THALES OF MILETUS: Für unsere amerikanischen Fans
At the beginning of the sixth century B. C. great innovations began in the city of MILETUS. The city was a great seafaring power with colonies around the Black Sea.
We possess only limited information about THALES. There was an anecdote of THALES falling into a well because he was so occupied with looking at the stars. A female servant laughed at him! In this moment she felt superior to the great thinker! What a blasphemy!
HERODOTUS tells us that THALES successfully predicted an eclipse visible in Asia Minor in May 585 B. C.-
For THALES the fundamental substance from which all things proceed is water.
And water is the best, as ARISTOTLE speaks.
With this fundamental idea THALES anticipated a lot (see HIOMAR V. DITFURTH'S bestseller from the seventies: IM ANFANG WAR DER WASSERSTOFF).
Today, we know THALES was right with his concept of water. In his lifetime they knew little to nothing about hydrogen, but contemplating the sea (he thalatta) great thinkers created such theories. Some questions, however, remain: Was there water in the well or not?-How did he get out of it?-
Was the female servant punished?-I hope so!
Not everyone falling down (into a well) is automaticly THALES.
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WILL DURANT: THE STORY OF PHILOSOPHY, New York, 1934.
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The SIR (thinker)
Murmillo-Archiv
Donnerstag, 4. April 2013
DIE RELIGION DER KELTEN: NACH GERHARD HERM
GERHARD HERM schreibt, Religion sei u.a. der Versuch, den Menschen damit auszusöhnen, daß er sterben müsse. Für die DRUIDEN, so HERM, war Leben ein Gut, das von einem in das andere Gefäß umgeschöpft werden mußte, um den kosmischen Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So erklären sich die Verurteilungen von Mördern und die Menschenopfer bei den Kelten. (Besonders bei letzerem sieht man einmal mehr, was Religion alles anrichten kann. Zu den Menschenopfern, s. STRABON; die Stelle ist übrigens nichts für sensible Gemüter!)
CAESAR schreibt, die Druiden lehren, "daß die Seelen nicht vergehen, sondern von einem zum anderen wandern".
Bei LUKAN lesen wir: "Wenn wir eure Gesänge richtig deuten, dann ist der Tod nur Pause in einem langen Leben."
(LUKAN ist der Verfasser der "PHARSALIA", eines zähen und ungenießbaren Werkes über den Bürgerkrieg, das in quälenden Hexametern verfaßt ist, was die Sache keineswegs besser macht.)
HERM interpretiert demzufolge die Opferszene auf dem berühmten KESSEL VON GUNDESTRUP neu: Für ihn marschiert eine Reihe von Kriegern auf den Kessel zu, um geopfert zu werden. Eine zweite Reihe reitet von dem Kessel weg. Diese Krieger sind wiedergeboren.
(Das Pferd gab es wohl gratis als Belohnung. Vom Krieger zu Fuß zum Reiter befördert! Es scheint, als ob die neugeborenen Krieger auch sozial aufgestiegen seien!)
Der Opferkessel ist demnach ein Instrument oder ein Ort, wo Existenz verwandelt wird. Die Opferhandlung ist somit ein Mittel, wodurch eine Daseinsart durch eine andere ausgetauscht bzw. ersetzt wird.
(Schwacher Trost, aber immerhin ein Trost!)
(vgl. auch das Radsymbol als Symbol der Wiedergeburt; s. Hallstätter Schwertscheide; Funde der Latène-Zeit)
All diese Überlegungen waren der Grund dafür, daß für die Kelten der Tod nur ein geringes Übel war. Das Leben konnte man eigentlich gar nicht verlieren, weil es ja danach irgendwie weiter ging. Denn der TOD war für sie, wie wir gesehen haben, nur eine PAUSE VOM LEBEN.
Vielleicht liegt darin auch ein Grund, warum die Kelten besonders tapfere Krieger waren.
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GERHARD HERM: DIE KELTEN: DAS VOLK, DAS AUS DEM DUNKEL KAM, ECON-VERL., Düsseld. u. Wien 1975, S. 233 ff.
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SIR R
GERHARD HERM schreibt, Religion sei u.a. der Versuch, den Menschen damit auszusöhnen, daß er sterben müsse. Für die DRUIDEN, so HERM, war Leben ein Gut, das von einem in das andere Gefäß umgeschöpft werden mußte, um den kosmischen Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So erklären sich die Verurteilungen von Mördern und die Menschenopfer bei den Kelten. (Besonders bei letzerem sieht man einmal mehr, was Religion alles anrichten kann. Zu den Menschenopfern, s. STRABON; die Stelle ist übrigens nichts für sensible Gemüter!)
CAESAR schreibt, die Druiden lehren, "daß die Seelen nicht vergehen, sondern von einem zum anderen wandern".
Bei LUKAN lesen wir: "Wenn wir eure Gesänge richtig deuten, dann ist der Tod nur Pause in einem langen Leben."
(LUKAN ist der Verfasser der "PHARSALIA", eines zähen und ungenießbaren Werkes über den Bürgerkrieg, das in quälenden Hexametern verfaßt ist, was die Sache keineswegs besser macht.)
HERM interpretiert demzufolge die Opferszene auf dem berühmten KESSEL VON GUNDESTRUP neu: Für ihn marschiert eine Reihe von Kriegern auf den Kessel zu, um geopfert zu werden. Eine zweite Reihe reitet von dem Kessel weg. Diese Krieger sind wiedergeboren.
(Das Pferd gab es wohl gratis als Belohnung. Vom Krieger zu Fuß zum Reiter befördert! Es scheint, als ob die neugeborenen Krieger auch sozial aufgestiegen seien!)
Der Opferkessel ist demnach ein Instrument oder ein Ort, wo Existenz verwandelt wird. Die Opferhandlung ist somit ein Mittel, wodurch eine Daseinsart durch eine andere ausgetauscht bzw. ersetzt wird.
