CICERO: DE FINIBUS 1, 29: EPIKURS LEHRE (11. Klasse)
Quaerimus (Wir untersuchen die Frage), quid sit (was sei; ist) extremum et ultimum bonorum (das äußerste=höchste und letzte=größte der Güter); quod (dieses) omnium philosophorum sententia (nach der Meinung aller Philosophen) tale debet esse (muß ein so beschaffenes sein; muß so sein), ut ad id (daß zu diesem; auf dieses) omnia (alles; Plural!) referri oporteat (zurückgeführt werden muß; bezogen werden muß), ipsum autem (es selbst aber) nusquam (auf nichts; nirgendshin). Hoc (Dieses) Epicurus (E.) in voluptate ponit ("setzt E. in die Lust"; läßt E. auf der Lust=Lebensfreude (?) beruhen; läßt E. in der Freude bestehen), quod (welches) summum bonum esse vult ("er will, daß es das höchste Gut sei"; von dem er will, daß...; das nach seinem Willen das höchste Gut sein soll) summumque malum (und das höchste Übel) dolorem (der Schmerz), idque (und dies; und zwar) instituit docere sic (begann er so zu lehren):...
---
quod summum bonum vult: ACI im Relativsatz; Sonderfall der sog. relativischen Verschränkung: das Relativ wird durch den Nebensatz 2. Grades bestimmt: id summum bonum esse; aus "id" wird "quod". Im Deutschen bestimmt der Nebensatz 1. Grades das Relativ: von dem er will...
---
Glaubt mir, es ist so!
---
The Latin master
Murmillo-Archiv
Donnerstag, 9. Mai 2013
Dienstag, 7. Mai 2013
DIE ETWAS ANDEREN TRINKGEWOHNHEITEN DER SKORDISKER
Die SKORDISKER siedelten am Unterlauf der Flüsse Save, Drau und Morawa. Dort verschmolzen sie mit den THRAKERN. Die SKORDISKER hatten "nette" Angewohnheiten. So erzählt man, daß sie Totenschädel als Trinkschalen benutzt haben! Prost!
Angeblich waren die SKORDISKER auch Immaterialisten. Dazu A. DEMANDT:
"Daß sie den Besitz von Gold verschmäht hätten, weil das nur Unheil bringe, glauben wir Athenaios (234 AB) ungern."
Die SKORDISKER kämpften gegen die Römer (mal besser, mal schlechter) und gründeten SINGIDUNUM=Belgrad.
---
Make friend with "Scordiscians" (?). "Scordiscians" really make good friends.
Man könnte auch T-shirts mit dieser Aufschrift drucken: "Mein Freund ist SKORDISKER."
(Es gibt ja schon welche mit dem Aufdruck: "Mein Freund ist Ausländer" oder "Mein Freund ist Katholik.")
---
A. DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 24 (Beck/ Wissen).
---
Sir R
Die SKORDISKER siedelten am Unterlauf der Flüsse Save, Drau und Morawa. Dort verschmolzen sie mit den THRAKERN. Die SKORDISKER hatten "nette" Angewohnheiten. So erzählt man, daß sie Totenschädel als Trinkschalen benutzt haben! Prost!
Angeblich waren die SKORDISKER auch Immaterialisten. Dazu A. DEMANDT:
"Daß sie den Besitz von Gold verschmäht hätten, weil das nur Unheil bringe, glauben wir Athenaios (234 AB) ungern."
Die SKORDISKER kämpften gegen die Römer (mal besser, mal schlechter) und gründeten SINGIDUNUM=Belgrad.
---
Make friend with "Scordiscians" (?). "Scordiscians" really make good friends.
Man könnte auch T-shirts mit dieser Aufschrift drucken: "Mein Freund ist SKORDISKER."
(Es gibt ja schon welche mit dem Aufdruck: "Mein Freund ist Ausländer" oder "Mein Freund ist Katholik.")
---
A. DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 24 (Beck/ Wissen).
---
Sir R
DIE KELTEN JOBBTEN GERN IM AUSLAND
(und das ohne Arbeitserlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung!)
1.) Ende 5. Jh. v: Die Kelten besetzen Böhmen (=BOIOHAEMUM). Der Name stammt von den BOIERN.
