Taue)
tenent (halten), unco (mit gekrümmten) non alligat ancora (hält der Anker nicht fest) morsu (mit Biß).
huc (hierhin) septem Aeneas collectis navibus (Aeneas mit sieben gesammelten=geretteten Schiffen) omni ex numero (aus der ganzen Zahl) subit (läuft er ein), ac magno telluris amore (und von großer Liebe zum Lande)
egressi (aussteigend) optata potiuntur Troes harena (bemächtigen sich die Troer des ersehnten "Sandes"=Gestade)
et sale tabentis artus (und die von Salz triefenden Glieder) in litore ponunt (legen sie auf den Strand).
ac primum (und zuerst) silici (dem Kiesel) scintillam excudit (den Funken schlägt heraus) Achates (der Achates)
succepitque ignem (und er fing das Feuer auf) foliis (mit Blättern) atque arida circum
nutrimenta dedit (und gab herum trockene "Nahrung"; dürres Stroh!) rapuitque in fomite flammam (und nahm schnell; raffte fort die Flamme an den Zündstoff).
tum Cererem corruptam undis (dann "die durch Wogen=Wasser verdorbene Gabe der Ceres"=durchnäßtes Stroh!) Cerealiaque arma (und Handmühlen für Getreide)
expediunt (schaffen sie herbei; befördern sie ans Ufer) fessi rerum (müde der Dinge, müde vom Erlebten), frugesque receptas (und die wiedergewonnenen=geretteten Feldfrüchte=Körner)
et torrere parant flammis (bereiten sie sowohl vor zu rösten an den Flammen) et frangere saxo (als auch zu "zerbrechen" durch den Stein=als auch zu mahlen).
Aeneas scopulum interea conscendit (Aeneas bestieg inzwischen die Klippe), et omnem
prospectum (und die ganze Fernsicht) late (weithin) pelago (auf das Meer) petit (sucht er zu erreichen), Anthea si (ob den Antheus) quem
iactatum vento (den verschlagen durch den Sturm) videat (er wohl sehe) Phrygiasque biremis (und die phrygischen Zweiruderer)
aut Capyn (entweder den Kapys) aut celsis in puppibus arma Caici (oder auf ragendem Heck die Waffen des Caicus).-
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27 Verse
Murmillo-Archiv
Samstag, 1. September 2018
Montag, 1. Januar 2018
HINWEIS FÜR ALLE "STUDIOSI LITTERARUM" NEBST MORALISCHER KURZBELEHRUNG
Eine kleine Zusammenfassung (summula) der beiden Perikopen "Seneca: Epistula 8, 1 und 2" findet sich auf unserer "Novatlan"-Seite.
Und nicht vergessen: Vitate quaecumque vulgo placent, quae casus adtribuit=meidet alles, was dem Volk gefällt und was der Zufall bringt!
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Seneca, ep. 8, 3.
Und nicht vergessen: Vitate quaecumque vulgo placent, quae casus adtribuit=meidet alles, was dem Volk gefällt und was der Zufall bringt!
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Seneca, ep. 8, 3.
SENECA, EPISTULA 8, 2
Secessi non tantum (ich habe mich nicht nur zurückgezogen) ab hominibus von den Menschen), sed a rebus (sondern von den Dingen; Angelegenheiten), et in primis (und besonders; "unter den ersten") a meis rebus (von meine Dingen; =öffentlichen Verpflichtungen): posterorum negotium (die Beschäftigung der "Späteren"=für die Nachwelt) ago (betreibe ich). Illis (Für jene) aliqua (irgendwas; irgendwelche Dinge), quae possint prodesse (die nützen können) conscribo (schreibe ich auf); salutares admonitiones (heilsame Ermahnungen), velut (wie; gleichsam) medicamentorum utilium compositiones ("Zusammensetzungen"=Rezepte nützlicher Medikamente), litteris mando (vertraue ich den "Buchstaben" an; schreibe ich nieder; halte ich auf Papier fest), esse illas (daß jene (Ratschläge und Ermahnungen) efficaces in meis ulceribus (wirksam bei meinen Wunden sind (Geschwüren; bildlich gemeint; "esse": sind; von expertus abhängig), expertus (erfahren habend; von "experiri"), quae etiam si (die auch wenn) persanata non sunt (sie nicht völlig abgeheilt sind), serpere desierunt ( aufhören, weiter um sich zu greifen; serpere=kriechen; sich verbreiten).