(Schwacher Trost, aber immerhin ein Trost!)
(vgl. auch das Radsymbol als Symbol der Wiedergeburt; s. Hallstätter Schwertscheide; Funde der Latène-Zeit)
All diese Überlegungen waren der Grund dafür, daß für die Kelten der Tod nur ein geringes Übel war. Das Leben konnte man eigentlich gar nicht verlieren, weil es ja danach irgendwie weiter ging. Denn der TOD war für sie, wie wir gesehen haben, nur eine PAUSE VOM LEBEN.
Vielleicht liegt darin auch ein Grund, warum die Kelten besonders tapfere Krieger waren.
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GERHARD HERM: DIE KELTEN: DAS VOLK, DAS AUS DEM DUNKEL KAM, ECON-VERL., Düsseld. u. Wien 1975, S. 233 ff.
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SIR R
EPONA: DIE KELTISCHE SCHUTZGÖTTIN DER PFERDE
EPONA war eine keltische Pferdegottheit. Sie war die Beschützerin der Pferde, Maultiere, Esel (nicht der menschlichen), Reiter und Pferdeknechte.
(Letztere sind oft schlecht zu den Tieren und verdienen die Gunst der Göttin eigentlich nicht. Dennoch ist EPONA auch für die Knechte da, was ihren Großmut zeigt.)
Verbreitung des Kultes: Ostfrankreich, Westdeutschland, entlang des LIMES.
Besonders beliebt war EPONA verständlicherweise beim Heer (wegen der Bedeutung der Pferde). Die Soldaten verbreiteten den EPONA-KULT entlang der Donau und bis nach Italien. Dort wurde ihr Fest am 18. Dezember gefeiert.
Nach P. M. DUVAL ist sie die einzige Gottheit, die in der Hauptstadt verehrt wurde.
Darstellungen: EPONA reitet oft auf einer Stute oder ist von Pferden und Maultieren umgeben, die von ihr gefüttert werden.
Attribute: Füllhorn; Fruchtkorb. Dies deutet darauf hin, daß EPONA auch eine Fruchtbarkeitsgöttin war.
EPONA war also eine besonders segensreiche und sympathische Göttin, was ihre große Beliebtheit erklärt.
Leider führt sie seit langen Jahrhunderten ein Schattendasein und wird von niemand mehr verehrt.
---
DTV-LEXIKON DER ANTIKE: RELIGION UND MYTHOLOGIE, Bd. 1, München 1970, S. 230.
LIT: P. M. DUVAL: LES DIEUX DE LA GAULE, 1957.-
---
The SIR
EPONA war eine keltische Pferdegottheit. Sie war die Beschützerin der Pferde, Maultiere, Esel (nicht der menschlichen), Reiter und Pferdeknechte.
(Letztere sind oft schlecht zu den Tieren und verdienen die Gunst der Göttin eigentlich nicht. Dennoch ist EPONA auch für die Knechte da, was ihren Großmut zeigt.)
Verbreitung des Kultes: Ostfrankreich, Westdeutschland, entlang des LIMES.
Besonders beliebt war EPONA verständlicherweise beim Heer (wegen der Bedeutung der Pferde). Die Soldaten verbreiteten den EPONA-KULT entlang der Donau und bis nach Italien. Dort wurde ihr Fest am 18. Dezember gefeiert.
Nach P. M. DUVAL ist sie die einzige Gottheit, die in der Hauptstadt verehrt wurde.
Darstellungen: EPONA reitet oft auf einer Stute oder ist von Pferden und Maultieren umgeben, die von ihr gefüttert werden.
Attribute: Füllhorn; Fruchtkorb. Dies deutet darauf hin, daß EPONA auch eine Fruchtbarkeitsgöttin war.
EPONA war also eine besonders segensreiche und sympathische Göttin, was ihre große Beliebtheit erklärt.
Leider führt sie seit langen Jahrhunderten ein Schattendasein und wird von niemand mehr verehrt.
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DTV-LEXIKON DER ANTIKE: RELIGION UND MYTHOLOGIE, Bd. 1, München 1970, S. 230.
LIT: P. M. DUVAL: LES DIEUX DE LA GAULE, 1957.-
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The SIR
Mittwoch, 3. April 2013
DISCIPULAE MEAE SALUTEM PLURIMAM: GEBURTSTAG AUF LATEINISCH
(Ad discipulam T., quae "Hiroku" quoque dicitur:)
Dies natalis tuus est 25. 2. 1997, Latine:
a. d. V. Kal. Mart.=ante diem quintum Kalendas Martias=der 5. Tag vor den "März-Kalenden"
Wenn das Jahr 1997 ein Schaltjahr war, müßte es "diem sextum" heißen.
(Ein Schalttag wurde jedoch nach dem 24. Februar eingeschoben!
24. Februar (im Schaltjahr): a. d. bis (=zweimal!) VI. Kal. Mart. (deswegen heißt das Schaltjahr im Französischen "année bissextile!)
oder: (die) quinto ante Kalendas Martias
Hier ein guter Trick:
der 20. Mai z.B. wäre a. d. XIII Kal. Iun.
Man vermindert unser Datum um eins: 20-1= 19
Man erhöht die Zahl der Tage des Monats um eins: 31+1= 32
32-19=13=XIII, s.o.
(It's a kind of magic!)
1997: MDCCCCXCVII=mille nongenti nonaginta septem
oder als Ordnungszahl:
anno post Christum natum millesimo nongentesimo nonagesimo septimo
(klingt doch gut und weniger prosaisch als 1997!)