Bau der OPPIDA Stradonitz und Preßburg. Einigen scheint es dort nicht sonderlich gefallen zu haben, denn sie zogen nach Schlesien und Siebenbürgen weiter.
2.) 3. Jh. v: Keltisierung der illyrischen Ostalpen-REGNUM NORICUM-MAGDALENSBERG in Kärnten (VIRUNUM)-Bewohner: NORICI/ TAURISCI.
3.) Die Kelten erreichen das Schwarze Meer! (Die kamen rum!)
4.) Ab dem 4. Jh. v: Verbündete der Makedonen gegen die Illyrer.
5.) 324 v: keltische Gesandte in Babylon.
6.) 280 v: Kelten in Makedonien (s. DIODOR XXII 9,1). Ihr Boß BRENNUS (nicht der bekannte) besiegte den König PTOLEMAIOS KERAUNOS (und machte ihn gleich einen Kopf kürzer).-Plünderung von Delphi!
7.) Die SKORDISKER siedeln am Unterlauf der Flüsse Save, Drau, Morawa (s.u.).
8.) 278 v: König KOMMONTORIOS in Thrakien am Haimos-Gebirge.-Reich von TYLIS.- Byzanz mußte 50 Jahre lang blechen!
9.) 212 v: Der Keltenchief KAUAROS wird von den Thrakern besiegt.
10.) 280 v: Die Keltenkings LONORIUS und LUTARIUS (nicht verwandt mit Martin Luther!) überschreiten mit 20 000 Mann die Meerenge nach Kleinasien.-Söldner der Bithynier.-Kämpften so ziemlich für jeden (aber nur gegen Geld, versteht sich.).- 268 v. allerdings von ANTIOCHOS I besiegt.-Siedlungsraum in GALATIEN! Das Land hatten sie schon vorher durch das Los geteilt!-APPIAN (2. Jh.) nennt 3 Stämme: TEKTOSAGEN, TROKMER, TOLISTOBOIER/ TOLISTOAGIER.-Dauerfehde mit den Königen von Pergamon.-Um 235 v: ATTALOS I. verweigert den Tribut! (Frechheit!)
11.) 190 v: Schlacht von Magnesia: Die Kelten kämften auf Seiten des Seleukidenkönigs ANTIOCHOS III gegen die Römer. 190 v: Sieg der Römer unter dem Konsul MANLIUS VULSO. Der Keltenkönig ORTIAGON, der sich ganz GALATIEN unter den Nagel reißen wollte, wird bestraft. Angeblich 40 000 Gefangene.-ORTIAGON gegen EUMENES I.-166 v: Sieg des ORTIAGON, jedoch wird er von den Römern gehindert, GALATIEN einzukasssieren.
---
So waren sie halt, die alten Kelten. Immer für einen kleinen Kampf zu haben.
---
A. DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 23 ff. (Beck/ Wissen).
---
The Sir
1.) Ende 5. Jh. v: Die Kelten besetzen Böhmen (=BOIOHAEMUM). Der Name stammt von den BOIERN.
Bau der OPPIDA Stradonitz und Preßburg. Einigen scheint es dort nicht sonderlich gefallen zu haben, denn sie zogen nach Schlesien und Siebenbürgen weiter.
2.) 3. Jh. v: Keltisierung der illyrischen Ostalpen-REGNUM NORICUM-MAGDALENSBERG in Kärnten (VIRUNUM)-Bewohner: NORICI/ TAURISCI.
3.) Die Kelten erreichen das Schwarze Meer! (Die kamen rum!)
4.) Ab dem 4. Jh. v: Verbündete der Makedonen gegen die Illyrer.
5.) 324 v: keltische Gesandte in Babylon.
6.) 280 v: Kelten in Makedonien (s. DIODOR XXII 9,1). Ihr Boß BRENNUS (nicht der bekannte) besiegte den König PTOLEMAIOS KERAUNOS (und machte ihn gleich einen Kopf kürzer).-Plünderung von Delphi!
7.) Die SKORDISKER siedeln am Unterlauf der Flüsse Save, Drau, Morawa (s.u.).
8.) 278 v: König KOMMONTORIOS in Thrakien am Haimos-Gebirge.-Reich von TYLIS.- Byzanz mußte 50 Jahre lang blechen!
9.) 212 v: Der Keltenchief KAUAROS wird von den Thrakern besiegt.