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SENECA, EPISTULA 8, 1
Tu (Du) me (daß ich), inquis (sagst du) vitare turbam (das Menschengedränge meide) iubes (befiehlst), secedere (mich abzusondern; daß ich mich zurückziehen), et conscientia esse contentum (und mit meinem guten Gewissen zufrieden sein soll; alles abhängig von "iubes")? Ubi illa praecepta vestra (Wo (sind denn) jene eure Moralvorschriften), quae imperant (die befehlen) in actu mori (in der Tätigkeit zu sterben)? Quid (Was denn; wie)? Ego tibi videor (Scheine ich dir) inertiam suadere (Trägheit; Nichthandeln zu raten)? In hoc (Zu diesem Zweck; wörtl.: in diesem (Punkt)) me recondidi (habe ich mich verborgen; zurückgezogen) et fores clusi (und die Türen verschlossen), ut prodesse pluribus (damit ich mehr (Menschen) nützen) possem (kann; Konj. Imp. wegen der Consecutio temporum (Gleichzeitigkeit zu Hauptsatz in Vergangenheit=Konj. Imp.); um mehr Menschen zu nützen). Nullus (Kein) mihi (mir) per otium (für die Muße) dies (Tag) exit (vergeht; exire=hinausgehen; aus der Gegenwart); partem noctium (einen Teil der Nächte) studiis vindico (nehme ich für meine Studien in Anspruch); non vaco (ich bin nicht frei; habe keine Zeit) somno (für den Schlaf), sed succumbo (sondern ich gebe ihm nur nach), et oculos vigilia fatigatos (und die durch die Nachtwache (nicht die von Rembrandt!) ermüdeten Augen) cadedentesque (und die "fallenden"; die Augen, die zufallen) in opere detineo (halte ich bei der Arbeit beschäftigt; fest; eben davon ab zufalllen zu wollen, um weiterarbeiten zu können).
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So war er halt, der Seneca, "sempre studiare"!
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So war er halt, der Seneca, "sempre studiare"!
Montag, 29. Mai 2017
NOTICIAS
Hallo!
Ich melde mich wieder 'rein: Habe die Popularität der Blogs via Social Media geboostet!
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Samstag, 13. Mai 2017
QUELLE: HANS JOACHIM STÖRIG: KLEINE WELTGESCHICHTE DER PHILOSOPHIE 2
Fischer-Verlag, Frankfurt am Main, 1969-1979, S. 40 f.
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JULIEN OFFRAY DE LAMETTRIE (1709-1751; was für ein Name!)
De LAMETTRIE ist ein Philosoph, der die Position des radikalen Materialismus vertritt, der aber oft übersehen wird, weil er nicht so berühmt ist wie "unser KANT", den uns niemand so schnell nachmacht! Auch ich muß zerknirscht eingestehen, daß LAMETTRIE mir bislang "durch die Lappen gegangen ist". DE LAMETTRIE war Arzt und Naturphilosoph. Er war bedeutend als Philosoph, weniger als Arzt (Ärzte standen damals übrigens nicht im allerbesten Rufe! Heute ist ihr Ruf natürlich besser.)
Wegen seiner radikalen Schreiberei mußte LAMETTRIE zweimal "umziehen", einmal aus Frankreich und einmal aus dem ach so liberalen Holland, wo es viel Käse und Hering gibt. Er ging an den Hof von FRIEDRICH, DEM GROSSEN, der ein großes Herz für Frei-und Querdenker jeder Couleur hatte. Dort wurde er von VOLTAIRE als "Hofatheist" verspottet, was nicht nett von dem Philosophenkollegen war.
LAMETTRIE äußerte in seinem MAGNUM OPUS "Der Mensch als Maschine" folgende Grundthesen:
1) Die Spaltung des Seienden in Materie und Geist ist falsch!
2) Die Materie ist nicht tot.
3) Sie ist ständig in Bewegung (der Gedanke mutet geradezu modern an, man denke nur an Bewegungsenergie von Teilchen u. dergl.)
ERGO: Die Hypothese eines Gottes, der die Welt bewegt, ist hinfällig und überflüssig, ja geradezu der Wissenschaft hinderlich! Die Welt bewegt sich selber, und zwar ohne Gott.
Weiter: Geist, Seele, denkende Substanz-alles überflüssig! Denken ist lediglich eine Körperfunktion.
Religiöse Selbstquälereien sind nutzlos und stehen dem diesseitigen Lebensglück im Wege.
Andere Materialisten waren BARON DIETRICH VON HOLBACH (1723-1789) und ADRIEN HELVETIUS (1715-1771).