---
Man könnte allerdings auch A.U.C.=AB URBE CONDITA=VON DER GRÜNDUNG DER STADT ROM aus zählen, aber dann wird es kompliziert. 7-5-3---Rom kroch aus dem Ei. Berechnung nach VARRO!
---
Im römischen Kalender gibt es 3 feste Tage:
1.) KALENDAE=der erste Tag des Monats
2.) NONAE=der 5. Tag des Monats
3.) Idus, uum=der 13. Tag des Monats
In den Monaten März, Juli, Mai, Oktober (Merkwort: MILMO) fallen die NONAE und IDUS zwei Tage später, also auf den 7. bzw. 15. März.
IDUS MARTIAE: CAESARS TODESTAG! (Die Iden des März; s. auch das Buch von Thornton Wilder)
Kalendis Ianuariis=am 1. Januar
Nonis Ianuariis=am 5. Januar
Nonis Martiis=am 7. März
pridie Nonas Maias=am 6. Mai (vor den Nonen des Mai; zufällig mein Geburtstag)
pridie Kalendas Februarias=am 31. Januar
Die anderen Tage werden von den nächsten Nonen, Iden und Kalenden aus rückwärts berechnet. Anfangs-und Endtermin werden dabei mitgezählt.
---
The SIR
(Ad discipulam T., quae "Hiroku" quoque dicitur:)
Dies natalis tuus est 25. 2. 1997, Latine:
a. d. V. Kal. Mart.=ante diem quintum Kalendas Martias=der 5. Tag vor den "März-Kalenden"
Wenn das Jahr 1997 ein Schaltjahr war, müßte es "diem sextum" heißen.
(Ein Schalttag wurde jedoch nach dem 24. Februar eingeschoben!
24. Februar (im Schaltjahr): a. d. bis (=zweimal!) VI. Kal. Mart. (deswegen heißt das Schaltjahr im Französischen "année bissextile!)
oder: (die) quinto ante Kalendas Martias
Hier ein guter Trick:
der 20. Mai z.B. wäre a. d. XIII Kal. Iun.
Man vermindert unser Datum um eins: 20-1= 19
Man erhöht die Zahl der Tage des Monats um eins: 31+1= 32
32-19=13=XIII, s.o.
(It's a kind of magic!)
1997: MDCCCCXCVII=mille nongenti nonaginta septem
oder als Ordnungszahl:
anno post Christum natum millesimo nongentesimo nonagesimo septimo
(klingt doch gut und weniger prosaisch als 1997!)
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Man könnte allerdings auch A.U.C.=AB URBE CONDITA=VON DER GRÜNDUNG DER STADT ROM aus zählen, aber dann wird es kompliziert. 7-5-3---Rom kroch aus dem Ei. Berechnung nach VARRO!
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Im römischen Kalender gibt es 3 feste Tage:
1.) KALENDAE=der erste Tag des Monats
2.) NONAE=der 5. Tag des Monats
3.) Idus, uum=der 13. Tag des Monats
In den Monaten März, Juli, Mai, Oktober (Merkwort: MILMO) fallen die NONAE und IDUS zwei Tage später, also auf den 7. bzw. 15. März.
IDUS MARTIAE: CAESARS TODESTAG! (Die Iden des März; s. auch das Buch von Thornton Wilder)
Kalendis Ianuariis=am 1. Januar
Nonis Ianuariis=am 5. Januar
Nonis Martiis=am 7. März
pridie Nonas Maias=am 6. Mai (vor den Nonen des Mai; zufällig mein Geburtstag)
pridie Kalendas Februarias=am 31. Januar
Die anderen Tage werden von den nächsten Nonen, Iden und Kalenden aus rückwärts berechnet. Anfangs-und Endtermin werden dabei mitgezählt.
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The SIR
C. IULIUS CAESAR: BELLUM GALLICUM I, cap. 8, 1-2: Interea ea legione...
Interea (Inzwischen; unterdessen) ea legione (mit dieser Legion=die X. Legion), quam secum habebat (die er bei sich hatte; man sollte immer eine Legion bei sich haben!), militibusque (und mit den Soldaten), qui (die) ex provincia (aus der Provinz) convenerant (zusammengekommen waren), a lacu Lemanno (vom Genfer See), qui (der) in flumen Rhodanum influit (der in den Fluß Rhône "einmündet"; in die Rhône), ad montem Iuram (bis zum Juragebirge), qui (das) fines Sequanorum (das Gebiet der Sequaner; die "Grenzen" der S.) ab Helvetiis dividit (von den Helvetiern trennt), milia passuum (Tausender der Doppelschritte; 1000 Doppelschritte=1 röm. Meile=mille passus=1,5 km; gen. qual. /explic. bezogen auf "murum") decem novem (19; also 19 röm. Meilen=28, 5 km (hin)) murum (eine Mauer; einen Erdwall; also einen Wall, der 19 röm. Meilen lang ist; sich hinzieht) in altitudinem (in die Höhe bis zu einer Höhe von) pedum sedecim ("der Füße" 16; also 16 Fuß hoch; 1 Fuß=30 cm; also 4, 80 m) fossamque (und einen Graben) perducit (legt er an; läßt er ausführen; bauen). Eo opere perfecto (Nachdem dieses Werk vollbracht worden war; nachdem diese Arbeit erledigt war) praesidia disponit (verteilt er Beobachtungsposten; Besatzungen (an verschiedenen Punkten), castella communit (und legt Stützpunkte an; befestigt Bastionen), quo facilius (damit er desto leichter; quo=ut eo), si (wenn; falls) se invito (gegen seinen Willen; abl. abs.) transire conarentur (sie versuchen sollten überzusetzen; falls sie es wagten, hinüberzugehen), prohibere possit (sie abhalten könne; den Weg sperren kann; absolut gebraucht).-
---
ea legione=per eam legionem
influit: abfließt
milia passuum undeviginti steht auf die Frage "Wie weit hin?"