10.) 280 v: Die Keltenkings LONORIUS und LUTARIUS (nicht verwandt mit Martin Luther!) überschreiten mit 20 000 Mann die Meerenge nach Kleinasien.-Söldner der Bithynier.-Kämpften so ziemlich für jeden (aber nur gegen Geld, versteht sich.).- 268 v. allerdings von ANTIOCHOS I besiegt.-Siedlungsraum in GALATIEN! Das Land hatten sie schon vorher durch das Los geteilt!-APPIAN (2. Jh.) nennt 3 Stämme: TEKTOSAGEN, TROKMER, TOLISTOBOIER/ TOLISTOAGIER.-Dauerfehde mit den Königen von Pergamon.-Um 235 v: ATTALOS I. verweigert den Tribut! (Frechheit!)
11.) 190 v: Schlacht von Magnesia: Die Kelten kämften auf Seiten des Seleukidenkönigs ANTIOCHOS III gegen die Römer. 190 v: Sieg der Römer unter dem Konsul MANLIUS VULSO. Der Keltenkönig ORTIAGON, der sich ganz GALATIEN unter den Nagel reißen wollte, wird bestraft. Angeblich 40 000 Gefangene.-ORTIAGON gegen EUMENES I.-166 v: Sieg des ORTIAGON, jedoch wird er von den Römern gehindert, GALATIEN einzukasssieren.
---
So waren sie halt, die alten Kelten. Immer für einen kleinen Kampf zu haben.
---
A. DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 23 ff. (Beck/ Wissen).
---
The Sir
Montag, 6. Mai 2013
AUS ALTEN LATEINBÜCHERN: ZWEI UNGLEICHE BRÜDER
Anno p. Chr. n. sexto decimo (Im 16. Jahr nach Christi Geburt) Germanicus (G.), Drusi filius (der Sohn des Drusus), bellum (den Krieg) variis Germaniae gentibus (verschiedenen Völkern Germaniens) intulerat ("hatte hineingetragen"; G. hatte...bekriegt; hatte Krieg angefangen mit...). Flumen Visurgis (Der Fluß Weser) inter Romanos Cheruscosque fluebat (floß zwischen den Römern und Cheruskern). Eius in ripa (An dessen/ seinem Ufer) Arminius adstitit (stellte sich Arminius hin) et Germanicum oravit (und bat den Germanicus), ut (daß) cum fratre colloqui (sich mit dem Bruder zu unterreden; zu sprechen) liceret (es erlaubt sei; mit dem Bruder sprechen zu können). Frater Arminii (Der Bruder des Arminius) erat in exercitu Romano (war im römischen Heer) cognomine Flavus (unter dem Beinamen Flavus), qui (der) vulnere gravi (durch eine schwere Verwundung) oculum (ein Auge) paucis ante annis (vor wenigen Jahren) amiserat (verloren hatte). Tum (Dann) permissu imperatoris (mit der Erlaubnis des Feldherrn) deductus (herabgeführt; hingebracht; hingeleitet; nachdem er...hingeführt wurde) progreditur (schreitet er vorwärts; tritt er hervor) et ab Arminio salutatur (und wird von Arminius gegrüßt). Fratrem interrogat (Er fragt den Bruder), unde deformitas oris (woher die "Häßlichkeit" des Gesichtes; die entstellende Narbe) facta sit ("gemacht worden ist"; stamme). Ille (Jener) locum pugnae (den Ort des Kampfes) et proelium referens (und das Gefecht berichtend; indem/ als er (ihm)...mitteilte; Bericht erstattete über): "Exieramus e castris (Wir waren aus dem Lager herausgegangen)", inquit (sagte er), "et proelium equestre ineuntes (und in ein Reitergefecht "hineingehend"; als wir ein Reitergefecht anfingen; begannen) hostes adieramus (gingen wir die Feinde an; d.h. wir griffen sie an). Cum in castra nostra (Als wir in unser Lager) redituri essent (im Begriff waren zurückzukehren; zurückkehren wollten), subito circumventi sumus (sind wir plötzlich umzingelt worden); multi perierunt (viele gingen zugrunde), egomet vulnere oculi accepto (nachdem ich (!) eine Wunde am Auge erhalten hatte) in castra redii (kehrte ich ins Lager zurück)."