Auch für sie gilt: Es existiert nur die Materie (MONISMUS). Es reicht völlig aus, diese zu kennen, um alles zu erklärern. Metaphysische Hinterwelten sind reine Hirngespinste! Religion ist Erfindung der Priester; ZITAT: "Der erste Schurke, der dem ersten Narren begegnete, war ein Priester."
Die Wissenschaft hat die Aufgabe, den Menschen von all dem zu befreien.
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Diese Philosophie vereinfacht mit einem Schlage alles. Mit dem Wegfall geistiger Hinter-und Jenseitswelten (DUALISMUS) sind auf einmal viele Probleme gelöst, an denen sich die geplagte Menscheit Äonen abgearbeitet hat. Durch die Erkenntnis, daß besagte Hypothesen unnötig, somit die daraus resultierenden Probleme "hausgemacht" sind, befreit DE LAMETTRIE die Menschen von drückender Seelenlast. Alles nur ein Trick der Pfaffen, um Macht auszuüben! Die einfältigen Menschen haben hunderte von Jahren sinnlose Angst vor etwas gehabt, was es womöglich nicht gibt, also vor nichts.
Zudem ist es unwissenschaftlich, unnötigerweise Extra-Theorien zu ersinnen, wenn es einfachere und plausiblere Lösung gibt (es gilt ja schließlich das Gesetz "entia non sunt multiplicanda", siehe auch Occam's razor.)
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Es lebe LAMETTRIE, es lebe die Wissenschaft! Vive la France!
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Wegen seiner radikalen Schreiberei mußte LAMETTRIE zweimal "umziehen", einmal aus Frankreich und einmal aus dem ach so liberalen Holland, wo es viel Käse und Hering gibt. Er ging an den Hof von FRIEDRICH, DEM GROSSEN, der ein großes Herz für Frei-und Querdenker jeder Couleur hatte. Dort wurde er von VOLTAIRE als "Hofatheist" verspottet, was nicht nett von dem Philosophenkollegen war.
LAMETTRIE äußerte in seinem MAGNUM OPUS "Der Mensch als Maschine" folgende Grundthesen:
1) Die Spaltung des Seienden in Materie und Geist ist falsch!
2) Die Materie ist nicht tot.
3) Sie ist ständig in Bewegung (der Gedanke mutet geradezu modern an, man denke nur an Bewegungsenergie von Teilchen u. dergl.)
ERGO: Die Hypothese eines Gottes, der die Welt bewegt, ist hinfällig und überflüssig, ja geradezu der Wissenschaft hinderlich! Die Welt bewegt sich selber, und zwar ohne Gott.
Weiter: Geist, Seele, denkende Substanz-alles überflüssig! Denken ist lediglich eine Körperfunktion.
Religiöse Selbstquälereien sind nutzlos und stehen dem diesseitigen Lebensglück im Wege.
Andere Materialisten waren BARON DIETRICH VON HOLBACH (1723-1789) und ADRIEN HELVETIUS (1715-1771).
Auch für sie gilt: Es existiert nur die Materie (MONISMUS). Es reicht völlig aus, diese zu kennen, um alles zu erklärern. Metaphysische Hinterwelten sind reine Hirngespinste! Religion ist Erfindung der Priester; ZITAT: "Der erste Schurke, der dem ersten Narren begegnete, war ein Priester."
Die Wissenschaft hat die Aufgabe, den Menschen von all dem zu befreien.
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Diese Philosophie vereinfacht mit einem Schlage alles. Mit dem Wegfall geistiger Hinter-und Jenseitswelten (DUALISMUS) sind auf einmal viele Probleme gelöst, an denen sich die geplagte Menscheit Äonen abgearbeitet hat. Durch die Erkenntnis, daß besagte Hypothesen unnötig, somit die daraus resultierenden Probleme "hausgemacht" sind, befreit DE LAMETTRIE die Menschen von drückender Seelenlast. Alles nur ein Trick der Pfaffen, um Macht auszuüben! Die einfältigen Menschen haben hunderte von Jahren sinnlose Angst vor etwas gehabt, was es womöglich nicht gibt, also vor nichts.
Zudem ist es unwissenschaftlich, unnötigerweise Extra-Theorien zu ersinnen, wenn es einfachere und plausiblere Lösung gibt (es gilt ja schließlich das Gesetz "entia non sunt multiplicanda", siehe auch Occam's razor.)
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Es lebe LAMETTRIE, es lebe die Wissenschaft! Vive la France!
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