"Die Befestigungen wurden übrigens nur an den ebneren (sic) Stellen des Rhoneufers aufgeführt; nur da konnte auch wegen der Bodenbeschaffenheit ein Graben gezogen werden."
castella communire: auch: Schanzen aufwerfen
disponit...communit: Asyndeton
---
CAESARS GALLISCHER KRIEG: B. G. TEUBNER'S SCHÜLERAUSGABEN GRIECH. U. LATEINISCHER SCHRIFTSTELLER, hrsg. v. Prof. Dr. F. FÜGNER; Hilfsheft; Leipzig u. Berlin 1902, S. 11 (Anmerkungen).
(Meine alte Ausgabe gehörte übrigens einem gewissen M. von Bibow. Wer dies wohl war?)
---
influere=austreten; in/ übergehen in
XIX=undeviginti=19
XVI=sedecim=16
murum fossamque perducere=einen Erdwall mit Graben errichten
in altitudinem+gen.: in/ bis zu einer Höhe von
prohibere: ergänze: eos
RATIO: Caesar-Der Gallische Krieg; Kurzausg., C. C. Buchner, Bamberg 1999, S. 24 f. (dort befindet sich auch ein Plan/ eine Skizze der Anlage!)
---
"Die von Caesar beschriebene Mauer war allerdings nicht fortlaufend errichtet, sondern nur an einigen Stellen des linken Rhôneufers, die frei zugänglich waren, insgesamt etwa 5000 m."
(Caesar hat hier also übertrieben!)
disponere= verteilen, aufstellen
CAESAR: DE BELLLO GALLICO, Schöningh, bearb. v. J. Vogel u.a., Paderborn 2004, S. 36.
---
zu lernende Vokabeln:
eo+Komparativ=umso
invitus, a, um=gegen jemandes Willen
---
Die Mauer begann südlich von Genf und verlief ungefähr parallel zur Rhône in südlicher Richtung, bis sie nach 19 röm. Meilen auf das Juragebirge stieß. (Ich frage mich, ob noch Reste bzw, Spuren davon im Gelände nachweisbar sind? Am besten hingehen, buddeln.)
---
The SIR (Caesarianer)
Interea (Inzwischen; unterdessen) ea legione (mit dieser Legion=die X. Legion), quam secum habebat (die er bei sich hatte; man sollte immer eine Legion bei sich haben!), militibusque (und mit den Soldaten), qui (die) ex provincia (aus der Provinz) convenerant (zusammengekommen waren), a lacu Lemanno (vom Genfer See), qui (der) in flumen Rhodanum influit (der in den Fluß Rhône "einmündet"; in die Rhône), ad montem Iuram (bis zum Juragebirge), qui (das) fines Sequanorum (das Gebiet der Sequaner; die "Grenzen" der S.) ab Helvetiis dividit (von den Helvetiern trennt), milia passuum (Tausender der Doppelschritte; 1000 Doppelschritte=1 röm. Meile=mille passus=1,5 km; gen. qual. /explic. bezogen auf "murum") decem novem (19; also 19 röm. Meilen=28, 5 km (hin)) murum (eine Mauer; einen Erdwall; also einen Wall, der 19 röm. Meilen lang ist; sich hinzieht) in altitudinem (in die Höhe bis zu einer Höhe von) pedum sedecim ("der Füße" 16; also 16 Fuß hoch; 1 Fuß=30 cm; also 4, 80 m) fossamque (und einen Graben) perducit (legt er an; läßt er ausführen; bauen). Eo opere perfecto (Nachdem dieses Werk vollbracht worden war; nachdem diese Arbeit erledigt war) praesidia disponit (verteilt er Beobachtungsposten; Besatzungen (an verschiedenen Punkten), castella communit (und legt Stützpunkte an; befestigt Bastionen), quo facilius (damit er desto leichter; quo=ut eo), si (wenn; falls) se invito (gegen seinen Willen; abl. abs.) transire conarentur (sie versuchen sollten überzusetzen; falls sie es wagten, hinüberzugehen), prohibere possit (sie abhalten könne; den Weg sperren kann; absolut gebraucht).-
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ea legione=per eam legionem
influit: abfließt
milia passuum undeviginti steht auf die Frage "Wie weit hin?"
"Die Befestigungen wurden übrigens nur an den ebneren (sic) Stellen des Rhoneufers aufgeführt; nur da konnte auch wegen der Bodenbeschaffenheit ein Graben gezogen werden."
castella communire: auch: Schanzen aufwerfen
disponit...communit: Asyndeton
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CAESARS GALLISCHER KRIEG: B. G. TEUBNER'S SCHÜLERAUSGABEN GRIECH. U. LATEINISCHER SCHRIFTSTELLER, hrsg. v. Prof. Dr. F. FÜGNER; Hilfsheft; Leipzig u. Berlin 1902, S. 11 (Anmerkungen).
(Meine alte Ausgabe gehörte übrigens einem gewissen M. von Bibow. Wer dies wohl war?)
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influere=austreten; in/ übergehen in
XIX=undeviginti=19
XVI=sedecim=16
murum fossamque perducere=einen Erdwall mit Graben errichten
in altitudinem+gen.: in/ bis zu einer Höhe von
prohibere: ergänze: eos
RATIO: Caesar-Der Gallische Krieg; Kurzausg., C. C. Buchner, Bamberg 1999, S. 24 f. (dort befindet sich auch ein Plan/ eine Skizze der Anlage!)
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"Die von Caesar beschriebene Mauer war allerdings nicht fortlaufend errichtet, sondern nur an einigen Stellen des linken Rhôneufers, die frei zugänglich waren, insgesamt etwa 5000 m."