"Abi, frater (Geh' weg, Bruder)", inquit Arminius (sagte/ sprach Arminius), "numquam (niemals) pericula (Gefahren) nisi pro libertate avita (außer für die angestammte Freiheit), pro patria (für das Vaterland), pro Germaniae deis (für die Götter Germaniens) subibo (werde ich auf mich nehmen). Redibo (Ich werde zurückkehren) ad propinquos et affines (zu den Verwandten und Nachbarn) et te desertorem (und daß du zu einem Deserteur) et proditorem patriae (und Verräter des Vaterlandes; zu einem Vaterlandsverräter) factum esse (gemacht worden bist; geworden bist) narrabo (werde ich berichten; und ich werde berichten, daß...). Pro mala re (Für diese schlechte Sache=Tat; gemäß...; dieser Tat entsprechend) aliquando (irgendeinmal; einst; dermaleinst) mortem obibis (wirst du den Tod erleiden; "dem Tod entgegengehen")." Paulatim (Allmählich) fratres (die Brüder) ad iurgia prolapsi sunt (gerieten zu Streitereien "hin"; gerieten in Streit) neque ulla re (und nicht durch irgendeine Sache; und durch keinen Umstand) nisi (nur; außer) flumine interiecto (durch den dazwischenliegenden Fluß) impediebantur (wurden sie gehindert), quominus (daß) pugnam inirent (sie in den Kampf "hineingingen"; den Kampf zu beginnen). Cernabatur minitabundus Arminius (Arminius wurde drohend gesehen; zeigte sich bedrohlich; wie er drohte) proeliumque denuntians (und einen Kampf ankündigend; und wie er...).-
---
interiectus: vgl. E. interjectional
quominus: nach Ausdrücken des Hinderns (verba impediendi): daß; eigentlich: damit dadurch weniger
redituri essemus: coniugatio periphrastica (umschreibende Form)
---
ARMINIUS mochte halt keine Verräter! Er kämpfte nur für sich, nicht für andere!
---
ELEMENTA LATINA II von Dr. Karl Heiter (2. Teil: Lese-und Übungsbuch für die vierte und fünfte Klasse (2. und 3. Lateinjahr), (Diesterwegverlag), Frankf. am Main, 1938, Stück 22 und 22a, S. 16 f.
---
by
the Sir
Anno p. Chr. n. sexto decimo (Im 16. Jahr nach Christi Geburt) Germanicus (G.), Drusi filius (der Sohn des Drusus), bellum (den Krieg) variis Germaniae gentibus (verschiedenen Völkern Germaniens) intulerat ("hatte hineingetragen"; G. hatte...bekriegt; hatte Krieg angefangen mit...). Flumen Visurgis (Der Fluß Weser) inter Romanos Cheruscosque fluebat (floß zwischen den Römern und Cheruskern). Eius in ripa (An dessen/ seinem Ufer) Arminius adstitit (stellte sich Arminius hin) et Germanicum oravit (und bat den Germanicus), ut (daß) cum fratre colloqui (sich mit dem Bruder zu unterreden; zu sprechen) liceret (es erlaubt sei; mit dem Bruder sprechen zu können). Frater Arminii (Der Bruder des Arminius) erat in exercitu Romano (war im römischen Heer) cognomine Flavus (unter dem Beinamen Flavus), qui (der) vulnere gravi (durch eine schwere Verwundung) oculum (ein Auge) paucis ante annis (vor wenigen Jahren) amiserat (verloren hatte). Tum (Dann) permissu imperatoris (mit der Erlaubnis des Feldherrn) deductus (herabgeführt; hingebracht; hingeleitet; nachdem er...hingeführt wurde) progreditur (schreitet er vorwärts; tritt er hervor) et ab Arminio salutatur (und wird von Arminius gegrüßt). Fratrem interrogat (Er fragt den Bruder), unde deformitas oris (woher die "Häßlichkeit" des Gesichtes; die entstellende Narbe) facta sit ("gemacht worden ist"; stamme). Ille (Jener) locum pugnae (den Ort des Kampfes) et proelium referens (und das Gefecht berichtend; indem/ als er (ihm)...mitteilte; Bericht erstattete über): "Exieramus e castris (Wir waren aus dem Lager herausgegangen)", inquit (sagte er), "et proelium equestre ineuntes (und in ein Reitergefecht "hineingehend"; als wir ein Reitergefecht anfingen; begannen) hostes adieramus (gingen wir die Feinde an; d.h. wir griffen sie an). Cum in castra nostra (Als wir in unser Lager) redituri essent (im Begriff waren zurückzukehren; zurückkehren wollten), subito circumventi sumus (sind wir plötzlich umzingelt worden); multi perierunt (viele gingen zugrunde), egomet vulnere oculi accepto (nachdem ich (!) eine Wunde am Auge erhalten hatte) in castra redii (kehrte ich ins Lager zurück)."