(Caesar hat hier also übertrieben!)
disponere= verteilen, aufstellen
CAESAR: DE BELLLO GALLICO, Schöningh, bearb. v. J. Vogel u.a., Paderborn 2004, S. 36.
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zu lernende Vokabeln:
eo+Komparativ=umso
invitus, a, um=gegen jemandes Willen
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Die Mauer begann südlich von Genf und verlief ungefähr parallel zur Rhône in südlicher Richtung, bis sie nach 19 röm. Meilen auf das Juragebirge stieß. (Ich frage mich, ob noch Reste bzw, Spuren davon im Gelände nachweisbar sind? Am besten hingehen, buddeln.)
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The SIR (Caesarianer)
PLUTARCHOS VON CHAIRONEA (LITERATUR: GRUNDWISSEN)
(um 50 n. - bald nach 120 n. Chr.)
-Studium der Philosophie in Athen
-Anhänger der PLATONISCHEN AKADEMIE
(Daher das Wort "Akademiker", wobei die meisten heutigen "Akademiker" PLATON nicht gelesen haben (!), was sie aber keineswegs davon abhält, sich Akademiker zu nennen!)
-ausgedehnte Reisen
-Ehrungen durch Kaiser TRAJAN und HADRIAN (das ist doch was!)
-großer Freundeskreis; gastliches Haus; Kreis philosophischer Jünger (die heutigen Schüler sind weder besonders philosophisch noch sind sie Jünger; dafür werde ich immer älter)
SCHRIFTEN: 227! (s. Lamprias-Katalog), davon etwa 1/3 erhalten
a) MORALIA: über ETHIK
b) BIOGRAPHIEN
LITERARISCHE FORM: Dialog und Diatribe (platon. Vorbild)
Große Themenvielfalt: Schrift über Seelenruhe-Vom Nachteil, zu viele Freunde zu haben-Über die Unsitte des Borgens-pädagogische Schriften: z.B.Anleitung zu literarischen Studien-Symposiaka (=Tischgespräche: von banalen Themen (Gartenarbeit; Verdauung) bis zu literarischen)-dialogische Schriften: z.B. Über das daimonion des Sokrates-Platon-Exegese-Erotikus-Schriften gegen Epikureer-Schriften gegen Stoiker (jeweils 3; der Gerechtigkeit halber)-Tierpsychologie-Über Vorsehung-Trostschriften (...)
Man sieht: PLUTARCH war ein fleißiger Mann, der die meiste Zeit seines Lebens bei eifriger Arbeit verbracht hat. Er behandelte fast alle wissenschaftlichen Themen. In seinen Schriften wird jeder ernsthafte Wahrheitssucher fündig!
-Vorrangstellung der ETHIK!
-vorsichtiger EKLEKTIZISMUS (fern von rigoroser Engstirnigkeit)
-kultivierter Stil: weitgespannte Perioden
Berühmt wurde PLUTARCH vor allem durch seine "BIOI PARALLELOI" ("Parallelbiographien"), in denen jeweils ein Römer einem Griechen gegenübergestellt wird (23 Paare; 1verloren; schließen mit vergleichender Würdigung: SYNKRISIS; Ebenbürtigkeit griech. und röm. Wesens!).
Seine Bücher sind keine Geschichte, sondern Charakterbilder. PLUTARCH zeichnet seine Menschenbilder, indem er sowohl die großen Taten als auch die kleinsten Handlungen und Gewohnheiten beschreibt (peripatetische Tradition). Er hat eine spürbare Neigung zum Anekdotischen und Detail.
LIT. und LESETIP: PLUTARCH: LEBENSBESCHREIBUNGEN, Gesamtausgabe (Goldmanns gelbe Taschenbücher), München 1964:
Band 1: Theseus/ Romulus-Lykurgos/ Numa-Solon/ Poplicola-Themistokles/ Camillus-Perikles/ Fabius Maximus
(genannt der CUNCTATOR=der Zauderer, mein großes Vorbild, auf das ich mich immer berufe, wenn man mir "Beine macht")
Band 2: Coriolanus/ Alkibiades-Aemilius Paulus/ Timoleon-Pelopidas/ Marcellus-Aristeides/ Cato der Ältere
Band 3: Philopoimen/ T. Flaminius-Pyrrhos/ Marius-Lysandros/ Sulla-Kimon/ Lucullus
Band 4: Nikias/ Crassus-Sertorius/ Eumenes-Agesilaos/ Pompeius-Alexandros/ Caesar
Band 5: Phokion/ Cato der Jüngere-Artaxerxes-Agis und Kleomenes/ Ti. u. C. Gracchus-Demosthenes Cicero
Band 6: Aratos- Demetrios/ Antonius-Dion/ Brutus-Galba-Otho
Dazu: WALTHER KRANZ: GESCHICHTE DER GRIECHISCHEN LITERATUR (Sammlung Dieterich; Parkland Verlag), Köln 1998, S. 490-498:
"Plutarchos, des Autobulos Sohn, ist etwa 46 n. Chr. in Chaironea in Boiotien geboren, und noch heute lebt in diesem Dorfe sein Andenken fort...In seiner kleinen Vaterstadt führte er ein glückliches Leben, im Dienste für die Gemeinde, im Kreise seiner zahlreichen Familie und seiner Freunde und Schüler...Sein Leben erstreckte sich über das Jahr 120 hinaus.
Als Schriftsteller war er ungemein fruchtbar. Aus noch viel größerer Zahl sind uns über 150 Einzelschriften und Aufsätze erhalten, die die verschiedenen Themen umspannen. (...)"
---
(Der hatte wenigstens noch Schüler, die ihren Meister liebten.)
---
The SIR
-Studium der Philosophie in Athen
-Anhänger der PLATONISCHEN AKADEMIE
(Daher das Wort "Akademiker", wobei die meisten heutigen "Akademiker" PLATON nicht gelesen haben (!), was sie aber keineswegs davon abhält, sich Akademiker zu nennen!)
-ausgedehnte Reisen
-Ehrungen durch Kaiser TRAJAN und HADRIAN (das ist doch was!)
-großer Freundeskreis; gastliches Haus; Kreis philosophischer Jünger (die heutigen Schüler sind weder besonders philosophisch noch sind sie Jünger; dafür werde ich immer älter)
SCHRIFTEN: 227! (s. Lamprias-Katalog), davon etwa 1/3 erhalten
a) MORALIA: über ETHIK
b) BIOGRAPHIEN
LITERARISCHE FORM: Dialog und Diatribe (platon. Vorbild)
Große Themenvielfalt: Schrift über Seelenruhe-Vom Nachteil, zu viele Freunde zu haben-Über die Unsitte des Borgens-pädagogische Schriften: z.B.Anleitung zu literarischen Studien-Symposiaka (=Tischgespräche: von banalen Themen (Gartenarbeit; Verdauung) bis zu literarischen)-dialogische Schriften: z.B. Über das daimonion des Sokrates-Platon-Exegese-Erotikus-Schriften gegen Epikureer-Schriften gegen Stoiker (jeweils 3; der Gerechtigkeit halber)-Tierpsychologie-Über Vorsehung-Trostschriften (...)
Man sieht: PLUTARCH war ein fleißiger Mann, der die meiste Zeit seines Lebens bei eifriger Arbeit verbracht hat. Er behandelte fast alle wissenschaftlichen Themen. In seinen Schriften wird jeder ernsthafte Wahrheitssucher fündig!
-Vorrangstellung der ETHIK!
-vorsichtiger EKLEKTIZISMUS (fern von rigoroser Engstirnigkeit)
-kultivierter Stil: weitgespannte Perioden
Berühmt wurde PLUTARCH vor allem durch seine "BIOI PARALLELOI" ("Parallelbiographien"), in denen jeweils ein Römer einem Griechen gegenübergestellt wird (23 Paare; 1verloren; schließen mit vergleichender Würdigung: SYNKRISIS; Ebenbürtigkeit griech. und röm. Wesens!).
Seine Bücher sind keine Geschichte, sondern Charakterbilder. PLUTARCH zeichnet seine Menschenbilder, indem er sowohl die großen Taten als auch die kleinsten Handlungen und Gewohnheiten beschreibt (peripatetische Tradition). Er hat eine spürbare Neigung zum Anekdotischen und Detail.
LIT. und LESETIP: PLUTARCH: LEBENSBESCHREIBUNGEN, Gesamtausgabe (Goldmanns gelbe Taschenbücher), München 1964:
Band 1: Theseus/ Romulus-Lykurgos/ Numa-Solon/ Poplicola-Themistokles/ Camillus-Perikles/ Fabius Maximus
(genannt der CUNCTATOR=der Zauderer, mein großes Vorbild, auf das ich mich immer berufe, wenn man mir "Beine macht")
Band 2: Coriolanus/ Alkibiades-Aemilius Paulus/ Timoleon-Pelopidas/ Marcellus-Aristeides/ Cato der Ältere
Band 3: Philopoimen/ T. Flaminius-Pyrrhos/ Marius-Lysandros/ Sulla-Kimon/ Lucullus
Band 4: Nikias/ Crassus-Sertorius/ Eumenes-Agesilaos/ Pompeius-Alexandros/ Caesar
Band 5: Phokion/ Cato der Jüngere-Artaxerxes-Agis und Kleomenes/ Ti. u. C. Gracchus-Demosthenes Cicero
Band 6: Aratos- Demetrios/ Antonius-Dion/ Brutus-Galba-Otho
Dazu: WALTHER KRANZ: GESCHICHTE DER GRIECHISCHEN LITERATUR (Sammlung Dieterich; Parkland Verlag), Köln 1998, S. 490-498:
"Plutarchos, des Autobulos Sohn, ist etwa 46 n. Chr. in Chaironea in Boiotien geboren, und noch heute lebt in diesem Dorfe sein Andenken fort...In seiner kleinen Vaterstadt führte er ein glückliches Leben, im Dienste für die Gemeinde, im Kreise seiner zahlreichen Familie und seiner Freunde und Schüler...Sein Leben erstreckte sich über das Jahr 120 hinaus.
Als Schriftsteller war er ungemein fruchtbar. Aus noch viel größerer Zahl sind uns über 150 Einzelschriften und Aufsätze erhalten, die die verschiedenen Themen umspannen. (...)"
---
(Der hatte wenigstens noch Schüler, die ihren Meister liebten.)
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The SIR
Dienstag, 2. April 2013
OVIDIUS: ARS AMATORIA III, 577-590: Nicht verfügbar sein!
(dürfte euch eh nicht schwerfallen)
omnia tradantur (alle Dinge mögen preisgegeben werden; alles soll mitgeteilt werden; jedes Geheimnis wird verraten) (portas reseravimus (wir haben die Türen aufgeriegelt; geöffnet) hosti (für den "Feind"; die Gegenseite))
et sit (und es sei; soll sein; bestehe) in infida proditione (in treulosem Verrat; erg: an den Männern) fides (meine Treue; erg: zu den Frauen).
quod datur (was gegeben wird) ex facili (mit Leichtigkeit; leicht), longum (eine lange) male nutrit (nährt schlecht) amorem (Liebe; Hyperbaton):
miscenda est (vermischt werden muß) laetis (mit fröhlichen) rara repulsa (die "seltene" (vereinzelte) Zurückweisung; hie und da eine Abfuhr!) iocis (Scherzen; Spielereien: Liebeständeleien; darauf bezogen: laetis; Hyperbaton).