"Abi, frater (Geh' weg, Bruder)", inquit Arminius (sagte/ sprach Arminius), "numquam (niemals) pericula (Gefahren) nisi pro libertate avita (außer für die angestammte Freiheit), pro patria (für das Vaterland), pro Germaniae deis (für die Götter Germaniens) subibo (werde ich auf mich nehmen). Redibo (Ich werde zurückkehren) ad propinquos et affines (zu den Verwandten und Nachbarn) et te desertorem (und daß du zu einem Deserteur) et proditorem patriae (und Verräter des Vaterlandes; zu einem Vaterlandsverräter) factum esse (gemacht worden bist; geworden bist) narrabo (werde ich berichten; und ich werde berichten, daß...). Pro mala re (Für diese schlechte Sache=Tat; gemäß...; dieser Tat entsprechend) aliquando (irgendeinmal; einst; dermaleinst) mortem obibis (wirst du den Tod erleiden; "dem Tod entgegengehen")." Paulatim (Allmählich) fratres (die Brüder) ad iurgia prolapsi sunt (gerieten zu Streitereien "hin"; gerieten in Streit) neque ulla re (und nicht durch irgendeine Sache; und durch keinen Umstand) nisi (nur; außer) flumine interiecto (durch den dazwischenliegenden Fluß) impediebantur (wurden sie gehindert), quominus (daß) pugnam inirent (sie in den Kampf "hineingingen"; den Kampf zu beginnen). Cernabatur minitabundus Arminius (Arminius wurde drohend gesehen; zeigte sich bedrohlich; wie er drohte) proeliumque denuntians (und einen Kampf ankündigend; und wie er...).-
---
interiectus: vgl. E. interjectional
quominus: nach Ausdrücken des Hinderns (verba impediendi): daß; eigentlich: damit dadurch weniger
redituri essemus: coniugatio periphrastica (umschreibende Form)
---
ARMINIUS mochte halt keine Verräter! Er kämpfte nur für sich, nicht für andere!
---
ELEMENTA LATINA II von Dr. Karl Heiter (2. Teil: Lese-und Übungsbuch für die vierte und fünfte Klasse (2. und 3. Lateinjahr), (Diesterwegverlag), Frankf. am Main, 1938, Stück 22 und 22a, S. 16 f.
---
by
the Sir
Sonntag, 5. Mai 2013
PARALLELITÄT VON KELTISCHEN FUNDEN AUS SÜDENGLAND UND NORDFRANKREICH
(ein erstaunliches historisches Faktum)
Laut A. DEMANDT wurden die frühesten keltischen Funde in Britannien an der Themsemündung gemacht. Diese gleichen, so der Autor, denen aus der CHAMPAGNE! Hierbei handelt es sich vorwiegend um Grabbeigaben.
Die Erklärung dafür ist die Invasion Südenglands um 75 v. durch die BELGEN. (Jeder Asterix-Leser weiß, daß diese die tapfersten aller Gallier waren! Wen wundert es deshalb, wenn die mal "einen kleinen Ausflug" nach England gemacht haben?)
(Eine ganz ähnliche Parallele haben wir im 6. Jh. n.: Die Keramik der SACHSEN in Britannien gleicht der in HOLSTEIN!)
---
Die Kelten Britanniens hätten nach STRABON ein sehr einfaches Leben geführt (IV 5, 2). Arm, aber happy!
---
A. DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 17 ff. (C.H. Beck/ Wissen)
"In dieser Einführung finden Leserinnen und Leser alles beschrieben, was man über die Welt der Kelten wissen sollte."
(Cover, Rückseite)
---
Sir R
(ein erstaunliches historisches Faktum)
Laut A. DEMANDT wurden die frühesten keltischen Funde in Britannien an der Themsemündung gemacht. Diese gleichen, so der Autor, denen aus der CHAMPAGNE! Hierbei handelt es sich vorwiegend um Grabbeigaben.
Die Erklärung dafür ist die Invasion Südenglands um 75 v. durch die BELGEN. (Jeder Asterix-Leser weiß, daß diese die tapfersten aller Gallier waren! Wen wundert es deshalb, wenn die mal "einen kleinen Ausflug" nach England gemacht haben?)
(Eine ganz ähnliche Parallele haben wir im 6. Jh. n.: Die Keramik der SACHSEN in Britannien gleicht der in HOLSTEIN!)
---
Die Kelten Britanniens hätten nach STRABON ein sehr einfaches Leben geführt (IV 5, 2). Arm, aber happy!
---
A. DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 17 ff. (C.H. Beck/ Wissen)
"In dieser Einführung finden Leserinnen und Leser alles beschrieben, was man über die Welt der Kelten wissen sollte."
(Cover, Rückseite)
---
Sir R
DAS MOTTO DER KELTEN
(War SILIUS ITALICUS Hobby-Keltologe?)
Der Dichter SILIUS ITALICUS (um 25-101 n.) überliefert uns die Maxime der alten Kelten. Diese lautete kurz und prägnant:
"LIEBER STERBEN ALS TATENLOS ALTERN" (I, 225)
Dieses Motto macht sehr gut Lebensgefühl und Mentalität eines Kriegervolkes deutlich, das ab ca. 500 v. Chr. rasch expandierte. Lebensziel "Rentner" (wie heute) war nichts für einen keltischen Haudegen.
(Ganz ähnlich heißt es im Film "Highlander": "It's better to burn out than to fade away.")
---
zitiert nach: ALEXANDER DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 17 (Kap. 3: Ausbreitung nach Westen).
Demandt sieht in der keltischen Expansion einen Vorläufer bzw. eine Art Vorwegnahme der germanischen Völkerwanderung. Beide hätten dieselben Voraussetzunen gehabt: "Kriegsgeist, Kinderreichtum und einfache, ländliche Lebensform." (a. a. O. , S. 17)
zu SILIUS: voller Name: TIBERIUS CATIUS SILIUS ITALICUS, 68 n. Konsul, hatte Güter in Kampanien (mußte also nix schaffen und konnte daher dichten, also eine ruhige Kugel schieben)
OPERA: das EPOS "PUNICA": ein eher mäßiges Elaborat über den 2. Punischen Krieg bis zum Sieg SCIPIOS bei ZAMA (habe noch keine Zeile davon gelesen).
---
SIR
Der Dichter SILIUS ITALICUS (um 25-101 n.) überliefert uns die Maxime der alten Kelten. Diese lautete kurz und prägnant:
"LIEBER STERBEN ALS TATENLOS ALTERN" (I, 225)
Dieses Motto macht sehr gut Lebensgefühl und Mentalität eines Kriegervolkes deutlich, das ab ca. 500 v. Chr. rasch expandierte. Lebensziel "Rentner" (wie heute) war nichts für einen keltischen Haudegen.
(Ganz ähnlich heißt es im Film "Highlander": "It's better to burn out than to fade away.")
---
zitiert nach: ALEXANDER DEMANDT: DIE KELTEN, München 1998, S. 17 (Kap. 3: Ausbreitung nach Westen).
Demandt sieht in der keltischen Expansion einen Vorläufer bzw. eine Art Vorwegnahme der germanischen Völkerwanderung. Beide hätten dieselben Voraussetzunen gehabt: "Kriegsgeist, Kinderreichtum und einfache, ländliche Lebensform." (a. a. O. , S. 17)
zu SILIUS: voller Name: TIBERIUS CATIUS SILIUS ITALICUS, 68 n. Konsul, hatte Güter in Kampanien (mußte also nix schaffen und konnte daher dichten, also eine ruhige Kugel schieben)
OPERA: das EPOS "PUNICA": ein eher mäßiges Elaborat über den 2. Punischen Krieg bis zum Sieg SCIPIOS bei ZAMA (habe noch keine Zeile davon gelesen).