ante fores (vor den Toren; Türen) iaceat (soll er (ruhig) liegen), 'crudelis ianua' (grausame Tür; Personifikation!) dicat (soll/ mag er sagen)
multaque (und vieles) summisse (demütig; kriechend), multa (viele Dinge; vieles) minanter agat (mag er drohend tun).
dulcia (angenehme Dinge; Angenehmes) non ferimus (ertragen wir nicht; halten wir nicht aus; paradox!); suco (durch Saft) renovemur (sollen wir erneuert wereden) amaro (durch bitteren; Hyperbaton):
saepe perit (oft geht unter) ventis (durch Winde) obruta (niedergedrückt; vernichtet) cumba (der Nachen; Kahn) suis (durch seine=günstige; Bezugswort zu "ventis"; Hyp.; also: der Kahn, weil er durch allzu günstige Winde niedergedrückt wird (PPP hier kausal); in Fetzen fliegt!).
hoc est (dies ist es; ist der Grund), quod (welches/ der) uxores (daß die Ehefrauen; ACI) non patiatur (nicht zuläßt; Konjunktiv: konsekutiver Nebensinn (Folge; wird als nicht realisiert betrachtet): er ist derart, daß er...) amari (geliebt werden):
conveniunt illas (sie treffen jene; sie kommen mit jenen zusammen), cum voluere (sooft als sie es gewollt haben; cum iterativum; wenn), viri (die Männer).
adde forem ("füge eine Tür hinzu"; baue eine Sperre ein; sag' "no!"), et duro (und mit hartem; abweisenden) dicat tibi (sage dir) ianitor (der Türsteher; Pförtner) ore ("Mund"; Wort; Tonfall; Bezugswort zu "duro"; Hyp.)
'non potes' (du kannst nicht; nix da!), exclusum (ausgeschlossen; als Ausgeschlossener) te quoque tanget (wird auch dich berühren) amor (die Liebe; also: wenn du ausgeschlossen bist...PPP hier temporal; evtl. konditional).
ponite iam (legt nun ab) gladios hebetes (die stumpfen Schwerter), pugnetur acutis (es möge nun mit scharfen gekämpft werden);
nec dubito (auch zweifle ich nicht; und ich zweifle nicht) telis quin petar (daß ich mit Geschossen angegriffen werde; mit Waffen; Wurfgeschossen) ipse (ich selbst; gerade ich) meis (mit meinen eigenen; zu "telis"; Hyp.)
---
So kann's gehen!
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KRITISCHER APPARAT:
tradantur RAs: traduntur ao
reseravimus RAo: reserabimus s
sit RAs: fit s
iaceat RAo: iaceant s
dicat RAo: dicant s: clamet s: clament Ob
agat ex-et R) Ao: agant s
renovemur: RAB 1 Og: renovamur aophi
patiatur ras: patiantur
adde RA (ut vid.) Pa: abde a: obde PeW2 (u.l.): claude o
tibi Rs: ibi A: sibi o
te RAs: se s: sic D: tunc s
tanget Ro: tangit As: tangat: Ab1 (ut vid.) Pa: plangat (amans) N.
---
R: PARISINUS LATINUS 7311
O: Oxoniensis Bodleianus
(s. auch PRAEFATIO der "OXFORD_AUSGABE: P. OVIDI NASONIS AMORES-MEDICAMINA FACIEI FEMINEAE ARS AMATORIA REMEDIA AMORIS edidit brevique adnotatione critica instruxit E. J. KENNEY OXONII (Oxford university press) 1977, S. V-XII. Die Praefatio ist übrigens-wie es sich gehört-in Latein.)
---
Das Lesen von kritischen Apparaten gehört zweifelsohne zu den Höllenstrafen. Es ist dennoch von immenser Wichtigkeit für das tiefere Verständnis. Die Kenntnis von Überlieferungsvarianten führt nämlich oft zu ganz neuen Deutungsansätzen. Stellen, die im Text "dunkel" sind, werden durch den Variantenapparat oft erhellt (oder auch nicht).
Es soll Leute geben (sunt, qui), die fast nur den kritischen Apparat lesen! Diese stellen unter den Langweilern eine besondere Klasse dar, sozusagen die Elite unter den Langweilern. Was hätte wohl OVID dazu gesagt?
Wenn man todsicher ein Mädchen vergraulen will (und das sollte man ab und zu tun), dann braucht man nur zu sagen: "In meiner Freizeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Lesen kritischer Apparate. Da ist nicht mehr viel Zeit für anderes! Außerdem möchte meine Frau Mutter nicht, daß ich mich allzusehr mit Frauenspersonen abgebe."
Ich bin sicher: Die hat man gesehen!
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Was sind die Waffen, mit denen OVID angegriffen wird?-Es sind seine eigenen Ratschläge. Diese sind keine stumpfen Scherter, sondern scharfe! Er hat diese Waffen in die Hand der Frauen gegeben, damit sie sich gegen die Typen wehren können.
Wenn also einer zudringlich wird, kann die Frau sagen: Sorry, ich habe OVID gelesen. No way, man!
Lustig wird es, wenn es OVID selbst so ergeht:
Die Frau sagt: "Ich durchschaue dich. Ich habe OVID gelesen."
Ovid: "Ich bin OVID! Das hab' ich selber geschrieben!"