---
SIR
Samstag, 4. Mai 2013
DIE STÄMME DER GERMANEN (1)
Germanischer Thing (Ratsversammlung)
auf der Mark-Aurel-Säule
1.) RHEIN-WESER-GERMANEN:
a) CHERUSKER: Ein an sich wenig bedeutsamer Stamm. Umso beachtlicher ist daher seine denkwürdige Großtat, dem römischen Imperium für kurze Zeit die Stirn geboten zu haben. Jeder historisch Gebildete weiß: ARMINIUS alias HERMANN DER CHERUSKER besiegte anno 9 n. Chr. (lang ist's her) das römische Heer im Teutoburger Wald. Damals gingen ganze 3 römische Legionen unter dem (glücklosen wie unfähigen) Legaten QUINCTILIUS VARUS zugrunde. Wie ARMINIUS wirklich hieß, wissen wir nicht. Vermutlich begann sein Name mit einem "S", da die Namen vieler Mitglieder seiner Sippschaft mit diesem Buchstaben anfingen (wie z.B. Segimerus, Segestes, Segimundus). Der Name HERMANN DER CHERUSKER sei-so WERNER VÖLKER-"ein populär gewordener Irrtum".
" Hermann hieß nicht Hermann, denn als Heer-mann hätte er hari-man und latinisiert Chariomannus heißen müssen."
(W. VÖLKER: ALS DIE RÖMER FRECH GEWORDEN...Berlin (Wagenbach-Verlag) 1981, S. 111-114.)
Der Stammesname: vermutlich von germ. "Herut"=Hirsch; vielleicht hatte der Hirsch kultische Bedeutung und war das Stammestier.
Siedlungsgebiet: zwischen Teutoburger Wald und Harz; auf beiden Seiten von Weser und Leine
Die Cherusker wichen lange Zeit einem Konflikt mit den Römern aus. 4 n. Chr. schlossen sie sogar ein Bündnis mit ihnen und wurden Klientelstaat. Doch dies geschah wohl aus rein pragmatischen Gründen und um den Schein zu wahren. In Wirklichkeit brodelte es unter der Oberfläche. Dies führte zu dem bekannten Aufstand unter ARMINIUS im Jahre 9 n. Die Römer wurden vernichtend geschlagen und auf die Rheinlinie zurückgeworfen. Fürs erste waren die Römer bedient und ließen von dem Plan ab, das freie Germanien bis zur Elbe zu erobern.
Doch die Cherusker spielten nur eine Saison gut, dann ging es bergab. Die Führungsschicht war in sich zerstritten, und ARMINIUS wurde von seiner elenden Verwandtschaft hinterrücks ermordet.-
b) ANGRIVARIER:
Stammesgebiet: nördlich von den CHERUSKERN
Die beiden Stämme hatten sich ständig in der Wolle, so daß sie einen Grenzwall errichteten, den sog. "Angrivarierwall" (vermutlich zwischen Steinhuder Meer und der Weser). War wohl besser so. Beim Aufstand des ARMINIUS drückten sie sich erfolgreich.
16 n. zog der römische Feldherr GERMANICUS gegen die CHERUSKER und ihre Verbündeten. Bei dieser Gelegenheit machten die ANGRIVARIER einen Aufstand, der aber gründlich danebenging. (Mehr üben!)
Später, als es bei den CHERUSKERN auch nicht mehr lief, rissen sie sich das Gebiet der BRUKTERER (nördl. der Lippe und an den Quellen der Ems) unter den Nagel.
c) BRUKTERER: einstmals wichtigster Stamm im Lippegebiet
Stammesgebiet: zwischen mittlerer Ems und Lippe
Die BRUKTERER nahmen am Aufstand gegen die Römer teil. Recht so!
Ende 1. Jh: vernichtende Niederlage gegen die ANGRIVARIER und CHAMAVEN;Vertreibung; der traurige Rest floh zu den TENKTERERN.
d) TENKTERER:
Stammesgebiet: ursprünglich auf der rechten Seite des Niederrheins
58 v. Chr: Die TENKTERER werden zusammen mit den USIPETERN (die weiter südlich siedeln) von den SUEBEN (unter der Führung von ARIOVIST) vertrieben. In ihrer Not überquerten sie den Rhein und wurden von CAESAR aufgerieben. Wahrlich eine "große" Tat, Flüchtende niederzumachen! Diejenigen, die auch dieses Gemetzel überlebt hatten, flüchteten zu den SUGAMBRERN, die jenseits des Rheins wohnten.
e) SUGAMBRER:
Stammesgebiet: zwischen Rhein und Lippe
55 v. Chr: Die SUGAMBRER weigern sich beharrlich die zu ihnen geflohenen TENKTERER und USIPETER an die Römer auszuliefern. Gut gemacht!
16 v: SUGAMBRER, TENKTERER, USIPETER fallen gemeinsam in Gallien ein. Alte Freundschaft verbindet! Dort wurden sie von einer römischen Reiterbateilung verfolgt. Das war ein Fehler, denn die Römer wurden geschlagen. Daraufhin rückte gleich die ganze 5. Legion an (!). Auch das war ein Fehler! Auch die Legion wurde geschlagen (dies allerdings vernichtend!), obwohl zahlenmäßig in der Überzahl. Reife Leistung! Als Souvenir an dieses "nette" Renkontre nahmen die Germanen den Legionsadler mit! Kann man ja vielleicht daheim für irgendwas brauchen. Da sie aber keine Lust hatten, sich mit noch einer Legion anzulegen, zogen sie sich über den Rhein zurück. Später-als die Luft rein war-fielen sie erneut in Gallien ein (nach dem Motto: Alle Jahre wieder...). Erst 8 v. Chr. wurden sie unterworfen und gaben Ruhe, nachdem die Römer mehrere Strafexpeditionen geschickt hatten.
TIBERIUS siedelte danach 40 000 SUGAMBRER an die Maas um. Aus den Resten im rechtsrheinischen Gebiet entstanden die MARSER,ebenfalls eingeschworene Feinde der Römer. Wen wundert's?
(Ich bin sicher, die SUGAMBRER und ihre Kumpel trinken heute noch in WALHALL auf ihren Sieg!)
f) UBIER: romfreundliche Kollaborateure!
Stammesgebiet: südlich von den SUGAMBRERN; Vorland des rhein. Schiefergebirges
Die UBIER trieben Handel mit den Römern, stellten Hilfstruppen und zahlten brav Tribut! Klar, daß sie sich damit keine Freunde bei den anderen Germanen machten.
38 v: Die UBIER werden auf die andere Rheinseite umgesiedelt (in das Gebiet des heutigen Köln).
Gründe: Grenzsicherung; die eigene Sicherheit!
g) CHATTEN:
Stammesgebiet: südlich von den CHERUSKERN; an Fulda und Lahn
Sie nahmen zeitweise das Gebiet der UBIER in Besitz. Waren sehr kriegerisch; ständige Kämpfe mit Nachbarn! Feindschaft zu den CHERUSKERN (dennoch nahmen sie am Aufstand teil!); mischten bei den Abwehrkämpfen gegen die Römer mit (14-16 n.)
15 n: Ihr Hauptort MATTIUM wird von den Römern zerstört.
90 n: Die CHATTEN vertreiben den romfreundlichen CHERUSKERKÖNIG CHARIOMERUS. Wäre besser nicht romfreundlich gewesen!
(Der Name "Hessen" leitet sich von den CHATTEN ab. Die sind übrigens auch meine Vorfahren, da ich in Südhessen geboren bin. Römer gab es zu der Zeit aber keine mehr. Born too late!)
h) BATAVER: Abspaltung vom Stamm der CHATTEN wegen eines Streits;
1. Jh: an der Rheinmündung
12 v: von DRUSUS unterworfen; treue Verbündete Roms; gute Kämpfer, Reiter und Schwimmer; wurden gern in die Auxilia aufgenommen; stellten Leibwache der Kaiser.
Z.z. des Aufstandes unter ARMINIUS kämpften sie auf römischer Seite. Verräter!
16 n: Tod des CHARIOVALDA, der auf einem Feldzug des GERMANICUS fiel.
69/ 70 n: Aufstand der batavischen Hilfstrupen (war wohl doch nicht so toll bei den Römern!)
---
A. STRASSMEIER/ A. GAGELMANN: DAS HEER DES ARMINIUS-GERMANISCHE KRIEGER ZU BEGINN DES 1. NACHCHRISTLICHEN JAHRHUNDERTS (HEERE UND WAFFEN 11), Berlin 2009, S. 6 ff.
(Das Buch enthält sehr schöne Illustrationen.)
---
The SIR
Abonnieren
Posts (Atom)