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The SIR
(dürfte euch eh nicht schwerfallen)
omnia tradantur (alle Dinge mögen preisgegeben werden; alles soll mitgeteilt werden; jedes Geheimnis wird verraten) (portas reseravimus (wir haben die Türen aufgeriegelt; geöffnet) hosti (für den "Feind"; die Gegenseite))
et sit (und es sei; soll sein; bestehe) in infida proditione (in treulosem Verrat; erg: an den Männern) fides (meine Treue; erg: zu den Frauen).
quod datur (was gegeben wird) ex facili (mit Leichtigkeit; leicht), longum (eine lange) male nutrit (nährt schlecht) amorem (Liebe; Hyperbaton):
miscenda est (vermischt werden muß) laetis (mit fröhlichen) rara repulsa (die "seltene" (vereinzelte) Zurückweisung; hie und da eine Abfuhr!) iocis (Scherzen; Spielereien: Liebeständeleien; darauf bezogen: laetis; Hyperbaton).
ante fores (vor den Toren; Türen) iaceat (soll er (ruhig) liegen), 'crudelis ianua' (grausame Tür; Personifikation!) dicat (soll/ mag er sagen)
multaque (und vieles) summisse (demütig; kriechend), multa (viele Dinge; vieles) minanter agat (mag er drohend tun).
dulcia (angenehme Dinge; Angenehmes) non ferimus (ertragen wir nicht; halten wir nicht aus; paradox!); suco (durch Saft) renovemur (sollen wir erneuert wereden) amaro (durch bitteren; Hyperbaton):
saepe perit (oft geht unter) ventis (durch Winde) obruta (niedergedrückt; vernichtet) cumba (der Nachen; Kahn) suis (durch seine=günstige; Bezugswort zu "ventis"; Hyp.; also: der Kahn, weil er durch allzu günstige Winde niedergedrückt wird (PPP hier kausal); in Fetzen fliegt!).
hoc est (dies ist es; ist der Grund), quod (welches/ der) uxores (daß die Ehefrauen; ACI) non patiatur (nicht zuläßt; Konjunktiv: konsekutiver Nebensinn (Folge; wird als nicht realisiert betrachtet): er ist derart, daß er...) amari (geliebt werden):
conveniunt illas (sie treffen jene; sie kommen mit jenen zusammen), cum voluere (sooft als sie es gewollt haben; cum iterativum; wenn), viri (die Männer).
adde forem ("füge eine Tür hinzu"; baue eine Sperre ein; sag' "no!"), et duro (und mit hartem; abweisenden) dicat tibi (sage dir) ianitor (der Türsteher; Pförtner) ore ("Mund"; Wort; Tonfall; Bezugswort zu "duro"; Hyp.)
'non potes' (du kannst nicht; nix da!), exclusum (ausgeschlossen; als Ausgeschlossener) te quoque tanget (wird auch dich berühren) amor (die Liebe; also: wenn du ausgeschlossen bist...PPP hier temporal; evtl. konditional).
ponite iam (legt nun ab) gladios hebetes (die stumpfen Schwerter), pugnetur acutis (es möge nun mit scharfen gekämpft werden);
nec dubito (auch zweifle ich nicht; und ich zweifle nicht) telis quin petar (daß ich mit Geschossen angegriffen werde; mit Waffen; Wurfgeschossen) ipse (ich selbst; gerade ich) meis (mit meinen eigenen; zu "telis"; Hyp.)
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So kann's gehen!
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KRITISCHER APPARAT:
tradantur RAs: traduntur ao
reseravimus RAo: reserabimus s
sit RAs: fit s
iaceat RAo: iaceant s
dicat RAo: dicant s: clamet s: clament Ob
agat ex-et R) Ao: agant s
renovemur: RAB 1 Og: renovamur aophi
patiatur ras: patiantur
adde RA (ut vid.) Pa: abde a: obde PeW2 (u.l.): claude o
tibi Rs: ibi A: sibi o
te RAs: se s: sic D: tunc s
tanget Ro: tangit As: tangat: Ab1 (ut vid.) Pa: plangat (amans) N.
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R: PARISINUS LATINUS 7311
O: Oxoniensis Bodleianus
(s. auch PRAEFATIO der "OXFORD_AUSGABE: P. OVIDI NASONIS AMORES-MEDICAMINA FACIEI FEMINEAE ARS AMATORIA REMEDIA AMORIS edidit brevique adnotatione critica instruxit E. J. KENNEY OXONII (Oxford university press) 1977, S. V-XII. Die Praefatio ist übrigens-wie es sich gehört-in Latein.)
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Das Lesen von kritischen Apparaten gehört zweifelsohne zu den Höllenstrafen. Es ist dennoch von immenser Wichtigkeit für das tiefere Verständnis. Die Kenntnis von Überlieferungsvarianten führt nämlich oft zu ganz neuen Deutungsansätzen. Stellen, die im Text "dunkel" sind, werden durch den Variantenapparat oft erhellt (oder auch nicht).
Es soll Leute geben (sunt, qui), die fast nur den kritischen Apparat lesen! Diese stellen unter den Langweilern eine besondere Klasse dar, sozusagen die Elite unter den Langweilern. Was hätte wohl OVID dazu gesagt?
Wenn man todsicher ein Mädchen vergraulen will (und das sollte man ab und zu tun), dann braucht man nur zu sagen: "In meiner Freizeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Lesen kritischer Apparate. Da ist nicht mehr viel Zeit für anderes! Außerdem möchte meine Frau Mutter nicht, daß ich mich allzusehr mit Frauenspersonen abgebe."
Ich bin sicher: Die hat man gesehen!
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Was sind die Waffen, mit denen OVID angegriffen wird?-Es sind seine eigenen Ratschläge. Diese sind keine stumpfen Scherter, sondern scharfe! Er hat diese Waffen in die Hand der Frauen gegeben, damit sie sich gegen die Typen wehren können.
Wenn also einer zudringlich wird, kann die Frau sagen: Sorry, ich habe OVID gelesen. No way, man!
Lustig wird es, wenn es OVID selbst so ergeht:
Die Frau sagt: "Ich durchschaue dich. Ich habe OVID gelesen."
Ovid: "Ich bin OVID! Das hab' ich selber geschrieben!"
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The SIR
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